Mittwoch , 12. August 2020

Liveticker zur Flugplatz-Entscheidung

+ + Update, 15. Juni, 11.20 Uhr:

„Ganz offensichtlich ist eine Strategie der Initiatoren des Bürgerentscheids aufgegangen: Sie hatten sich in ihrer Agitation ganz auf den Oberbürgermeister eingeschossen und dabei auch nicht immer einen guten Geschmack bewiesen. Diese Polarisierung wäre vor noch nicht allzu langer Zeit nach hinten losgegangen. Jetzt hat dies zumindest nicht geschadet. Womöglich hat manch einer an der Wahlurne auch dem OB einen Denkzettel verpassen wollen“, resümiert Marc Rath in seinem Kommentar. 

+ + Update, 15. Juni, 10 Uhr:

Die Stadt lieferte genauere Zahlen zum Ergebnis des Bürgerentscheides: Insgesamt stimmten 17.593 Personen mit Ja, 3797 Personen mit Nein, 129 Stimmen waren ungültig. Die Zahl der Abstimmungsberechtigten lag bei 60.315, davon beteiligten sich 21.519 Personen, das entspricht einer Beteiligung von 35,68 Prozent. 6870 Stimmberechtigte nutzten die Möglichkeit der Abstimmung per Brief. Die rund 400 freiwilligen Helferinnen und Helfer hatten den Sonntag über recht gut zu tun, der Wahlraum mit der höchsten Wahlbeteiligung war das Stadtteilhaus ELMplus mit 42,89 Prozent (1434 Stimmberechtigte, 615 vor Ort abgegebene Stimmen, davon 614 gültig), gefolgt von der Igelschule in Hagen mit 39,35 Prozent (836 Berechtigte, 329 abgegebene und gültige Stimmen). Die niedrigste Beteiligung gab es im Schulzentrum Kaltenmoor: 12,34 Prozent (1685 Berechtigte, 208 abgegebene Stimmen, davon 206 gültig), gefolgt vom Hotel Seminaris (17,11 %, 1701 Berechtigte, 291 abgegebene und gültige Stimmen).

Den niedrigsten Zustimmungswert gab es im Wahlraum Anne-Frank-Schule mit 70,92 Prozent Ja-Stimmen (1586 Berechtigte, 337 abgegebene und gültige Stimmen, 239 Ja-Stimmen, 98 Nein-Stimmen). Den höchsten Zustimmungswert gab es im Wahlraum Kita Regenbogen mit 94,80 Prozent Ja-Stimmen (173 von 761 Stimmberechtigten gaben ihre Stimme ab, davon stimmten 164 Personen mit Ja.)

+ + Update, 14. Juni, 21.40 Uhr:

17.593 Ja-Stimmen – mit Reinhard Meys „Über den Wolken“ feiern die Flugplatzfreunde auf dem Vereinsgelände an der Zeppelinstraße den Ausgang des Bürgerentscheids. Hier geht’s zum Video. 

+ + Update, 14. Juni, 20.14 Uhr:

Stadtrat Markus Moßmann, neben ihm Ratsvorsitzende Christel Junge. (Foto: A/t&w)

Stadtrat Markus Moßmann am Sonntagabend: „Der Bürgerentscheid ist ein Instrument der direkten Demokratie. Der Abstimmungstag ist ohne besondere Vorkommnisse verlaufen, ebenso wie die Auszählung am Abend. Das Gesetz sieht vor, dass mit den erreichten Stimmen nun nicht länger die Ratsbeschlüsse von 2014 und 2019 zum Ende der Verpachtung gelten, sondern das Ergebnis des Bürgerentscheids.“

„Das heißt, die Verwaltung wird nun einen Pachtvertrag erarbeiten, diesen Entwurf mit dem Rat abstimmen und sich dort ein entsprechendes Verhandlungsmandat holen und mit dem Luftsportverein sprechen. Das letzte Wort hat dann wiederum der Rat der Stadt. Ziel ist es, in der Sitzung am 27. Oktober 2020 zu einem endgültigen Ergebnis zu kommen, damit wir zum Auslaufen des jetzigen Vertrages eine neue Lösung haben. Über Einzelheiten werden wir sprechen, wenn ein konkreter Vorschlag auf dem Tisch liegt.“

