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In der Corona-Krise ist Kreativität gefragt: Einige Kirchengemeinden halten ihre Gottesdienste bei schönem Wetter nun im Freien ab. Quelle: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dp

Neue Corona-Fälle nach den Lockerungen: Restaurants und Kirchen ins Freie verlegen?

Nach den Lockerungen haben sich mehrere Menschen nach einem Restaurant- und Kirchenbesuch mit dem Coronavirus infiziert. Sind die aktuellen Auflagen für Betreiber also nicht effektiv genug?

Kaum treten die Lockerungen in Kraft, sorgen aktuelle Infektionen erneut für Verunsicherung. In einem Lokal in Ostfriesland und in einer Kirche in Frankfurt haben sich mehrere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Experten raten zu frischer Luft in solchen Räumen. Aber sollten nun Restaurants und Cafés ins Freie verlegt werden?

Mehr als 50 Menschen nach Restaurantbesuch in Quarantäne

Das Restaurant Alte Scheune nahe Leer in Ostfriesland musste bereits eine Woche nach der Wiedereröffnung coronabedingt schließen. Nach der Wiedereröffnung am 15. Mai wurde ein Gast positiv auf das Virus getestet, Gäste und das Personal mussten sich daraufhin in Quarantäne begeben. Das Restaurant hatte betont, Hygienerichtlinien eingehalten zu haben, trotzdem kann eine Ansteckung nicht ausgeschlossen werden. An Christi Himmelfahrt schickte das örtliche Gesundheitsamt deshalb mehr als 50 Menschen in Quarantäne – sie alle waren zwischen dem 15. und 18. Mai in der Alten Scheune zu Gast gewesen.

In Deutschland konnten in fast allen Bundesländern Restaurants und Cafés Mitte Mai wieder öffnen. Nach der zweimonatigen Corona-Zwangspause hatten sie sich jedoch an strenge Auflagen zu halten. Mitunter hatten die Gäste einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu halten und beim Betreten des Lokals eine Maske zu tragen. Außerdem müssen Besucher ihre Kontaktdaten hinterlassen, um sie im Falle einer neuen Corona-Infektion kontaktieren zu können.

Mehrere Gemeindemitglieder im Krankenhaus

Nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt haben sich laut Deutscher Presse-Agentur mehrere Mitglieder mit dem Coronavirus infiziert. Die meisten von den Infizierten seien zu Hause, sechs befinden sich offenbar in Krankenhäusern. Wie viele Gemeindemitglieder sich infiziert haben, ist unklar. Der Gottesdienst sei am 10. Mai gewesen.

Religiöse Versammlungen sind seit dem 1. Mai unter Auflagen wieder erlaubt. So muss in Kirchen und anderen Gotteshäusern der Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den Menschen eingehalten werden, nötig sind zudem weitere Hygienemaßnahmen wie das Aufstellen von Desinfektionsspendern.

Experten raten zu frischer Luft

Mit zahlreichen Regeln und Maßnahmen sollte eine Ansteckung an öffentlichen Orten eigentlich verhindert werden. Experten haben mehrfach schon dazu geraten, die Räume ordentlich zu lüften und Flächen zu desinfizieren. Am besten sitzt man also auch laut Virologe Christian Drosten im Außenbereich, wie er im NDR-Podcast zum Coronavirus erklärt. Denn laut seiner Einschätzung würden die Aerosole dort eher weggeweht werden, statt in der Luft stehen zu bleiben.

Was in Restaurants funktioniert, könnte auch Gläubigen helfen. Bei Freiluft-Gottesdiensten ist die Ansteckungsgefahr nicht nur geringer, es könnten auch deutlich mehr Menschen unter den Abstandsregeln zusammenfinden. Damit könnten Kirchen ihren Gemeindemitgliedern eine sicherere Alternative bieten zu den Zusammenkünften mit wenigen Teilnehmern oder auch den Onlinegottesdiensten.

Hygienemaßnahmen weiterhin beachten

Trotz der Lockerungen haben sich die Menschen außerdem an die vom Bundesministerium für Gesundheit empfohlenen Hygienemaßnahmen zu halten: Waschen Sie regelmäßig und ausreichend lange Ihre Hände mit Wasser und Seife, niesen oder husten Sie in die Armbeuge oder in ein Taschentuch, halten Sie die Hände vom Gesicht fern, vermeiden Sie Berührungen und halten Sie ausreichend Abstand zu anderen Menschen. Wer sich krank fühlt, sollte das Betreten von öffentlichen Räumen grundlegend vermeiden und zu Hause bleiben.

RND/tmo