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Ein paar uralte, legendäre Hamburger Clubs können sich immer noch halten.

Ein paar alte Clubs leben noch

Hamburg. Clubs mit Party und Musik kommen und gehen, und jede Generation hat ihre eigenen Orte. In den 60ern war es der Star Club, in dem die Beatles dreimal gebucht waren, immer für mehrere Wochen. Jimi Hendrix, Chuck Berry, später aber auch der Ohio Express waren dort, das letzte Konzert spielten 1969 Hardin & York. Aus der Zeit stammt der Kaiserkeller, im Keller ansässig, darüber bietet seit 1985 die Große Freiheit 36 Musik.

Legendär ist das Onkel Pö, wo laut Udo Lindenberg schon 1973 eine Rentnerband spielte. Al Jarreau, Chet Baker, die Talking Heads kamen in den 70er-Jahren nach Eppendorf. Mitte der 80er war Schluss. Vergessen sein mag dagegen das Jazzhouse, in dem schon 1966 Albert Mangelsdorff das Genre neu definierte. Der Club lebt als Knust weiter.

Neben Nochtspeicher, Mojo, Molotow, Prinzenbar, Waagenbau, Häkken wie sie alle heißen halten sich einige Clubs mit langer (Musik-)Geschichte. Zum Beispiel das Gruenspan. In dem Haus öffnete 1889 der erste Tanzsalon der Hansestadt. Das Bau diente als Hippodrom, Kino und Badeanstalt. 1968 wurde es zum Gruenspan, in Erinnerung an den jüdischen Widerstandskämpfer Herschel Grynszpan. Mal Disco, mal Konzert bietet das Haus heute, das ensemble reflektor spielt dort Klassik, meistens aber geht es um Rockiges.

Seit 1974 steht an der Grindelallee das tausendmal totgesagte Logo. „Hamburgs lauteste Sauna“ in einem Ex-Möbelgeschäft setzt auf härtere Klänge. Als Klassiker der Klassiker ist die Fabrik in Ottensen zu nennen. 1971 wurde die Maschinenfabrik umgemodelt und wird für Stadtteilarbeit, Konzerte und Lesungen genutzt. Sonnabends wird im Hallenbau zur Marktzeit gerufen und nicht nur da zeigt sich, dass auch alte Clubs junges Publikum bekommen. Der Live-Tipp für diese Woche in der Fabrik: St. Paul & The Broken Bones am Donnerstag. Mehr Soul geht kaum!

Hans-Martin Koch

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