+ + Update, 14. Juni, 20.03 Uhr:

Die Wahl ist beendet, alle Stimmen sind ausgezählt. Das Kreuz bei Ja gesetzt haben schlussendlich 17.593 Lüneburger (82,85 Prozent), mit Nein gestimmt haben 3.797 (17,75 Prozent). 21.519 von 60.315 Stimmberechtigten waren wählen – nach Abzug der ungültigen Stimmen liegt die Wahlbeteiligung bei 35,68 Prozent.

+ + Update, 14. Juni, 20.01 Uhr:

Robin Gaberle, AfD (Foto: t&w)

Mit Robin Gaberle (AfD) sind die Statements der Stadtratsfraktionen komplett: „Wir zählen uns auch zu den Gewinnern, haben von Anfang an für die Verlängerung des Pachtvertrags gekämpft. Wunderbar, wir beglückwünschen den Verein.“

+ + Update, 14. Juni, 19.56 Uhr:

Rainer Mencke, CDU (Foto: t&w)

Rainer Mencke (CDU): „Wir sind nicht überrascht, haben es vielmehr erwartet. Uns war immer klar, dass der Ratsbeschluss nichts mit der Stimmung in der Stadt zu tun hatte. Jetzt kommt es darauf an, eine vernünftige Gesprächsstruktur aufzubauen und vernünftige Eckpunkte für einen neuen Pachtvertrag festzulegen.“

+ + Update, 14. Juni, 19.54 Uhr:

Klaus-Dieter Salewski, SPD (Foto: t&w)

Klaus-Dieter Salewski (SPD): „Das ist der Wunsch der Bürger dieser Stadt. Und den werden wir selbstverständlich respektieren. Eine Erklärung habe ich nicht. Einzelergebnisse erstaunen mich schon, etwa in den Gebieten rund um den Flugplatz.“

+ + Update, 14. Juni, 19.51 Uhr:

Frank Soldan, FDP (Foto: t&w)

Frank Soldan (FDP) zum Ausgang des Bürgerentscheids: „Ich freue mich über die hohe Teilnahme und die Eindeutigkeit des Ergebnisses.“ Es sei ein Arbeitsauftrag an die Verwaltung, „einen neuen Pachtvertrag auszuhandeln, den beide Seiten unterschreiben können. Die 150.000-Euro-Forderung von Ulrich Mädge ist damit vom Tisch. Die Bürger haben etwas anderes gesagt.“

+ + Update, 14. Juni, 19.43 Uhr:

Jetzt fehlt nur noch ein Briefwahlbezirk. Die Flugplatzfans bauten ihren Vorsprung weiter aus – mit Ja haben 16.790 gestimmt (82,36 Prozent), mit Nein 3597 Personen (17,64 Prozent). Die Wahlbeteiligung liegt bei 34 Prozent.

+ + Update, 14. Juni, 19.41 Uhr:

Michèl Pauly, Linke (Foto: t&w)
Michèl Pauly (Linke) sagt: „Ich freue mich über die hohe Wahlbeteiligung. Ist in einer mittelgroßen Stadt wie Lüneburg nicht selbstverständlich. Gut, dass Desinformationskampagne der Verwaltung mit der parteiischen Website nicht verfing. Das hätte der Demokratie auch geschadet.“ Und: „Es geht jetzt darum, die Entscheidung im Rat umzusetzen und nicht durch überzogene Pachtforderungen zu unterlaufen.“

+ + Update, 14. Juni, 19.30 Uhr:

Ulrich Blanck, Grüne (Foto: t&w)

Ein Statement von Ulrich Blanck (Grüne): „Hier wurde ganz offensichtlich nicht nur über die Frage des Flugplatzes entschieden, sondern auch ein klares Nein zur Erschließungs- und Entwicklungspolitik des Oberbürgermeisters gesetzt. Das nehmen wir als Rat so hin und als Arbeitsauftrag an.“ Auf die Ankündigung Meiers, künftig gar keine Pacht mehr zahlen zu wollen: „Er soll jetzt auch nicht übermütig werden.“

+ + Update, 14. Juni, 19.15 Uhr:

Die Stadt hat für 20.30 Uhr ein Statement von Dezernent Markus Moßmann angekündigt. Oberbürgermeister Ulrich Mädge weilt im Urlaub.

