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In der Corona-Krise hat die Abholzung in Amazonien um 55 Prozent zugelegt. Quelle: Eraldo Peres/AP/dpa

Brasilien: Höhere CO2-Emissionen wegen Regenwald-Abholzung

Die Abholzung im brasilianischen Regenwald hat in der Corona-Pandemie dramatisch zugenommen. Illegale Holzfäller nutzen die Gunst der Stunde und plünderten unbeobachtet die Wälder. 2020 könnten dadurch in Amazonien 51 Prozent mehr Emissionen ausgestoßen werden.

Rio de Janeiro. Während der CO2-Ausstoß wegen der Einschränkungen in der Corona-Krise in vielen Ländern der Welt zurückgegangen ist, könnte er in Brasilien um zehn bis 20 Prozent steigen. Darauf deutet eine Studie des renommierten Observatório do Clima, eines nicht-staatlichen Klimaschutz-Netzwerks, hin.

51 Prozent mehr Emissionen

Der starke Anstieg der Abholzung im brasilianischen Amazonas-Gebiet in diesem Jahr gleicht den Rückgang der Emissionen aufgrund der verringerten Wirtschaftsleistung demnach aus. Falls die Entwaldung im Mai, Juni und Juli diesen Jahres der des Vorjahreszeitraums gleichen sollte, könnten der Studie zufolge in Amazonien 2020 51 Prozent mehr Emissionen als 2018 ausgestoßen werden.

Die Abholzung im Amazonasgebiet hat im Schatten der Covid-19-Pandemie dramatisch zugenommen. 1200 Quadratkilometer abgeholzten Regenwaldes hatte das Nationale Institut für Weltraumforschung Inpe, das Satellitenbilder auswertet, für die ersten vier Monate des Jahres vorläufig registriert. Das entspricht einem Anstieg um 55 Prozent im Jahresvergleich. Während die Corona-Krise Umweltbeamte in ihrer Arbeit in Brasilien und in anderen Ländern einschränkt, machen illegale Holzfäller und Plünderer anderer Ressourcen einfach weiter. Vielerorts nutzen arbeitslos gewordene Menschen den Wald nach Angaben des WWF Deutschland als Einnahmequelle.

RND/dpa