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Der Andock-Vorgang ist geglückt: Die SpaceX Crew-Dragon-Kapsel hat sich mit der ISS verbunden. Quelle: dpa/NASA TV/RND-Montage

Space-X-Kapsel hat erfolgreich an die ISS angedockt

Historischer Moment im Schatten der US-Unruhen um den Tod von George Floyd: Erstmals seit neun Jahren sind wieder Astronauten von den USA aus zur Internationalen Raumstation (ISS) gestartet und haben dort erfolgreich angedockt. Die US-Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley erreichten die Raumstation nach 20 Stunden Flug.

Der Tod von George Floyd führt den USA weiterhin die eigene Zerrissenheit vor Augen. US-Präsident Donald Trump heizt dabei die Stimmung unaufhaltsam an. Doch nun gibt es wieder einen Grund zur Freude, einen Moment der Ablenkung: Die bemannte Raumkapsel des privaten Raumfahrtunternehmens Space X hat am Sonntag an die Internationale Raumstation (ISS) angedockt. Das Manöver sei erfolgreich verlaufen, teilte die Nasa mit. Nach rund 20 Stunden Flug mit der Crew-Dragon-Raumkapsel sind zwei US-Astronauten an der ISS angekommen.

Die beiden Astronauten Doug Hurley und Bob Behnken die Internationale Raumstation ISS mittlerweile betreten. Nachdem sie zuvor das Andockmanöver, die Öffnung der Luken und andere Aufgaben erfüllt hatten, wurden sie von den drei Besatzungsmitgliedern der ISS begrüßt, ihrem Landsmann Chris Cassidy sowie den beiden Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner.

Kapsel erreicht ISS nach 20 Stunden

Am Samstag war die Raumkapsel mit einer Falcon-9-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral abgehoben. “Geschichte” ist geschrieben worden“, kommentierte die Nasa per Kurznachrichtendienst Twitter. Nasa-Chef Jim Bridenstine sprach von einem “wundervollen Tag”. Trump feierte den Start als “heldenhafte Tat”. Die kommerzielle Raumfahrt sei die Zukunft. “Ein neues Zeitalter amerikanischen Ehrgeizes hat jetzt begonnen.”

Space-X-Gründer Elon Musk zeigte sich tief bewegt. “Ich bin wirklich emotional sehr überwältigt, es ist schwer für mich zu sprechen”, sagte Musk bei einer Pressekonferenz nach dem Start. 18 Jahre lang habe er auf dieses Ziel hingearbeitet. “Ich glaube, es ist etwas, worüber die Menschheit sich freuen kann und worauf sie stolz sein kann.” Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hieß seine beiden Raumfahrerkollegen via Twitter “willkommen zurück im Weltraum” und gratulierte Space X für die “solide Leistung”.

Space X: Elon Musk darf jubeln

Die Raumfahrtnation Russland beglückwünschte die USA zum erfolgreichen Start. “Im Kosmos ist schon alles passiert, und es ist unabdingbar, mindestens zwei Transportsysteme zu haben”, teilte der Sprecher der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Wladimir Ustimenko, am Sonntag in Moskau mit. „Jetzt werden nicht nur Russen zur ISS fliegen, sondern auch Amerikaner. Das ist wunderbar!“

Hurley und Behnken berichteten auch sonst von keinerlei Problemen. Zu Testzwecken hatten sie zuvor bereits einmal manuell die Kontrolle übernommen. Laut Behnken war die Steuerung dabei sehr gut. Den Start selbst beschrieben die beiden als ruckeliger als erwartet.

Sowohl Space X als auch die Nasa wollten nach dem erfolgreichen Start am Samstag noch nicht vorschnell feiern. Das Andockmanöver war der zweite wichtige Meilenstein, der dritte dürfte die geplante Wasserlandung in ein paar Monaten sein. Wie lange Hurley und Behnken genau auf der ISS bleiben sollen, ist noch nicht entschieden. An Bord sind aktuell zwei Russen und ein Amerikaner.

Raumfahrer aus den USA zur ISS gestartet

Der Crew Dragon war am Samstag mit einer Falcon-9-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus gestartet. Es war das erste Mal seit neun Jahren, dass Astronauten von den USA aus zur ISS starteten – und der erste bemannte Start der Nasa in Zusammenarbeit mit einem privaten Raumfahrtunternehmen.

RND/ka/dpa/AP