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Auch LZ-Geschäftsführer Christian von Stern verteilt in der Stadt eine Gratis-,,Wundertüte“ - unter anderem an Irmgard und Lothar Stranninger. Foto: t&w

Der Wundertüten-Tag

Lüneburg. Die ersten Wecker klingeln Montagfrüh um 3 Uhr, ab kurz nach 5 Uhr sammeln sich die LZ-Teams am Bahnhof, steigen um 5.30 Uhr in den ersten Zug Richtung Hamburg. Sie wollen eine ganz besondere Ausgabe der Landeszeitung unter die Leute bringen: die LZ-Wundertüte. Fast doppelt so dick, mit vielen neuen Seiten, Themen, Rubriken und neuen Blickwinkeln möchte die Redaktion mal andere Wege gehen. Und zwar nicht nur in der gedruckten Ausgabe, sondern auch digital – und auf der Straße. Fast 5000 Gratis-Exemplare verteilt ein fast 30-köpfiges Team aus allen Abteilungen der LZ am Bahnhof, in den Zügen und der Innenstadt. Einen Tag lang steht Neugierigen die Zeitung zudem digital und kostenlos zur Verfügung.

„Eine LZ für Sie?“ Erstaunt blickt der Mittfünziger von seinem Handy auf und überlegt einen Moment, bevor er LZ-Archivarin Heidi Staack, die neben ihm im Gang des Zuges steht, eine Ausgabe der „Wundertüte“ aus der Hand nimmt. Auch die Dame, die hinter ihm sitzt und in ihr Buch vertieft ist, nimmt die Zeitung freudig entgegen. Dafür würdigt der junge Mann zwei Sitzreihen weiter die LZ keines Blickes und winkt ab, bevor Heidi Staack nur ein Wort sagen kann. Auch die Gruppe junger Leute am anderen Ende des Waggons kann mit gedruckter Zeitung offenbar nicht viel anfangen.

Auch in der Stadt hat nicht jeder Passant Lust auf eine Überraschung, viele nehmen die „Wundertüte“ allerdings gerne entgegen, manche haben schon im Radio von der Aktion gehört, darüber in den sozialen Netzwerken oder in der LZ gelesen. „Spannende Sache“, findet eine ältere Dame, „ist doch gut, dass Zeitung auch mal was ausprobiert.“

Lob für die Kolumne, Kritik an der Reihenfolge

Einfach mal ausprobieren, das haben sich auch Hans-Herbert Jenckel und Elena Gulli aus der Online-Redaktion gedacht – und sorgen an diesem Vormittag mit ihren Formaten für das etwas andere Facebook-Live-Programm. Statt um 11.30 Uhr, wie üblich, jemand anderem auf den Zahn zu fühlen, lässt sich Jenckel dieses Mal von Sülfmeisterin Meike I. interviewen. Elena Gulli startet um 14 Uhr mit „Speakers‘ Corner“ außerdem ein neues Live-Format – und fragt Passanten vor der IHK, was sie bewegt, was sie mögen an der LZ und was sie sich anders wünschen würden.

Für Rückmeldungen startet die LZ am Montagmorgen außerdem das XXL-Lesertelefon, bis 18 Uhr nehmen Mitglieder der Redaktion in rund 20 Telefonaten Lob, aber auch Kritik zu dieser einmaligen LZ-Ausgabe entgegen. Reaktionen gibt es zudem in den sozialen Netzwerken. „Zu unübersichtlich“, kritisieren einige, „viel zu viel Lesestoff“, bemängeln andere. „Toll“ findet eine Leserin die neue Familienkolumne, Lob erntet auch die neue Wissensseite, für manche Irritation sorgt indes die Titelseite (mehr dazu unten).

Die „Wundertüte“ – sie ist ein Angebot gewesen, ein Experiment, um zu zeigen, was Zeitung alles bieten kann. Wichtig ist uns nun Ihre Meinung. Was hat Ihnen gefallen und was nicht? Was soll bleiben, was nicht? Sagen Sie uns Ihre Meinung und füllen Sie den Fragebogen aus, der am Montag der LZ beilag. Alternativ können Sie auch den Online-Fragebogen beantworten auf www.landeszeitung.de, uns eine E-Mail schreiben (wundertuete@landeszeitung.de) oder anrufen unter 04131/740250.

Von Anna Sprockhoff

Das Titelbild

Kunst ist auch ein Wagnis

Das Titelbild der LZ für die Wundertüte mit einem Kunstwerk und ganz ohne Text hat etliche Reaktionen hervorgerufen. Positive – „das ist mutig“ – und auch negative – „Was soll denn das bedeuten?“ Mancher hat auch die im ähnlichen Farbton gehaltene Anzeige da­runter mit dem Bild von Anton Bröring in Verbindung gebracht.

Chefredakteur Marc Rath will Missverständnissen vorbeugen: „Kunst auf dem Titelbild ist ein Wagnis. Wir haben uns dafür entschieden, unabhängig von der Anzeige, die die Anzeigenabteilung dann akquirieren konnte und die auf dieser, wie auf anderen Seiten, immer vom redaktionellen Teil abgegrenzt ist. Die Farbengleichheit ist purer Zufall – der Künstler kannte die Anzeige nicht, die Sparkasse nicht das Kunstwerk. Ich freue mich über Reaktionen, auch über kontroverse. Deswegen gilt die erste Frage im Fragebogen auch dem Titelbild.“

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