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Wie viele Kerzen darf Bello heute auspusten? Forschern ist eine genauere Berechnung des Hundealters in Menschenjahre gelungen. Quelle: Glenn Han/Unsplash

Wie berechnet man das Alter eines Hundes in Menschenjahren? Forscher entwickeln neue Formel

Ein Hundejahr entspricht sieben Menschenjahren? Diese Annahme ist falsch. Wissenschaftler haben nun eine neue Formel entwickelt, die eine genauere Berechnung erlaubt. Dazu untersuchten sie die DNA der Hunde.

Schon lange ist der Wissenschaft klar, dass Hunde die selben Entwicklungsphasen durchlaufen wie der Mensch. Sie Lernen das Laufen und entwickeln einen Spieltrieb, müssen stubenrein werden und testen bestehende Grenzen in der Pubertät aus. Auch das Altern ist bei Hunden ein normaler Prozess. Aber wie kann man das Alter eines Hundes in Menschenjahre umrechnen?

Bisher ging man davon aus, dass das Alter von Hunden mit der Zahl Sieben multipliziert werden müsse, um ihr menschliches Alter zu berechnen. Doch in Wahrheit ist die Bestimmung des menschlichen Altersäquivalents viel komplexer. Einem amerikanischen Forscherteam ist es jetzt gelungen, eine genaue Formel zu entwickeln.

Genetische Alterung von Hund und Mensch ist ähnlich

Die Methode des Teams basiert auf einem epigenetischen Mechanismus namens Methylierung, der die altersbedingte DNA-Veränderung berücksichtigt. Denn beim Alterungsprozess werden sowohl bei der menschlichen, als auch der tierischen DNA Methylgruppen hinzugefügt. Darum kann der Prozess der DNA-Methylierung genutzt werden, um das epigenetische Alter von Hunden und Menschen zu bestimmen. Oder einfach ausgedrückt: An unseren Zellen lässt sich ablesen, wie alt wir sind.

Die Mechanismen der Epigenetik machen sich auch die Wissenschaftler der University of California in San Diego zu Nutze. Unter der Leitung der Genetiker Tina Wang und Trey Ideker verglich das Team die epigenetische Uhr des Menschen mit der von Hunden. Weil einzelne Rassen eine höhere DNA-Homogenität aufweisen, verwendeten die Forscher Blutproben von 104 Labrador-Retrievern und verglichen es mit denen von Menschen und Mäusen.

Neue Formel basiert auf genetischem Alter

Die Ähnlichkeiten des Zellalters waren am größten, wenn die Forscher junge Hunde mit jungen Menschen und ältere Hunde mit älteren Menschen verglichen. „Der Vergleich mit menschlichen Methylomen zeigt eine nicht lineare Beziehung bei der Übersetzung von Hunde- in Menschenjahren, wobei sich der Zeitpunkt der wichtigsten physiologischen Meilensteine ​​zwischen den beiden Arten angleicht“, heißt es in der Forschungsarbeit, die im November auf dem Pre-Print-Portal bioRvic veröffentlicht wurde.

Diese Übereinstimmung des epigenetischen Alters ermöglichte es dem Team, eine Formel zur Berechnung des menschlichen Alters von Hunden abzuleiten. Sie lautet: 16 * ln (epigenetisches Alter des Hundes) + 31. Leider gibt es noch einen Unsicherheitsfaktor, den die Formel nicht berücksichtigt: Die Hunderassen altern unterschiedlich. Während große Rassen über 45 Kilogramm meist nicht älter als 11 Jahre werden, erreichen Rassen mit einem Gewicht bis zu 45 Kilogramm ein Alter von bis zu 14 Jahren. Am längsten leben kleine Rassen. Hunde mit einem Gewicht unter 15 Kilogramm können sogar 20 Jahre alt werden.

Aus diesem Grund wird es wahrscheinlich nie eine Formel geben, die ganz genau ist. Trotzdem ist eine Formel, die das Zellalter berücksichtigt, wesentlich nützlicher als eine Multiplikation der Hundejahre mit Sieben.

So berechnet man das menschliche Alter von Hunden

Um zu berechnen, wie alt Ihr Hund in Menschenjahren ist, multiplizieren Sie den natürlichen Logarithmus des Alters Ihres Hundes mit 16 und addieren Sie dann 31. Ein sieben Wochen alter Welpe kommt nach dieser Formel auf ein Menschenalter von neun Monaten. In dieser Zeit brechen bei Welpen und Säuglingen die Milchzähne durch.

In der Pubertät weichen die tierischen und menschlichen Werte allerdings voneinander ab: Hunde erreichen die Geschlechtsreife schneller und erreichen danach auch eher das Erwachsenenalter. So wird ein fünfjähriger Labrador etwa auf 56 Menschenjahre geschätzt. Weil sich die DNA von Hunden im Alter jedoch langsamer verändert, gleichen sich Hunde- und Menschenalter zunehmend wieder an.

Von Michèle Förster/RND