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Der Hurrikan Dorian, aufgenommen von der Intenationalen Raumstation ISS aus. Quelle: Nick Hague/NASA/dpa

Hurrikanjäger: So sieht es im Auge des Monstersturms “Dorian” aus

Hurrikan „Dorian“ hinterlässt seine Spur der Verwüstung auf den Bahamas in Zeitlupe. Der Monstersturm bewegt sich zentimeterweise in Richtung Florida. Amerikanische „Hurricane Hunters“, Piloten der Airforce, flogen ins Auge von „Dorian“ – und machten faszinierende Aufnahmen.

Es ist nicht die Ruhe vor dem, es ist die Ruhe im Sturm. Im Zentrum jedes Hurrikans liegt dessen Auge. Dort, in der Mitte des tödlichen Strudels, herrscht eine trügerische Flaute. Regelmäßig unternimmt die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), die nationale Behörde für Ozean und Atmosphäre der USA, Erkundungsflüge in das Auge von Stürmen, bevor sie das Territorium der Vereinigten Staaten erreichen. Dort sammeln die Meteorologen Erkenntnisse über Kurs, Stärke und Verhalten der Hurrikans. Ausgeführt werden diese höchst gefährlichen Exkursionen meist von erfahrenen Kampfpiloten der US-Airforce.

An Bord einer der Flüge der Wetteraufklärungseinheit der Airforce war der Meteorologe und NOAA-Offizier Robert Mitchell, dem an Bord der „Kermit“ das oben stehende Video gelang. Auch seinem Kollegen Jordan Sun McAlister gelangen fantastische Fotos aus dem Auge von „Dorian“, wie „Business Insider“ zuerst berichtete.

Die Bilder entstanden, als „Dorian“ noch ein Kategorie-fünf-Hurrikan war und einer der stärksten Stürme, die jemals über dem Atlantik entstanden, so die NOAA.

Die vertikalen, dicken Wolkenwandstrukturen, die sowohl auf den Fotos wie auch auf den Videos deutlich zu erkennen sind, heißen im Fachjargon der Meteorologen Stadioneffekt – in Anlehnung an die Architektur moderner US-Stadien. Dieses Phänomen taucht nur bei extrem zerstörerischen Stürmen auf.

„Dorian“ war mit einer Geschwindigkeit von 185 Meilen pro Stunde auf die zu den Bahamas zählenden Abaco-Inseln getroffen. Die 298,8 Stundenkilometer sind die höchste jemals gemessene Geschwindigkeit bei einem Landfall, dem Aufeinandertreffen eines Hurrikans mit Landmasse. Mittlerweile hat „Dorian“ „nur noch“ eine Zirkulationsgeschwindigkeit von 193 Kilometern pro Stunde und fräst tosend eine Schneise der Verwüstung durch die Bahamas. Nur innen, im Auge – da ist es totenstill.

Von Daniel Killy/RND