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Kultur lokal

 Es gab fast keinen Müll im Mittelalter

Annette Kehnel führte in eine Zeit, in der Wiederverwertung selbstverständlich war. (Foto: t&w)

Unsere Vorfahren kannten das moderne Wort Nachhaltigkeit wohl noch nicht. Tatsächlich aber haben sie sich so verhalten, dass sie wenig Spuren hinterließen: Abgerissene Gebäude wurden recycelt, was in irgendeiner Form wiederverwertet werden konnte, wanderte nicht in den Müll. Darüber sprach die Historikerin Annette Kehnel bei der Lesung ihres Buches "Wir konnten auch anders".

 Der lange Schatten des Vergessens

Künstler, die sich nicht dem Zeitgeist der NS-Diktatur unterwarfen, fanden in Lüneburg auch in der Zeit nach dem Krieg meistens keine oder kaum Aufmerksamkeit. Darunter fällt das Werk von Ernst Lindemann (1869-1943), dessen Kunst zum Expressionismus zu zählen ist. Werner H. Preuß hat Leben und Kunst Lindemanns gründlich recherchiert und zu einem Buch gebündelt.

 Musikmeile Barnstedt: Das Festival mitten im Festival

Marvel et Elephants. (Foto: privat)

Nach zwei Jahren Coronapause kehrt das größte Musikfestival des Raumes Lüneburg wieder zurück auf die Straße: Die Musikmeile Barnstedt beginnt am Sonnabend, 10. September, um 13 Uhr. Mehr als fünfzig Bands und Solisten sind gemeldet. Der Eintritt ist frei, die Veranstalter hoffen aber auf viele Spenden, die an zwei Institutionen gehen, die Flüchtlingen helfen.

 Der Meister in großer Form

Dirigent Joachim Vogelsänger und Solist Andreas Post. (Foto: t&w)

Die Missa solemnis, die "feierliche Messe", gilt als eines der größten Werke Ludwig van Beethovens. Die Komposition, mit der die Form der klassischen Liturgie gesprengt wurde, ist am Sonnabend, 10. September, in der Lüneburger St. Johanniskirche zu hören. Beethovens Hoffnung, mit der Missa zum Kapellmeister befördert zu werden, erfüllten sich seinerzeit allerdings nicht.

 Theaterfest: Eine Wundertüte mit Ansage

Elisa Reining (von links), Beate Weidenhammer und Berna Celebi stellen sich als Tschechows „Drei Schwestern“ dem Publikum vor. (Foto: t&w)

Am Ende des Theaterfestes steht eine Gala. In der geht es in schnellen Schritten durch die Spielzeit mit Kostproben von Oper bis Komödie, Ballett bis Revue. Das Publikum feiert die Künstler und damit auch das Ende der Corona-Maßnahmen. Bis zu den ersten Premieren sind es nur noch elf Tage.

 Melancholie und Übermut – ein Abend mit Pohlmann

Der Saenger Pohlmann sitzt mit einer Gitarre vor einen Mikrofon und lächelt.

Oft werden Musiker auf ihre Hits reduziert, und manche haben nur einen. Aber der in Hamburg lebende Singer/Songwriter Pohlmann ist nicht auf seinen „Wenn jetzt Sommer wär“-Erfolg zu reduzieren. Er singt ernste Songs und heitere, stellt die Welt auf den Kopf und lädt im ausverkauften Schröders Garten sein Publikum ein, mit Fischen zu fliegen und mit Vögeln zu schwimmen.

 Wir konnten auch anders

Die Historikerin Annette Kehnel präsentiert Beispiele für Nachhaltigkeit als Arbeitsprinzip bei unseren Vorfahren. Der Übersetzer Maximilian Murmann stellt den Roman „Gegenwindschiff“ von Jaan Kross vor. (Fotos: Frank Post, privat)

Nachhaltigkeit als Begriff mag neu sein, der Inhalt an sich ist es nicht. Unsere Vorfahren reycelten vor Jahrhunderten schon als Architekten Baustoffe oder luden zu Second-Hand-Märkten. Darüber spricht die Autorin Annette Kehnel im Heine-Haus, dort beginnt der öffentliche Literaturbetrieb wieder.

 Die Iwanowna spielt mit Heimvorteil

Elisa Reining stellt sich als Natalja Iwanowna in Tschechows "Drei Schwestern" dem Publikum vor. (Foto: phs)

Acht Jahre lebte Elisa Reining in Essen, studierte dort Schauspiel, spielte am Schlosstheater Moers. Jetzt ist sie zurück in der Stadt, in der sie aufwuchs, und tritt ein Engagement am Theater Lüneburg an. Ihre erste Begegnung mit der Lüneburger Bühne hatte sie schon bei einem Schulpraktikum – in der Requisite.