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Wissenschaftler hoffen, dass wir in Zukunft durch das Umwandeln der Energie von fallenden Wassertropfen mit Strom versorgt werden können. Quelle: Pixabay

Forscher-Durchbruch: Sind fallende Wassertropfen die Stromquelle der Zukunft?

Ingenieure aus Hongkong melden, dass sie mit nur einem Tropfen Wasser 100 LED-Lichter zum Leuchten gebracht haben. Möglich macht das ein neu entwickelter Generator. Könnte die Technik eine Antwort auf eine drohende Versorgungs-Knappheit mit Strom sein?

Strom produzieren durch fallende Wassertropfen: Dieses Verfahren mithilfe spezieller Generatoren gibt es schon länger. Bislang galt es unter Wissenschaftlern als Energiequelle allerdings als wenig effizient. Ingenieure der City University in Hongkong melden nun einen neuen Durchbruch.

“Unsere Forschung zeigt, dass ein Tropfen Wasser, der aus einer Höhe von 15 Zentimetern freigesetzt wird, eine Spannung von über 140 Volt erzeugen kann und der erzeugte Strom 100 kleine LED-Lichter zum Leuchten bringen kann”, verkündete Professor Wang Zuankai auf der Homepage der Hongkonger Universität.

Neue Bauweise des Wassertropfen-Generators

Eine Studie dazu veröffentlichte der Leiter des Forschungsprojekts im Februar gemeinsam mit Kollegen der Universität Nebraska-Lincoln (USA) und der chinesischen Acadamy of Sciences im Wissenschaftsjournal “Nature”. Zwei Jahre lang arbeiteten die Forscher nach eigenen Angaben daran, den Wassertropfen-Generator für das Umwandeln der fallenden Wassertropfen in Elektrizität weiter zu entwickeln.

Eine spezielle Bauweise des Generators könne die Leistung um das Tausendfache erhöhen, betonen die Ingenieure. Die Zutaten: Eine Aluminium-Elektrode, eine Indiumzinnoxid-Elektrode mit einer darauf platzierten Schicht Polytetrafluorethylen (PTFE). Diese ist für die Speicherung der Ladung verantwortlich. Außerdem fanden die Forscher einen Weg, um die elektrische Energie der einzeln auf der Oberfläche aufprallenden Wassertropfen vereint zu sammeln.

Wassertropfen auf Regenschirm nutzen?

Dadurch gebe es keinen Engpass mehr bei einer geringen Ladungsdichte. Ein Problem, das frühere Forschungsarbeiten beklagten. “Diese bahnbrechende Leistung kann dazu beitragen, die wissenschaftliche Forschung zur Erzeugung von Wasserenergie voranzutreiben und die Energiekrise anzugehen”, hoffen die Wissenschaftler.

Die Vision: Mit dem Umwandeln von fallenden Wassertropfen könne auf das globale Problem der Verknappung erneuerbarer Energien reagiert werden. Wassertropfen-Generatoren könnten in der Zukunft an verschiedenen Orten installiert werden, auf denen Flüssigkeit mit einem Feststoff in Kontakt steht. Etwa auf Fähren, auf Regenschirmen oder sogar in Wasserflaschen.

 

Von Saskia Bücker/RND