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Das Hantavirus, an dem in China ein Mann gestorben ist, wird nur von Mäusen oder Ratten übertragen. Quelle: Kimmo Taskinen/STT-Lehtikuva/dpa

Hantavirus: Deshalb ist die Krankheit kein Corona-Nachfolger und keine Bedrohung

Das Coronavirus beschäftigt derzeit Menschen auf der ganzen Welt. Während China kaum Neuinfektionen zu verzeichnen hat, ist dort ein Mann am Hantavirus gestorben. Grund zur Panik besteht deshalb allerdings nicht.

Die Ausbreitung des Coronavirus bringt Krankenhäuser und medizinisches Personal weltweit an ihre Belastungsgrenze. Nun sorgt eine Nachricht aus China für neue Unsicherheit. Einem Bericht der chinesischen Parteizeitung “Global Times” zufolge soll dort ein Mann am Hantavirus gestorben sein.

Die Symptome sind denen des Coronavirus nicht unähnlich: Erkrankte können ebenfalls an Atemnot und Fieber leiden. In den sozialen Netzwerken werden daher schon Vergleiche zur Covid-19-Pandemie gezogen. Laut Virologen sind diese jedoch völlig unbegründet.

Hanta: Keine Übertragung zwischen Menschen bekannt

Laut dem Robert-Koch-Institut sind Hantaviren weltweit verbreitet, allerdings existieren unterschiedliche Virustypen in den jeweiligen Ländern. Auch in Deutschland ist das Virus nicht unbekannt. Im Unterschied zu Covid-19 kann das Hantavirus jedoch nicht von einer Person auf eine andere übertragen werden. Die Infektion ist nur über Kontakt zu Ausscheidungen von Nagetieren wie Mäusen und Ratten möglich. Menschen können sich beispielsweise anstecken, wenn sie die Erreger einatmen oder über eine offene Wunde damit in Berührung kommen.

Obwohl eine Infektion unwahrscheinlich ist, werden laut “Global Times” nun auch 29 Kontaktpersonen des verstorbenen Mannes aus der Provinz Yunnan auf das Hantavirus getestet. Auf die Ergebnisse warte man derzeit noch, teilte die Regierung des Landkreises Ningshan am Mittwoch mit.

Twitter-Nutzer nehmen es mit Humor

Obwohl angesichts der Medienberichte über das Hantavirus einige Menschen bereits fürchten, von der nächsten ansteckenden Krankheit heimgesucht zu werden, nimmt es die Mehrheit der Nutzer im sozialen Netzwerk Twitter mit Humor.

Dort grassieren zahlreiche Memes und ironische Tweets über die vermeintliche Bedrohung durch Hantaviren. Auch Virologen wie Yang Zhanqiu von der Wuhan University halten eine Hanta-Epidemie für unwahrscheinlich. Normalerweise infizieren sich Menschen auch nicht gleichzeitig mit Hantavirus und Covid-19, sagte er gegenüber der “Global Times”.

In der chinesischen Provinz Yunnan wurden in den vergangenen fünf Jahren mehr als 1200 Infektionen mit dem Hantavirus gemeldet.

Von Michèle Förster/RND