Aktuell
Home | Nachrichten | Wissen | Wie gefährlich ist die Afrikanische Schweinepest?
Die Afrikanische Schweinepest wurde bei einem verendeten Wildschwein Nahe Brandenburg diagnostiziert. Die Seuche ist nicht auf den Menschen übertragbar. Quelle: Lino Mirgeler/dpa

Wie gefährlich ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest ist in der Nähe der deutschen Grenze aufgetaucht. Experten warnen vor einer Ausbreitung in Deutschland. Doch woher kommt der Erreger, wie kann man die Ausbreitung verhindern und für wen ist das Virus gefährlich?

Noch nie war die Afrikanische Schweinepest Deutschland so nah: Nur 80 Kilometer von Brandenburg entfernt ist ein verendetes Wildschwein mit dem Erreger gefunden worden. Experten warnen nun, dass eine Ausbreitung in Deutschland nur noch eine Frage der Zeit sei.

Afrikanische Schweinepest kam durch den Reiseverkehr nach Europa

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in den letzten Jahren immer weiter in Europa aus. Auf Sardinien kommt der Erreger schon seit Jahrzehnten vor und bricht immer wieder aus, wie das Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) informiert.

Von Afrika kam die Afrikanische Schweinepest (ASP) durch den Reiseverkehr erst nach Georgien und griff von dort aus nach Armenien, Aserbaidschan, Russland, Ukraine und Weißrussland über. In Osteuropa sind mittlerweile Fälle von ASP in Ungarn, Polen, im Baltikum, Moldawien, Rumänien, Bulgarien, der Slowakei und Serbien bestätigt – in Westeuropa kommt Belgien hinzu.

Tschechien bekämpft Afrikanische Schweinepest erfolgreich

In Asien sieht die Situation noch bedrohlicher für Wild- und Hausschweine aus. Innerhalb eines Jahres hat sich die Afrikanische Schweinepest dort in weiten Teilen Chinas und vielen Nachbarländer ausgebreitet. Inzwischen seien weite Teile Chinas betroffen, schreibt das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Auch in Tschechien grassierte die Afrikanische Schweinepest, wurde aber durch hermetische Abrieglung der Ausbruchsherde bekämpft und ist dort seit April 2018 nicht wieder aufgetreten.

Erreger der ASP ist nicht auf den Menschen übertragbar

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit informiert, dass die Afrikanische Schweinepest eine anzeigepflichtige Tierseuche ist, die hochgradig ansteckend, fieberhaft verlaufend und fast immer tödlich ist. Sie ist nicht auf den Menschen übertragbar – auch nicht durch den Verzehr von Schweinefleisch – und befällt Haus- und Wildschweine.

Schweine können sich auch indirekt anstecken

Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest kann direkt oder indirekt übertragen werden. Bei einer direkten Übertragung von Tier zu Tier wird das Virus von einem erkrankten Tier ausgeschieden – die höchste Konzentration findet sich in Blut und Gewebe, in geringerer Menge auch in Speichel, Urin, Kot oder Sperma.

Bei der indirekten Übertragung gilt Blut und Gewebe ebenfalls als das größte Ansteckungsrisiko – das virushaltige Material haftet dann an kontaminierten Gegenständen, wie etwa Schlachtresten, Kleidung, Fahrzeugen oder Futtermitteln. Eine indirekte Ansteckung ist auch durch Speiseabfälle möglich, da das Virus mehrere Monate über Lebensmittel ansteckend bleiben kann.

Tote (Wild-)Schweine müssen sofort gemeldet werden

Die Erkrankung mit ASP ist teilweise schwer zu erkennen, da sie mit unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Fressunlust, Atemproblemen, Durchfällen oder auch Bewegungsunlust einhergehen kann. In der Mehrzahl der Fälle führt die Erkrankung innerhalb einer Woche zum Tod.

Die Viren sind sehr widerstandsfähig. So kann der Erreger im Kadaver eines Schweines mehrere Wochen bis Monate übertragbar sein – im Blut monatelang und in Gefrierfleisch sogar jahrelang. Wer also ein totes Wildschwein findet, sollte es auf keinen Fall berühren, sondern sofort das zuständige Veterinäramt informieren.

Maßnahmen zur Bekämpfung der ASP in Deutschland

Bislang ist in Deutschland noch kein Fall von Afrikanischer Schweinepest aufgetreten – der Fund des infizierten Wildschweines nahe Brandenburg lässt Experten jedoch Böses ahnen. Das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest und hat Maßnahmen für die Bekämpfung von ASP herausgegeben, falls das Virus bei deutschen Wildschweinen gefunden wird.

Von Heidi Becker/RND