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Eine Form des Protests: Ein Grafitti mit dem Schriftzug Moderne Sklaverei auf einer Wand in Berlin. Quelle: imago images/Emmanuele Contini

Internationaler Tag zur Abschaffung der Sklaverei: Wie steht es um Ausbeutung und Zwangsarbeit heute?

Genau heute vor 70 Jahren haben die Vereinten Nationen die Konvention über die Bekämpfung des Menschenhandels und der Ausbeutung anderer Personen verabschiedet. Was hat sich seither getan? Ist Sklaverei möglicherweise auch heute noch ein Thema?

70 Jahre sind vergangen, seit die Vereinten Nationen am 2. Dezember 1949 die Konvention über die Bekämpfung des Menschenhandels und der Ausbeutung anderer Personen verabschiedeten.

Doch auch heute noch, einige Jahrzehnte später, ist Sklaverei ein weltweites Thema – wenngleich in anderer Ausprägung. Gregor Delvaux de Fenffe vom Wissenschaftsmagazin Planet-Wissen fasst es so zusammen: Kinderarbeit, Zwangsprostitution, politische Gefangenschaft, Rekrutierung von Kindersoldaten sowie die klassischen Formen der Leibeigenschaft und wirtschaftlichen Ausbeutung sind die modernen Formen der Sklaverei. Amnesty international berichtet gar von einem „regelrechten Sklavenmarkt in Libyen“, wo „junge und starke Farmarbeiter“, zumeist Flüchtlinge und Migrantinnen und Migranten, für 400 US-Dollar pro Person verkauft werden. Amnesty International bezieht sich dabei auf ein Video, das zuvor von CNN veröffentlicht wurde.

Unmenschliche Zustände und Menschenhandel

Weltweit arbeiten etwa 190 Millionen Kinder im Alter zwischen fünf und 14 Jahren in Kinderarbeit und und das nicht selten in Verhältnissen, die denen der Sklaverei ähneln, so die aktuellen Schätzungen von Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Vor allem in nicht industrialisierten Ländern würden versklavte Kinder für die Arbeit auf Plantagen, in Bordellen oder im Haushalt missbraucht.

Einen großen Teil der modernen Sklaverei nehmen die Zwangsprostitution und der organisierte Menschenhandel ein. Seit dem Zusammenbruch der damaligen Ostblockstaaten würden junge Mädchen und Frauen aus Osteuropa nach Deutschland und in andere westeuropäische Länder verschleppt, um sie dort ihrer Papiere zu entledigen und unter unmenschlichen Zuständen zumeist in der Rotlichtszene zu versklaven. Nur die wenigsten der auf diese Weise missbrauchten Frauen und Mädchen könnten sich dem widersetzen oder der Situation entfliehen, weil sie oft weder die Landessprache beherrschten noch Arbeits- oder Aufenthaltsgenehmigung hätten, wie „Planet-Wissen“ in einem Beitrag berichtet.

Organisationen, die sich gegen moderne Sklaverei einsetzen Amnesty International Terre des hommes Anti slavery international solwodi

RND/hmo