+ + Update, 14. Juni, 19.10 Uhr:

Richard Meier, Vorsitzender des Luftsportvereins Lüneburgs, ist überglücklich: „Der Luftsportverein hat die Mammutaufgabe, den ersten Bürgerentscheid anzuschieben, bravourös gelöst. Danke an die Lüneburger, dass sie den Verein überleben lassen. Das Vorgehen vom Oberbürgermeister hat uns in die Karten gespielt.“ Und weiter: „Wir gehen in die Neuverhandlungen des Pachtzinses mit der Forderung, diesen komplett zu erlassen – weil kein anderer Sportverein in Lüneburg für die Nutzung seiner Anlagen an die Stadt zahlt.“

Richard Meier, Vorsitzender des Luftsportvereins Lüneburgs.

+ + Update, 14. Juni, 19.07 Uhr:

Das Bürgeramt hat ihre Stimmenanzahl nun auch veröffentlicht – und damit sind alle Wahllokale ausgezählt (es fehlen noch drei Briefwahlbezirke): 15.534-mal „Ja“. Und Nein-Stimmen: 3297.

+ + Update, 14. Juni, 19.05 Uhr:

Fünf von acht Briefwahlbezirken sind ausgezählt. Die Zahl der Ja-Stimmen liegt aktuell bei 15.232.

+ + Update, 14. Juni, 19.02 Uhr:

Das Bürgeramt ist das einzige Wahllokal, das noch nicht alle Stimmen ausgezählt hat. Ansonsten fehlen noch nach wie vor 5 Briefwahlbezirke. Die Zahl der Ja-Stimmen klettert auf 13.971.

+ + Update, 14. Juni, 18.59 Uhr:

Es fehlen noch zwei Stimm- und fünf Briefwahlbezirke. Für den Erhalt des Flugplatzes stimmten 13.650 Lüneburger.

+ + Update, 14. Juni, 18.55 Uhr:

Ein Flugplatzfest wird es im nächsten Jahr sicher wieder geben: 12.678 Stimmen gibt es um 18.55 Uhr für den Erhalt des Flugplatzes. Es fehlen noch sechs Brief- und drei Stimmbezirke. Die Wahlbeteiligung liegt bei 28,16 Prozent.

+ + Update, 14. Juni, 18.48 Uhr:

11.918 Ja-Stimmen: Damit war das Bürgerbegehren erfolgreich. Es fehlen noch drei Stimm- und sieben Briefwahlbezirke.

+ + Update, 14. Juni, 18.47 Uhr:

Jetzt fehlen noch fünf Wahlbezirke und die Briefwahl: Aktuell haben die Flugplatzfreunde 10.656 Stimmen. 

+ + Update, 14. Juni, 18.44 Uhr:

 Dreiviertel aller Stimmbezirke sind ausgezählt: Ja-Stimmen: 83,45 Prozent, Nein: 16,55 Prozent. 10.085 Stimmen haben die Flieger bereits zusammen.

+ + Update, 14. Juni, 18.40 Uhr:

32 Bezirke sind ausgezählt: 83,53 Prozent stimmen mit Ja, 16,47 mit Nein. Die Wahlbeteiligung liegt bei 24,19 Prozent. Die Flugplatzbefürworter haben jetzt 8121 Stimmen, 11.871 benötigen sie für weitere 15 Jahre.

