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Die Earth Hour 2019 mit ausgeknipstem Brandenburger Tor in Berlin – dieses Jahr sind Publikumevents wegen der Corona-Pandemie nicht vorgesehen. Quelle: Markus Schreiber/AP

WWF: Earth Hour 2020 findet statt – trotz Corona-Krise

Licht aus für den Umweltschutz: Seit 13 Jahren machen Millionen Menschen weltweit bei der Earth Hour mit. Auch in der dunklen Stunde der Corona-Krise soll diese Solidaraktion stattfinden. Mit Ideen für Aktionen, die auch vom heimischen Sofa aus machbar sind.

Hannover. Mit dem Ausschalten von Lichtern setzen Millionen Menschen in aller Welt jeweils Ende März ein Zeichen für mehr Klima- und Umweltschutz. Die Dunkelheit soll auf Ressourcenverschwendung hinweisen und die Menschen zum Nachdenken bringen. Auch in der dunklen Stunde der Corona-Krise will die Umweltstiftung WWF nicht auf das Innehalten für Natur und Umwelt verzichten. Sie empfiehlt am kommenden Samstag, 28. März, eine virtuelle Teilnahme, um Ausgehbeschränkungen angesichts der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu respektieren. Die Earth Hour (“Stunde der Erde”) findet seit 2007 statt.

“Mit dem symbolischen Lichtausschalten im eigenen Zuhause können wir auch in Zeiten der Corona-Pandemie ein Zeichen für die Solidarität untereinander und für den Planeten setzen”, sagte Marco Vollmar von der Geschäftsleitung des WWF Deutschland. “Wir erleben gerade, wie verletzlich unser Alltagsleben und unser Wirtschaftssystem sind.” Nur eine klimaneutrale Wirtschaft könne in Zukunft Risiken der Erderhitzung mindern.

Heimische Aktivitäten zur Earth Hour

Die Earth Hour steht unter dem Motto: Time to Act – Zeit zu handeln. Auch der WWF Deutschland hat Vorschläge für Licht-aus-Aktionen in Krisenzeiten: etwa einen Earth-Hour-Profilbildrahmen auf Facebook hochladen, oder Selfies aus dem Dunkeln in sozialen Medien posten, mit dem Hashtag #EarthHour.

Statt mit anderen Menschen irgendwo auf der Welt am 28. März um 20.30 Uhr abends abgedunkelte Monumente wie das Opernhaus in Sydney, das Brandenburger Tor oder den Chrysler-Wolkenkratzer in New York zu betrachten, schlägt der WWF zudem heimische Aktivitäten vor. Zum Beispiel ein Dinner bei Kerzenschein. Dafür liefert die Organisation auf ihrer Webseite Vorschläge für besonders umweltschonende Zutaten: zum Beispiel Maramabohnen aus der Kalahari-Wüste oder Braunalgen aus Südkorea oder Japan. Campen im Wohnzimmer mit einem Zelt aus Bettlaken ist eine weitere Idee, oder ein Filmabend bei Kerzenlicht.

“Die Natur gibt uns Essen, Wasser und saubere Luft und ist einer unserer stärksten Verbündeten gegen den Klimawandel”, meinte der Generaldirektor von WWF International, Marco Lambertini. Er ruft die Menschen auch zu einer WWF-Onlineaktion auf: Voice for the Planet – Stimme für den Planeten. Hunderttausende weltweit haben die Onlinepetition schon unterschrieben, die einen “Neuen Deal für Menschen und Planeten” fordert.

Earth Hour 2019: Über 380 deutsche Städte waren dabei

Seit 2007 hat die Aktion Earth Hour nach Angaben des WWF Millionen Menschen weltweit zum Einsatz für den Umwelt- und Klimaschutz inspiriert. In Deutschland nahmen im vergangenen Jahr mehr als 380 Städte mit Aktionen teil. Seitdem seien in Argentinien 3,5 Millionen Hektar Seegebiet zur Schutzzone erklärt worden und in Uganda 2700 Hektar Wald. In Russland hätten Aktivisten neue Gesetze zum Schutz von Wald und Meer auf den Weg gebracht, in Ecuador ein weitreichendes Verbot von Wegwerfprodukten aus Plastik. WWF Indonesien habe in 13 Küstenstädten mehr als 20.000 Mangrovensetzlinge gepflanzt.

Dieses Jahr nimmt die Earth Hour im Inselstaat Samoa ihren Anfang, wo die Menschen um 7.30 Uhr deutscher Zeit ihre Lichter ausschalten. 25 Stunden später knipsen die Bewohner der Cookinseln und von Französisch-Polynesien ihre Lampen wieder an und beenden damit die Earth Hour für das Jahr 2020.

RND/dpa/ame