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Geduld ist am Sonnabend gefordert: Zwei bis drei Stunden beträgt die Wartezeit, bevor Impfwillige den gewünschten Piks erhalten. (Foto: t&w)
Geduld ist am Sonnabend gefordert: Zwei bis drei Stunden beträgt die Wartezeit, bevor Impfwillige den gewünschten Piks erhalten. (Foto: t&w)

Mit Bildergalerie: Mini-Impfzentrum am Sande

Warten auf die nächste Impfung: Am Marienplatz haben sich am Sonnabend lange Schlangen gebildet. 414 Impfungen sind am Ende des Tages verabreicht worden, 500 Dosen Impfstoff standen bereit. Ab 29. November soll das Warten in der Kälte dann ein Ende haben. Der Landkreis hat feste Räume gefunden.


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Warten auf die nächste Impfung: Am Marienplatz haben sich am Sonnabend lange Schlangen gebildet. 414 Impfungen sind am Ende des Tages verabreicht worden, 500 Dosen Impfstoff standen bereit. Ab 29. November soll das Warten in der Kälte dann ein Ende haben. Der Landkreis hat feste Räume gefunden.

Lüneburg. Der Landkreis Lüneburg gibt den Standort Marienplatz hinter dem Lüneburger Rathaus für seine mobilen Impfteams auf. „Vom 29. November an impfen wir in Räumen der Industrie- und Handelskammer am Sande“, kündigt Landrat Jens Böther am Sonnabend an und spricht auf Anfrage einer Journalistin von einem „Mini-Impfzentrum“. Aus dem Provisorium mit Containern und Pavillons auf dem Marienplatz werde eine feste Anlaufstelle wie im Gemeinde- und Stadtteilhaus Kredo auf dem Kreideberg. „Menschen, die geimpft werden wollen, müssen dann nicht mehr in Nässe und Kälte warten.“

Auch die neuerliche Einrichtung eines Impfzentrums schließt der Landrat nicht aus, „wenn es denn vom Land gewollt ist“. Dazu bedürfe es allerdings mehr, als den Schlüssel vom Haken zu nehmen und die Tür aufzuschließen. „Wir müssen Räume anmieten und einrichten, Personal einstellen, und das dauert.“ Auf mindestens sechs Wochen schätzt Böther den Vorlauf, bevor in Lüneburg wieder ein Impfzentrum an den Start gehen kann. Zudem sagt er: „Mit den mobilen Impfteams haben wir ein gutes Instrument in der Hand, das jetzt noch einmal aufgestockt wird.“ Künftig sollen fünf statt drei Teams Impfangebote zu den Menschen in Stadt und Kreis bringen.

414 Dosen Impfstoff am Sonnabend verimpft

Am Sonnabend macht sich der Landrat jedoch erst einmal ein Bild von der aktuellen Lage. Seit 8.30 Uhr bildet sich eine lange Schlange vor den Impf-Containern hinter dem Rathaus. Innerhalb kurzer Zeit ist die Reihe der Wartenden auf mehr als 200 Menschen angewachsen, reicht gegen 9.30 Uhr die Reitende-Diener-Straße hinunter bis zur Bardowicker Mauer. Auf zwei bis drei Stunden schätzt der Koordinator der mobilen Impfteams, Joschka Schiller, die Wartezeit. Trotz der Menschenmengen sieht er sein Team gewappnet. „Wir haben 500 Dosen Impfstoff hier. Das reicht für die festgesetzte Imfpzeit von 9 bis 16 Uhr.“ Tatsächlich seien am Sonnabend 414 Menschen geimpft worden, „davon etwa zehn Prozent Erst­impfungen“, teilt Kreissprecherin Katrin Holzmann am Abend mit.

Auch Caroline Günther und ihre zwölf Jahre alte Tochter Sarah warten geduldig darauf, dass sie an die Reihe kommen. „Anfangs waren wir Nummer 162“, erzählt Sarah. Eine Stunde später sind Mutter und Tochter auf Platz 85 vorgerückt. „Das Anstehen und Warten ist für uns kein Problem“, sagt Caroline Günther, „wir wollen ja, dass Sarah ihre Erst­impfung erhält.“ Beim Hausarzt hätte es einen Termin erst im Februar gegeben. Also fiel am Donnerstag der Entschluss, sich bei einem mobilen Team impfen zu lassen. „Am Freitagnachmittag haben wir es schon im Gemeindehaus der Paul-Gerhardt-Gemeinde versucht“, berichtet Caroline Günther, „aber dort war die Schlange zu lang, wir wären nicht mehr drangekommen.“ Also heißt es jetzt warten vor dem Marienplatz – mit guter Laune. „Meckern hilft ja nicht“, sagen Mutter und Tochter lachend.

Booster-Impfung erst sechs Monate nachdem Impfschutz erreicht ist

Unterdessen geht der Leiter der mobilen Impfteams, Dr. Sebastian Graefe, die Reihe ab und spricht mit den Wartenden. „Ich will ihnen unnötige Wartezeiten ersparen“, sagt der Mediziner. Denn immer wieder finden sich Menschen, die erst vor vier oder fünf Monaten ihre Corona-Zweit­impfung erhalten haben. „Die schicken ich nach Hause“, sagt Graefe. Denn eine Booster-Impfung gibt es erst nach sechs Monaten. Warum, erklärt Graefe gern: „Der Schutz gegen eine Covid-19-Erkrankung wird so aufgebaut wie der Schutz gegen viele andere Krankheiten auch.“ Zunächst erhielten Patienten einen Grundschutz durch zwei Impfungen im Abstand von vier bis sechs Wochen. Anschließend bedürfe es einer Auffrischung – als Faustformel gelte: sechs bis zwölf Monate, nachdem der Impfschutz erreicht ist. „Da wir in einer Pandemie leben, ist bei Covid-19 die Auffrischung bereits nach sechs Monaten sinnvoll.“

Zur Verfügung stehen am Sonnabend die Impfstoffe von Biontech (mRNA-Impfstoff), Moderna (mRNA) und Janssen (Vektor-Impfstoff). „Ob bei der Auffrischung eines mRNA-Impfstoffs Biontech oder Moderna gespritzt wird, spielt medizinisch keine Rolle“, sagt Graefe. Der Moderna-Impfstoff müsse nicht verdünnt werden und sei deshalb für die Impfteams einfacher zu handhaben. „Auch zeigen jüngere Studien, dass Moderna möglicherweise noch etwas wirksamer ist als Biontech“, erklärt der Leiter der mobilen Impfteams.

Als Ziel peilt Landrat Jens Böther „5000 Impfungen pro Woche an“. Zudem arbeite der Landkreis an einem Terminvergabe-System: Dann hätte auch das lange Warten auf den ersehnten Piks ein Ende.

Von Malte Lühr

Warten auf die nächste Impfung: Am Marienplatz haben sich am Sonnabend lange Schlangen gebildet. 414 Impfungen sind am Ende des Tages verabreicht worden, 500 Dosen Impfstoff standen bereit. Ab 29. November soll das Warten in der Kälte dann ein Ende haben. Der Landkreis hat feste Räume gefunden.


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