+ + Update, 14. Juni, 18.38 Uhr:

LZ-Kurzanalyse: Das wird spannend – und sieht ganz gut für die Flugplatzfreunde aus. Gut die Hälfte der Abstimmungsbezirke ist ausgezählt. Fast 6000 wollen den Flugplatz erhalten. Und es fehlt noch die Briefwahl komplett, 7000 hatten Unterlagen beantragt.

+ + Update, 14. Juni, 18.34 Uhr:

Mehr als die Hälfte der Abstimmungslokale haben die Stimmen ausgezählt, in Zahlen: 24 von 43. Ein Zwischenstand. Ja: 83,80 Prozent, Nein: 16,20 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt derzeit bei 24,82 Prozent.

+ + Update, 14. Juni, 18.30 Uhr:

Ergebnisse aus 21 Abstimmungsbezirken, Ja: 82,48 Prozent, Nein: 17,52 Prozent, Wahlbeteiligung: 22,97 Prozent (noch ohne Briefwahl).

+ + Update, 14. Juni, 18.26 Uhr:

Ausgezählt sind jetzt 14 Wahllokale, Ja: 83,51 Prozent, Nein: 16,49 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt bei 25,12 Prozent.

+ + Update, 14. Juni, 18.24 Uhr:

Die ersten elf Wahllokale sind fertig mit der Auszählung, die Ja-Stimmen liegen bei 84,31 Prozent, Nein: 15,69. Wahlbeteiligung: 24,28.

+ + Update, 14. Juni, 18.21 Uhr:

7 von 43 Wahllokalen haben ausgezählt: 83,04 Prozent Ja-Stimmen, 16,96 Prozent Nein-Stimmen, die Wahlbeteiligung liegt bei 22,63 Prozent.

+ + Update, 14. Juni, 18.18 Uhr:

News aus dem Seminaris-Hotel: Ja-Stimmen: 81,44 Prozent, Nein: 18,56 Prozent. Wahlbeteiligung: 17,11 Prozent.

+ + Update, 14. Juni, 18.16 Uhr:

Die erste Auszählung liegt vor: In der Kita Regenbogen haben 94,8 Prozent mit Ja gestimmt, 5,2 Prozent mit Nein. 761 haben gewählt. Wahlbeteiligung: 22,73 Prozent.

+ + Update, 14. Juni, 18 Uhr:

Jetzt ist Schluss. In 43 Wahllokalen in der Stadt machen sich die Wahlhelfer jetzt an die Auszählung der Stimmen.

+ + Update, 14. Juni, 17.55 Uhr: 

Aus dem Bürgeramt ist kurz vor dem Schließen von Sylvia Schröder-Lade zu erfahren: „Die Wahlbeteiligung im Bürgeramt war sehr gering, sehr verhalten. Wir schließen jetzt. Und dann wollen wir mal sehen, wie das Wahlergebnis ausfällt.“

+ + Update, 14. Juni, 16.50 Uhr:

Noch exakt 70 Minuten haben die Wahllokale in Lüneburg geöffnet. Erste Abstimmungsergebnisse gibt es ab 18 Uhr. Die Auszählung könnt ihr hier und auf unserer Facebook-Seite verfolgen. Die Stadt rechnet damit, dass die Auszählung gegen 20.30 Uhr beendet ist.

Bis 18 Uhr haben die Lüneburger noch die Möglichkeit, ihr Wahllokal aufzusuchen und für oder gegen den Flugplatz zu stimmen. Foto: A/be

Dieser Liveticker wird laufend aktualisiert. Hier erfahren Sie am Wahltag alles Wissenswerte, außerdem haben wir sämtliche Informationen zum Thema, Argumente beider Seiten und die wichtigsten Artikel gebündelt.

+ + Update, 14. Juni, 15.45 Uhr:

Welche Stimmenzahl wird eigentlich benötigt, damit der Bürgerentscheid verbindlich ist und der Luftsportverein eine 15-jährige Verlängerung erhält? Es sind exakt 11.846 Stimmen. Zum Vergleich: 60.315 Lüneburgerinnen und Lüneburger sind stimmberechtigt.

