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Eine Pisa-Auswertung zeigt: Mädchen wollen Lehrerin werden, Jungs IT-Spezialist. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp

Mädchen mit Lehrerinnen-Gen? Weg mit den Klischees!

Mädchen wollen Lehrerin werden, Jungs IT-Spezialist. Das zeigt eine Pisa-Auswertung. Trotz vieler gegenläufiger Bemühungen wirken bei der Berufswahl alte Geschlechterbilder fort. Daran muss sich etwas ändern, kommentiert Tobias Peter.

Berlin. Ist das wirklich immer noch so? Ja, die Zahlen sind eindeutig: Während Mädchen in Deutschland am liebsten Lehrerin werden wollen, sehen sich die Jungen als künftige IT-Spezialisten. Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wenn man 15-Jährige danach befragt, was sie glauben, in welchem Beruf sie im Alter von 30 Jahren arbeiten werden. Das zeigen Daten der Pisa-Studie, in denen die Teilnehmer nach ihren Erwartungen für das Berufsleben befragt wurden.

Die Pisa-Daten belegen, dass die Sicht der Jugendlichen auf ihre berufliche Zukunft traditionell ist. Um Missverständnisse zu vermeiden: Es spricht nichts dagegen, wenn ein Mädchen gern Lehrerin werden will. Das ist ein wichtiger Beruf. Problematisch ist es nur, wenn in der Wahrnehmung von Mädchen technische Berufe gar nicht als Möglichkeit gesehen werden.

Wo vor allem Frauen arbeiten, wird schlecht gezahlt

Dass dies offenbar immer noch passiert, irritiert auch deshalb, weil es längst viele Initiativen gibt, junge Frauen auch für so genannte „Männerberufe“ zu gewinnen. Wer nicht glaubt, dass Frauen ein Grundschullehrerinnen- und Männer ein Ingenieurs-Gen haben, kommt an der Erkenntnis nicht vorbei: Trotz aller Bemühungen wirken alte Geschlechterbilder und Klischees fort.

Darunter, dass etwa der Erzieherberuf, in dem vor allem Frauen arbeiten, auch noch schlecht bezahlt wird, leiden übrigens auch die wenigen Männer, die ihn ergreifen.

Wie lässt sich nachhaltig etwas ändern?

Wir müssen diejenigen, die in Kitas erziehen und in Schulen unterrichten, in der Aus- und Fortbildung noch besser dafür sensibilisieren, Mädchen und Jungen nicht in eine vorgefertigte Richtung zu lenken. Auch für Eltern lautet die Frage: Ist meinem Kind wirklich hinreichend bewusst, dass ihr oder ihm alle Möglichkeiten offenstehen? Es geht um gelebte Freiheit – für Mädchen wie für Jungen.

Von Tobias Peter/RND