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Norwegische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Vogelarten fünfmal schneller aussterben, als bislang gedacht. Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Forscher: Artensterben von Vögeln schneller als gedacht

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Vogelarten fünfmal schneller aussterben, als bislang gedacht. Wissenschaftler halten dabei nicht den Klimawandel, sondern die Zerstörung der Lebensräume für die größte Bedrohung der Tiere. Helfen können Artenschutzprojekte.

Oslo. Vogelarten sterben nach Angaben norwegischer Forscher fünfmal schneller aus als bislang angenommen. Die Wissenschaftler um Folmer Bokma von der Universität in Oslo kamen in einer Forschungsarbeit zu dem Schluss, dass die Arten heutzutage vor dem Aussterben nur noch knapp 3000 Jahre und damit deutlich kürzer als zuvor berechnet existierten. Verglichen mit dem vormenschlichen Zeitalter verschwänden die Tiere gar 1000 Mal schneller, erklärte Bokma. Die Erkenntnisse stützten die Ansicht vieler Wissenschaftler, dass sich die Erde kurz vor einem sechsten Massenaussterben befindet, das vom Zutun der Menschen massiv beschleunigt wird. Ihre Ergebnisse hatten die Wissenschaftler in den „Biology Letters“ der britischen Royal Society vorgestellt.

Aussterben nur letzter Schritt eines Prozesses

Derzeit gibt es knapp 11.000 Vogelarten auf dem Planeten, während 187 Arten im Laufe der vergangenen 500 Jahre ausgestorben sind und sich der Bestand vieler weiterer verringert hat. Bei ihren Berechnungen haben die Osloer Forscher berücksichtigt, dass das Aussterben einer Art nur der letzte Schritt eines längeren Prozesses ist. Bokma und seine Kollegen analysierten dazu die Rote Liste bedrohter Tierarten. Sie prüften, wie sich die Einstufung von mehr als 11.000 Vogelarten zwischen 1988 und 2016 verändert hatte. 361 wurden demnach “hochgestuft”, ihre Population war geschrumpft und ihre Bedrohung hatte zugenommen, auch wenn sie noch nicht ausgestorben sind.

Artenschutzprojekte verringern Aussterberate

Der Klimawandel sei nicht die größte Bedrohung für die globale Artenvielfalt, sondern die Zerstörung natürlicher Lebensräume durch menschliche Aktivitäten, erklärte Bokma. Gleichzeitig hob er eine positive Nachricht der Forschungen hervor: Es habe sich gezeigt, dass Artenschutzprojekte einen signifikanten Effekt hätten. Diese Bemühungen hätten dafür gesorgt, dass die Aussterberate um knapp 40 Prozent verringert worden sei. Es dürfe mit dem Artenschutz jedoch nicht gewartet werden, bis eine Art bereits fast verschwunden sei.

RND/dpa