+ + Update, 14. Juni, 14.30 Uhr:

Eine offizielle Stimme aus der St.-Ursula-Schule (Wahlraum 301): „Wir sind die zweite Schicht, seit 13 Uhr hier. Wir haben bisher durchgängig zu tun gehabt. Die Wahl wird gut angenommen, die Leute nutzen die Chance zum Bürgerentscheid.“

+ + Update, 14. Juni, 14.10 Uhr:

Hat der Lüneburger Flugplatz eine Zukunft? Ja, sagt LZ-Redakteurin Antje Schäfer. Kollege Joachim Zießler ist vom Gegenteil überzeugt.

+ + Update, 14. Juni, 13 Uhr:

Aus dem Wahllokal 308, Geschwister-Scholl-Haus, teilt Ex-Bürgermeister Andreas Meihsies mit: „938 Stimmberechtigte, von denen haben bis 13 Uhr rund 70 ihre Stimme abgegeben.“

+ + Update, 14. Juni, 12.10 Uhr:

400 Wahlhelfer sind an diesem Sonntag im Einsatz, 600 sind es üblicherweise bei einer Wahl. Die Zahl der Ehrenamtlichen wurde wie die Wahllokale als Corona-Konsequenz reduziert. Lothar Domann (75) gehört zu denen, die dafür sorgen, dass bei Lüneburgs erstem Bürgerentscheid alles rechtlich einwandfrei abläuft.

Die Koffer mit den Stimmzetteln für Lüneburgs ersten Bürgerentscheid stehen bereit im Rathaus: Einen davon wird Wahlvorstand Lothar Domann für das Wahllokal in der Grundschule in Ochtmissen benötigen. Foto: t&w

+ + Update, 14. Juni, 11.20 Uhr:

In der Mensa des Schulzentrums Oedeme sagen die Wahlhelfer: „Wir sind überrascht. Wir haben gedacht, bei einer Volksabstimmung wären es deutlich weniger Wähler. Aber es kommen erstaunlich viele.

+ + Update, 14. Juni, 10.25 Uhr:

Lebhafter Abstimmungsauftakt im Roten Feld. Die Wahlhelfer in Wahlraum 303 sagen: „Wie bei großen Wahlen, alle zwei Minuten kommt ein Wähler. “

+ + Update, 14. Juni, 9.30 Uhr:

Die Auszählung der Stimmen erfolgt ab 18 Uhr. Die Ergebnisse werden auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht – und hier bei uns im Liveticker.

+ + Update, 14. Juni, 8.30 Uhr:

43 Abstimmungsbezirke hat die Stadt eingerichtet, das sind 21 weniger als an normalen Wahlsonntagen. Wer Sorge hat, dass sein Abstimmungsraum wegfällt: Für die entfallenen Wahllokale wurde jeweils ein Raum (mit anderer Ziffer) im selben Gebäude organisiert. Es gibt Beschilderungen.

+ + Update, 14. Juni, 8 Uhr:

Die Abstimmungslokale haben geöffnet: Bis 18 Uhr habt ihr die Möglichkeit, darüber abzustimmen, ob der Flugplatz an der Zeppelinstraße fortbestehen soll oder nicht. Wer sein Kreuz setzt, achtet bitte darauf, die üblichen Abstandsregeln einzuhalten und vor dem Betreten der Wahllokale einen Mundschutz aufzusetzen. Die Wahllokale im Überblick. 

Ingrid Dziuba-Busch, Wahlvorstand und Mitarbeiterin der Stadt, schließt das Glockenhaus auf. (Foto: t&w)

Lüneburg. Höhenflug oder Bruchlandung? Der 14. Juni 2020 wird der entscheidende Tag in der Geschichte des Lüneburger Flugplatzes. Erstmals überhaupt findet in der Hansestadt ein Bürgerentscheid statt. Und dabei geht es um die Frage, ob der Flugplatz für weitere 15 Jahre existieren kann, oder ob er schon in vier Monaten aufgegeben werden muss.

