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Ab Dezember will Botswana wieder Lizenzen für Großwildjäger vergeben.

Botswana erteilt wieder Lizenzen für Großwildjäger

Vor fünf Jahren wurde ein Verbot zur Wildtierjagd ausgesprochen und von Tierschützern als Meilenstein gefeiert. Dieses Verbot will Botswanas Präsident nun wieder kippen. Zuvor war bereits die Jagd auf Elefanten erlaubt worden.

Ab Dezember will Botswana wieder Lizenzen für Großwildjäger vergeben, das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Bereits vor einigen Monaten gab die Regierung Elefanten wieder zum Abschuss frei. Die Begründung: Die Tiere schadeten der Landwirtschaft. Es gebe eine steigende Zahl von Konflikten zwischen Elefanten und Menschen. Das habe Folgen für das Einkommen der Bauern. „Es ist zu erwarten, dass die Jagd erheblich dazu beitragen wird, den Konflikt zwischen Mensch und Tier zu verringern, indem sie lebensfähige und ausgewogene Populationen schafft“, erläuterte Botswanas Machthaber Masisi.

Das Verbot für Trophäenjagd führte 2014 der damalige Präsident Ian Khama ein. Inzwischen ist mit Mokgweetsi Masisi ein neuer Staatschef an der Macht. Dieser verkündete in seiner Rede zur Lage der Nation, dass bis Dezember Jagdquoten vorliegen sollen und zudem Jagdregeln ausgearbeitet werden. Somit könne man noch rechtzeitig mit Marketingmaßnahmen für die Jagdsaison 2020 starten. Botswana gilt als beliebtes Ziel für Luxussafaris. Der ehemalige Machthaber Khama betonte, wie schädlich die Aufhebung des Verbots für den Tourismus sei. Seit dem Bekanntwerden sei die Zahl der Touristen um 15 Prozent gesunken.

Sämtliche Kritik beantwortete der neue Präsident damit, dass sein Vorhaben keine Auswirkungen auf die Elefantenpopulation habe. Bereits im Oktober sagte er gegenüber AFP, Botswana habe eine Kapazität für 50.000 Elefanten, es gebe jedoch 130.000 davon. Immer wieder gibt es Diskussionen um den Konflikt zwischen Tieren und Menschen. In vielen afrikanischen Ländern sind Nationalparks und Tierreservate nicht eingezäunt. So kommt es öfter vor, dass Elefanten und andere Tiere in Dörfer oder über Ackerland wandern und die Ernte zerstören.

Nicht nur Elefanten könnten von der Aufhebung des Verbots zur Wildtierjagd betroffen sein. Auch Leoparden, Löwen, Geparde oder Nashörner könnten darunter leiden.

Botswana scheiterte mit Lockerung bei Elfenbeinhandel

Der Handel mit Elfenbein ist in Botswana seit 30 Jahren verboten. Gemeinsam mit Sambia, Namibia und Simbabwe beantragte der südafrikanische Binnenstaat bei der diesjährigen Artenschutzkonferenz im August eine Lockerung der Richtlinien. Im Artenschutzabkommen ist der Elfenbeinhandel in Anhang I gelistet, was jeglichen Handel verbietet. Die Länder wollten einen Wechsel zu Anhang II erreichen, was einen überwachten Handel unter Bedingungen ermöglicht hätte. Der Elefantenbestand war zwischen 2002 und 2015 durch rigorose Schutzmaßnahmen von 100.000 auf 130.000 gestiegen – eines der Argumente des Länderzusammenschlusses. Schaut man jedoch auf die Spanne von 1980 bis 2015 ist der Bestand von 1,3 Millionen auf 415.000 gesunken. Rund ein Drittel davon lebt in Botswana. Auf der Artenschutzkonferenz wurde mit großer Mehrheit beschlossen, das Verbot für den Elfenbeinhandel beizubehalten.

Von Vanessa Casper/RND