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Wer Kontakt zu einem Infizierten hatte, soll jetzt unbedingt einen PCR-Test machen lassen. Darum bittet der Landkreis Lüneburg. (Foto: Adobe Stock)
Wer Kontakt zu einem Infizierten hatte, soll jetzt unbedingt einen PCR-Test machen lassen. Darum bittet der Landkreis Lüneburg. (Foto: Adobe Stock)

Gesundheitsamt bittet um Hilfe bei Kontaktnachverfolgung

Die Corona-Variante Omikron lässt die Infektionszahlen auch im Landkreis Lüneburg steigen. Um die Ansteckungsketten unterbrechen zu können, bitte das Gesundheitsamt die Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe.

Lüneburg. Mehr als 100 Corona-Infektionen an einem Tag – das ist auch für das Gesundheitsamt des Landkreises Lüneburg ein neuer Rekord. Schätzungsweise ein Drittel der Fälle geht nun auf die Omikron-Variante zurück. Das Team in der Kontaktnachverfolgung arbeitet auf Hochtouren, um alle positiv getesteten Personen noch am selben Tag zu erreichen und Kontakte unter Quarantäne zu stellen, falls notwendig. „Menschen, die innerhalb der letzten fünf Tage Kontakt zu einem positiv Getesteten hatten und Erkältungssymptome entwickeln, sollten umgehend einen PCR-Test durchführen lassen", sagt Dr. Marion Wunderlich, Leiterin des Gesundheitsamts. Möglich sei dies in der Hausarztpraxis, im Testzentrum Haagestraße oder in der Grapengießer-Apotheke in Lüneburg, heißt es in einer Pressemittelung des Landkreises.

Um alle Fälle möglichst schnell abarbeiten zu können, benötigen die so genannten Containment Scouts Unterstützung von den positiv Getesteten: „Wer sich mit dem Coronavirus angesteckt hat, sollte unbedingt eine Liste seiner engen Kontakte mit Telefonnummern und weiteren Infos vorbereiten“, sagt die Gesundheitsamtsleiterin. Eine Musterliste mit den wichtigsten Fragen wird vom Gesundheitsamt zur Verfügung gestellt. „Das gibt uns die Chance, schnell und effizient in die Kontaktnachverfolgung einzusteigen.“ Ziel ist es weiterhin, tagesaktuell alle Fälle abzuarbeiten.

So ist der Ablauf: Wer mit Corona-Verdacht beim PCR-Test war, erhält normalerweise am Folgetag das Ergebnis. Häufig passiert dies per Mail oder App vom Labor, parallel bekommt das Gesundheitsamt eine Nachricht. Bei positivem Befund geht die Nachverfolgung los: Der Infizierte wird angerufen und nach seinen Kontakten befragt. „Wichtig für uns sind enge Kontakte“, erläutert Dr. Marion Wunderlich. „Das sind Menschen, mit denen die oder der Betroffene in den letzten Tagen vor Symptombeginn oder Test mehr als zehn Minuten ohne Maske zusammen war.“ Diese gehen 14 Tage in Quarantäne, damit das Virus möglichst nicht weitergetragen wird und ihre Rechtsansprüche wie Gehalt und Kinderbetreuung gesichert sind. Dazu erhalten die Kontaktpersonen einen Anruf von einem der aktuell etwa 15 aktiven Mitarbeitenden des Teams im Gesundheitsamt sowie einen schriftlichen Bescheid für den Arbeitgeber oder die Schule. Das Gesundheitsamt schaut sich jeden Einzelfall an und bewertet ihn individuell.

In der jetzigen Situation muss das Gesundheitsamt Prioritäten setzen: „Zuerst bearbeiten wir aus den Listen die Kontakte, bei denen wir viele Ansteckungen und schwerwiegende Folgen befürchten müssen“, sagt die Gesundheitsamtsleiterin. „Das kann etwa bei Kontakt zu Risikogruppen sein.“ Wenn der Anruf des Gesundheitsamts auf sich warten lässt, kann aber jeder Einzelne schon selbst handeln: Wer – persönlich oder über die Corona-Warn-App – von einer engen Begegnung mit Ansteckungsgefahr erfährt, sollte konsequent Maske tragen, unnötige Kontakte vermeiden und bei Symptomen zum PCR-Test gehen. Wer ein positives PCR-Testergebnis erhalten hat, aber bis zum späten Abend keinen Anruf vom Gesundheitsamt, wendet sich am besten an das Bürgertelefon unter 04131 26-1000. Mehr Informationen unter corona.landkreis-lueneburg.de.

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