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Die Stätte der australischen Aborigines in der westaustralischen Region Pilbara wurde zerstört. (Symbolbild) Quelle: Renata Wright/Pixabay

46.000 Jahre alte Aborigines-Höhlen durch Bergbau zerstört

In den Höhlen wurden Artefakte gefunden, die auf die Bewohnung durch Menschen während der letzten Eiszeit hinwiesen. Die verantwortliche Bergbaufirma entschuldigte sich für die Zerstörung. Die Sprengung war legal, aber offenbar ein Versehen.

Pilbara. Eine 46.000 Jahre alte Stätte der australischen Aborigines in der Region Pilbara ist zerstört worden. Die Höhlen wurden von der Bergbaufirma Rio Tinto gesprengt, als sie ein mit den Behörden vereinbartes Eisenerzprojekt erweiterte, wie unter anderem die BBC berichtet. In der Stätte in der Juukan-Schlucht wurden Artefakte entdeckt, die sich als wichtig für die Wissenschaft herausstellten.

Wertvolles Artefakt in Höhlen entdeckt – Firma entschuldigt sich für Sprengung

Forscher konnten beispielsweise durch einen in den Höhlen gefundenen Gürtel, der aus menschlichem Haar bestand, eine genetische Verbindung mit den heutigen Eigentümern der Stätte herstellen: den Puutu Kunti Kurrama und den Pinikura (PKKP). Der britisch-australische Konzern Rio Tinto bat um Verzeihung für die Sprengung, die vor einer Woche passierte: “Wir entschuldigen uns für das Leid, das wir verursacht haben”, sagte Chris Salisbury, ein Geschäftsführer des Unternehmens.

Salisbury weiter: “Wir zollen den Puutu Kunti Kurrama und den Pinikura unseren Respekt.” Die Bergbaufirma werde weiter mit den PKKP zusammenarbeiten, “um aus den Ereignissen zu lernen und unsere Partnerschaft zu stärken”. Die Pläne anderer Standorte in der Juukan-Schlucht würden sofort überprüft. Für die Firma ist neben Eisenerz auch Bauxit und der Abbau von Diamanten besonders wichtig.

Ein “verheerender Schlag” und “unverständlich”: Ärger über Zerstörung der Stätte

Der Vorfall fand nur kurz vor dem nationalen Aussöhnungstag in Australien statt, der auf gute Beziehungen der verschiedenen Gruppen Australiens abzielt. Die Zerstörung der Höhlen hat die Debatte über den Umgang mit indigenen Kulturerbestätten wieder angeheizt. John Ashburton, ein Vertreter der PKKP, sagte, dass der Verlust “ein verheerender Schlag” sei. “Es gibt weniger als eine Handvoll bekannter Aborigines-Stätten in Australien, die so alt sind wie diese. Ihre Bedeutung darf nicht unterschätzt werden”, wird Ashburton von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. “Unser Volk ist zutiefst besorgt und traurig über die Zerstörung dieser Höhlen und trauert um den Verlust der Verbindung zu unseren Vorfahren und unserem Land.”

Ken Wyatt, Minister für die Belange der Indigenen, sagte, es sei “unverständlich”, dass die Sprengungen stattfanden. Es habe sich aber, fügte er hinzu, um einen Fehler gehandelt. Das Recht habe in diesem Fall versagt. Das Gesetz in Westaustralien erlaubt die Genehmigung der Regierung, kulturell bedeutende Stätten zu zerstören. Rio Tinto erhielt die Erlaubnis zur Erweiterung des Minenprojekts bereits 2013, bevor die historische Bedeutung der indigenen Stätte anhand der archäologischen Funde erkannt wurde.

RND/bk