Donnerstag , 24. Oktober 2019
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Nicola Mahnke
Im Mieterbund hat sich Nicola Mahnke Hilfe geholt, einige ihrer Nachbarn konnte sie davon auch schon überzeugen. (Foto: fr)

Über 3000 Euro in fünf Jahren gespart

Lüneburg. Eine Einzugsermächtigung für Miete und Nebenkosten hat sie schon lange nicht mehr: Nicola Mahnke wohnt seit 2006 in der Anlage Am Weißen Turm und zahlt jede Rechnung per Dauerauftrag, um Nachzahlungen oder Erstattungen selbst vornehmen zu können. Vier verschiedene Firmen verwalteten das Haus, seit sie dort wohnt, „eine korrekte Nebenkostenabrechnung habe ich noch nie gesehen“, sagt sie und berichtet von Problemen bei der Korrektur der Abrechnung und der Rückzahlung der zu viel gezahlten Beiträge. Im Jahr 2013 ist Mahnke in den Lüneburger Mieterbund eingetreten, seitdem lässt sie ihre Abrechnungen prüfen. Der Schritt hat ihr bares Geld beschert: Über 3000 Euro sparte die 52-jährige Lüneburgerin in den vergangenen fünf Jahren, allein durch die Korrektur ihrer Nebenkostenabrechnung. Letztes Jahr bekam sie 600 Euro zurück.

Manchmal seien die Fehler in den Abrechnungen offensichtlich: „Einmal stand dort die Wartung der Feuerlöscher auf der Abrechnung – aber in diesem Haus gibt es keinen einzigen Feuerlöscher“, erzählt sie. Ein anderes Mal habe sie 250 Euro für die Gartenpflege zahlen müssen, „obwohl dort nichts gemacht wurde“. Aber nicht immer sei es so einfach, die Fehler zu erkennen. In viele Angelegenheiten hat Nicola Mahnke überhaupt keinen Einblick, wie etwa bei der Rechnung für die Müllabholung.

Mahnungen oder Zahlungsaufträge

Darum holte sie sich Hilfe beim Mieterverein. Das Prozedere am Jahresende läuft immer gleich ab: Sobald die tatsächlichen Nachzahlungs- oder Guthabenbeträge errechnet sind und die Frist für eine Korrektur verstrichen ist, zahlt sie den entsprechenden Betrag nach oder bringt ihn selbst in Abzug. Sie erklärt: „Ich stelle die Mietzahlung ein.“ Es könne sein, dass sie daraufhin einen ganzen Monat keine Miete zahle. Zwar schickten ihr in dieser Zeit die jeweils aktuellen Verwaltungen Mahnungen oder Zahlungsaufträge, „aber das wird vom Mieterbund abgeschmettert“.

Wichtig sei ihr, gemeinsam mit dem Mieterbund „gegen diesen Wucher hier anzukämpfen“. Sie versucht auch, weitere Nachbarn in den Verein zu holen. Überzeugen konnte Mahnke bereits zwischen 25 und 30 Bewohner aus den 146 Wohneinheiten in ihrem Block.

Gespannt blickt die Frau auf die Nebenkostenabrechnung für dieses Jahr. Denn das Haus hat seit dem vergangenen Jahr eine neue Verwaltung. Vom Mieterbund wisse sie, was auf den Abrechnungen der vorherigen Jahre nicht gestimmt hat. „Jetzt müssen wir abwarten.“ fr

Mehr zum Projekt unter www.wemgehoertlueneburg.de