Der Streit schwelt seit vielen Jahren, hat in den Monaten vor der Entscheidung noch an Schärfe hinzugewonnen. Auf der einen Seite steht der Luftsportverein Lüneburg (LVL), der sich in seiner Existenz bedroht sieht und auf den großen Nutzwert des Flugplatzes hinweist. Auf der anderen Seite steht die Stadtverwaltung und der Oberbürgermeister, die es für dringend geboten halten, Gewerbeflächen auf dem Areal auszuweisen.

Beide Seiten beanspruchen den Naturschutz für ihre Argumentation. Der Verein wird nicht müde, die Bedeutung des Flugplatzes für die Wirtschaft, den Sport und nicht zuletzt für den Brandschutz zu betonen. Die Stadt hingegen sieht sich von einer Bürgerinitiative gegen Fluglärm unterstützt.

Vor einem Jahr gab es im Lüneburger Rat eine eindeutige Mehrheit für das Auslaufen des Pachtvertrags zum 31. Oktober 2020. Seitdem gab es in mancher Fraktion ein Umdenken. Doch das letzte Wort haben jetzt die Lüneburgerinnen und Lüneburger (Fotos: t&w/be).

Der Bürgerentscheid

Worum geht es?

Der Pachtvertrag über die Flächen des derzeitigen Sonderlandeplatzes zwischen der Hansestadt Lüneburg und dem Luftsportverein Lüneburg (LVL) läuft Ende Oktober 2020 aus. Der LVL möchte den Flugplatz weiter betreiben. Der Rat der Hansestadt aber entschied sich gegen eine Verlängerung des Pachtvertrages.
Nun werden die Bürgerinnen und Bürger bis zum 14. Juni 2020 gefragt: „Soll die Hansestadt Lüneburg mit dem Luftsportverein Lüneburg e.V. einen Vertrag über den Weiterbetrieb des Flugplatzes Lüneburg über den 31.10.2020 hinaus für 15 Jahre abschließen?“

Wer darf abstimmen?

Alle Bürgerinnen und Bürger, die am 14. Juni mindestens 16 Jahre alt sind, die Staatsangehörigkeit eines EU-Staats besitzen und seit mindestens drei Monaten ihren Hauptwohnsitz in Lüneburg haben.

Wie wird abgestimmt?

Alle abstimmungsberechtigten Personen haben eine Benachrichtigung mit der Adresse des jeweils zuständigen Abstimmungslokals erhalten, das am 14. Juni von 8 bis 18 Uhr geöffnet ist.
Briefwahl ist ebenfalls möglich. Der Abstimmungsschein kann per Post, Fax und E-Mail, über das Internet oder vor Ort beantragt werden. Das Briefwahlbüro ist über Eingang E des Rathauses (Waagestraße) erreichbar. Geöffnet ist es montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags, 8 bis 13 Uhr.

Welche Mehrheit benötigt der Bürgerentscheid?

Der Bürgerentscheid ist verbindlich, wenn es eine Mehrheit an Ja-Stimmen für den Antrag gibt und diese mindestens 20 Prozent der wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger ausmacht, 11.846 Stimmen mit Bezug auf die jüngste Kommunalwahl.

Die Argumente des Luftsportvereins

Brand- und Katastrophenschutz: Eines von nur zwei niedersächsischen Feuerwehrflugzeugen ist in Lüneburg stationiert, der LVL stellt die Piloten. Zudem kann der Flugplatz in Katastrophensituationen – wie beim Elbe-Hochwasser 2002 – als Bestandteil des Katastrophenschutz-Managements dienen.

Klima- und Naturschutz: Viele schützenswerte Tiere (vor allem Vögel und Schmetterlinge) sowie Pflanzen finden sich auf dem Areal. Es dient zudem als eine Kaltluftleitbahn für Lüneburg. Bei einer Bebauung könnte Kaltluft nicht mehr ungehindert in die Stadt einströmen, und es wird dort noch heißer. Daher setzt sich auch der Kreisverband des Naturschutzbunds (Nabu) für den Erhalt des Flugplatzes ein.

