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Biologen von der Umweltbehörde untersuchen nun, inwieweit die Corona-Beschränkungen auch zu einer Verbesserung der Meereswasserqualität in Italien beigetragen haben. Quelle: Domenico Stinellis/AP/dpa

Weniger Touristen: Corona-Pandemie führt zu besserer Wasserqualität an Italiens Küsten

Italiens Strände waren im Zuge des Corona-Lockdowns die letzten Wochen wie leergefegt. Ergebnisse von Untersuchungen haben nun eine Abnahme der Meeresverschmutzung in diesem Zeitraum gezeigt. Möglicherweise spielen auch andere Faktoren wie wenig Regen eine Rolle.

Die Wasserqualität an Italiens Küsten und Stränden hat sich infolge der Ausgangs- und Reiseverbote während der Corona-Pandemie erheblich verbessert. In am Samstag veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen einer landesweiten Untersuchung der Meereswasserqualität heißt es, insbesondere in der Umgebung Roms sei die Verschmutzung um 30 Prozent zurückgegangen.

Auch andere Faktoren könnten die Wasserqualiät verbessert haben

Vertreter von Umweltbehörden erklärten, es sei noch nicht geklärt, ob der Rückgang allein auf den Corona-Lockdown zurückzuführen sei. Wechselnde Meeresströmungen und wenig Regen im April und Mai könnten ebenso Faktoren sein: Der geringe Niederschlag könnte dazu geführt haben, dass aus der Landwirtschaft weniger Gülle und Düngemittel ins Meer gespült worden seien.

Der Generaldirektor der Umweltbehörde der römischen Region Latium (Lazio), Marco Lupo, hob aber auch Auswirkungen des im März zum Stillstand gekommenen Tourismus hervor: Normalerweise kommen 30 Millionen Touristen während des Frühjahrs nach Rom, was Abwassersystem und Kläranlagen der Region stark belastet. Zudem durften viele Italiener nicht ihre Zweitwohnungen an der Küste aufsuchen, was ebenfalls typischerweise die örtlichen Kläranlagen überlastet. „Dieses Jahr waren die Küstenorte viel weniger bevölkert, was die (von Menschen verursachte) Belastung verringert hat“, sagte Lupo der AP.

Das Meer muss geschützt werden

Umweltminister Sergio Costa hatte die Studie am 15. April in Auftrag gegeben, er bezeichnet sie als eine „Fotografie“ der italienischen Meeresgewässer. „Diese Fotografie wird ein Referenzpunkt für die künftige Kontrolle des Meers, der Seen und Flüsse, damit wir besser für die Natur und unser Land sorgen können“, erklärte er.

Der Kommandant der Küstenwache von Latium, Admiral Vincenzo Leone, sprach von einem „Bluttest der See“, aus dem Konsequenzen zu ziehen seien. „Es gibt nur ein Meer und wir müssen es schützen. Wenn das Meer zu uns spricht, müssen wir ihm zuhören.“

RND/AP