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John Kosmalla, Architekt aus Kirchgellersen, ist als „Bauretter“ seit Jahren für RTL II in ganz Deutschland unterwegs und gibt nun auch Tipps beim Lüneburger Portal Musterhaus.net. Foto: Musterhaus.net.

„Es wird zu groß gebaut“

Lüneburg. Wohnen ist für viele Menschen vor allem eine Frage der Größe. Diese Erfahrung hat in seinen mehr als 20 Berufsjahren John Kosmalla gemacht. Der Architekt aus Kirchgellersen ist durch seine Fernsehpräsenz bekannt, seit 2005 moderiert er bei RTL II „Zuhause im Glück – Unser Einzug in ein neues Leben“, seit 2011 ist er auch eines der Gesichter bei der Sendung „Die Bauretter“. Er sagt: „Es wird zu groß gebaut in Deutschland.“ Von seinem fachlichen Rat und seinen Erfahrungen sollen nun jene profitieren, die den Hausbau noch vor sich haben: Kosmalla gibt als Experte Tipps beim größten Hausbau-Portal Deutschlands, dem in Lüneburg ansässigen Musterhaus.net.

„Wenn die Oma dreimal im Jahr zu Besuch kommt, ist der monetäre Aufwand für ihr Gästezimmer deutlich größer, als wenn sie jedes Mal im gehobenen Hotel untergebracht würde.“
John Kosmalla
(Architekt und TV-Bauexperte)

Kosmalla gibt Beispiele für seine Einschätzung hinsichtlich der Größe: „Wenn die Kinder 15 Jahre nach dem Hausbau ausziehen, zahlen die Eltern immer noch das Haus ab. Auch werden Zimmer geplant für Kinder, die dann nie geboren werden. Und viele haben ein Gästezimmer für die Oma. Wenn die dreimal im Jahr zu Besuch kommt, ist der monetäre Aufwand für dieses Zimmer deutlich größer, als wenn die Oma jedes Mal im gehobenen Hotel untergebracht würde.“ Sein Rat laute daher: „Lieber sollte das Haus mitwachsen, wenn also tatsächlich ein weiteres Kinderzimmer gebraucht wird, könnte das Wohnzimmer dafür zeitweise kleiner werden.“

Unternehmen beschäftigt in Lüneburg 15 Mitarbeiter

Der Bauexperte, der fürs Fernsehen meist jenen Eigenheimbesitzern hilft, bei denen schon ziemlich viel schief gelaufen ist, will nun dazu beitragen, dass es so weit erst gar nicht kommt. Dafür arbeitet er nun mit Musterhaus.net zusammen. Das 2006 gegründete Unternehmen beschäftigt in Lüneburg 15 Mitarbeiter, dazu weitere vier in Essen, und erwirtschaftet nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von 1,8 Millionen Euro. Wer in Deutschland ein Haus bauen möchte – egal ob in massiver Bauweise oder als Fertighaus – und sich darüber vorab im Internet informiert, dürfte dabei auf die Lüneburger stoßen. Auf der Seite werden aktuell 1627 Musterhäuser inklusive Grundrissen und Preisen aufgelistet, darüber hinaus rund 300 Baufirmen. „Mit bis zu 25.000 Besuchern pro Tag sind wir Marktführer in Deutschland“, sagt Geschäftsführer Patryk Moretto stolz. „In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Inanspruchnahme unseres Informationsangebotes verdoppelt.“ Der Nachrichtensender ntv und das „Deutsche Institut für Sevicequalität“ haben die Lüneburger zudem gerade zum bei den Verbrauchern beliebtesten deutschen Hausbauportal gekürt.

Sie kennen die Trends beim Hausbau

Moretto und sein Team bauen nicht selbst, sie vermitteln nur die Fachleute und Firmen und geben Tipps – zum Beispiel zu Vor- und Nachteilen einzelner Haustypen oder Begriffen wie „schlüsselfertig“ und „bezugsfertig“. Sie kennen die Trends beim Hausbau und den typischen Durchschnitts-Bauherrn: Er ist männlich, 30 bis 35 Jahre alt, will ein 148 Quadratmeter großes Energiesparhaus ohne Keller bauen, hat meist schon das passende Grundstück und für das Haus ein Budget von 284.000 Euro. Dabei spuckt die Statistik aber auch regionale Unterschiede aus: Lüneburger tendieren eher zum Massivhaus als der Bundesdurchschnitt (70 Prozent gegenüber 67 Prozent), und sie nehmen mehr Geld in die Hand: Bundesweit planen 35 Prozent der Bauwilligen mit einem Budget von bis zu 250.000 Euro, in Lüneburg sind es gerade mal 16 Prozent. Dafür geben hier sogar rund 10 Prozent mehr als 450.000 Euro für das Haus aus, bundesweit sind das nur 4 Prozent.

Dazu, dass das Geld gut angelegt ist, will Kosmalla nun beitragen. Regelmäßig gibt er auf dem Portal Tipps, gerade was die Planung angeht. Zugleich unterstützt er als Berater die Nominierung und die Prämierung des „Deutschen Musterhauspreises 2019“, den die Lüneburger vergeben und über den die Nutzer von Musterhaus.net bis August mit abstimmen können.

Von Alexander Hempelmann