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Die Ruhe nach dem Virus-Sturm:Der Sikiort Ischgl in Tirol ist dicht. Quelle: Jakob Gruber/APA/dpa

Corona: Infektion in Ischgl vertuscht? Verbraucherschützer sammelt Zeugenaussagen für Sammelklage

Nach den massenhaften Corona-Infektionen, die sich Urlauber im Tiroler Wintersportort Ischgl zugezogen hatten, reißt die Kritik an den Verhältnissen vor Ort nicht ab. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft, ob die Infektion einer Kellnerin Anfang März absichtlich nicht gemeldet wurde. Ein Verbraucherschützer bereitet derweil eine Sammelklage vor.

Ischgl. Die Kritik am Land Tirol und vor allem dem beliebten Wintersportort Ischgl als mögliche Keimzellen des Coronavirus reißt weiterhin nicht ab. Ein österreichischer Verbraucherschützer hat nach eigenen Angaben inzwischen 400 Zuschriften von Menschen gesammelt, die glauben, sich in Tirol mit Sars-CoV-2 infiziert zu haben. “Den Schwerpunkt bilden derzeit deutsche Urlauber mit 356 Meldungen. Bislang betreffen rund 90 Prozent der Meldungen Ischgl und das Paznauntal” teilte Peter Kolba vom Verbraucherschutzverein VSV mit. Die Zuschriften sammelt er seit Mittwoch.

Coronavirus in Tirol und Ischgl: Vorbereitung einer Sammelklage

Kolba hatte Anfang der Woche zunächst Tirols Landeschef Günther Platter, Landesräte, Bürgermeister und Seilbahngesellschaften bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Die teilte aber mit, dass sie auf der Grundlage von gesammelten Medienberichten keine Ermittlungen einleiten werde. Daher wolle er nun Zeugen und die Schilderungen von Betroffenen anbieten, “die den Verdacht, dass aus kommerziellen Gründen die Schließung der Ski-Gebiete verzögert wurde, verstärken”, sagte Kolba. Mittlerweile holt er zur Vorbereitung der Sammelklage für den VSV eben diese Zeugenaussagen ein.

Kritik an Tirol: Skibetrieb zu Corona-Krise nicht rechtzeitig eingestellt

Das Land Tirol wird seit Tagen dafür kritisiert, im Kampf gegen das Coronavirus den Skibetrieb nicht schnell genug eingestellt zu haben. Vor allem Ischgl rückte in den Fokus, weil dort ein Barkeeper einer beliebten Après-Ski-Bar Anfang März positiv auf das Virus getestet wurde und zuvor zahlreiche Gäste angesteckt haben könnte. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft zum Verdacht, dass der positive Coronavirus-Test einer Mitarbeiterin eines weiteren Ischgler Gastronomiebetriebes Ende Februar nicht den Behörden gemeldet wurde.

RND/dpa