Sport und Freizeit: Rund 15 bis 20 Jugendliche nutzen nach Vereinsangaben regelmäßig das Ausbildungsangebot des LVL. Im Winter trainiert der Radsport-Nachwuchs des ADAC in der Segelflughalle. Das Flugplatzfest zieht jährlich 5000 Menschen und mehr an, auf dem Gelände fanden zahlreiche andere Veranstaltungen statt.

Die Argumente der Stadt

Gewerbeflächen: Laut Jürgen Enkelmann, Chef der Lüneburger Wirtschaftsförderung, benötigt die Stadt in den kommenden fünf Jahren rund 15 Hektar für das Gewerbe, aktuell verfügbar sind im Industriegebiet Hafen nur 1,5 Hektar. Lüneburg benötigt zudem Einnahmen durch Gewerbesteuer und den Verkauf von Flächen.

Umweltschutz: Arbeitsplätze vor Ort sind gut für die Klimabilanz, da Pendeln nicht nötig ist. Zirka 12 Hektar des Areals sollen nicht bebaut werden, sondern als Ausgleichsfläche dienen und damit auch die Kaltluftleitbahn sichern.

Sicherheit und Lärmschutz: In der Einflugschneise (Hagen, Kaltenmoor, Hanseviertel) leben zirka 10.000 Menschen, dort sind auch zahlreiche Schulen und Kitas zu finden. Sechs Unfälle in Wohngebieten sind seit der Jahrtausendwende dokumentiert. Kein vergleichbarer Flugplatz liegt so nah an einem Stadtzentrum.

Alternativen

Im Januar 2020 tauchte das Gelände Bilmer Strauch kurzzeitig als Alternativort in den Schlagzeilen auf. Der LVL hatte die Fläche gegenüber vom Lüneburger Hafenbecken schon im Sommer 2019 als Alternativ-Standort in die Diskussion gebracht, einige Monate später nahmen die Lüneburger Grünen die Idee wieder auf.

Seit Ende der 1970er-Jahre wurde schon einmal gut ein Jahrzehnt lang heftig über den Bilmer Strauch als Standort gestritten. Letztlich wurde diese Idee vor allem aus ökologischen Gründen – fast das komplette Areal ist bewaldet – verworfen.

Im Flächennutzungsplan ist das 41 Hektar große Areal östlich des Elbe-Seitenkanals nach wie vor als alternativer Standort für einen Flugplatz gelistet. Für eine Abholzung und Planierung des Areals finden sich in Lüneburg aber offenbar keine Mehrheiten.

 

Eine Auswahl von LZ-Beiträgen zum Thema

Aufwind oder Abflug?

Der erste Bürgerentscheid in der Geschichte der Hansestadt steht kurz bevor: Am 14. Juni entscheiden 60.315 Lüneburgerinnen und Lüneburger über die Zukunft des Flugplatzes.

Verhökern kann kein Grund sein

Hat der Lüneburger Flugplatz eine Zukunft? Über diese Frage stimmen die Lüneburgerinnen und Lüneburger am Sonntag ab. Ja, meint LZ-Redakteurin Antje Schäfer. 

Zeit für den Abflug

Hat der Lüneburger Flugplatz eine Zukunft? Über diese Frage stimmen die Lüneburgerinnen und Lüneburger am Sonntag ab. Nein, meint LZ-Redakteur Joachim Zießler.

 

Fünf Fragen zum Flugplatz

In einer LZ-Serie mit Fragen zum Lüneburger Flugplatz kommen Kritiker und Befürworter der Landebahn gleichberechtigt zu Wort.

Mädge wirbt für Gewerbegebiet statt Flugplatz

Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge erläuterte die Position der Stadt und stand rund 80 Teilnehmern Rede und Antwort.

Luftsportverein

Ärger um Flugplatz-Website

Die Verwaltung hat eine Internetseite zum Bürgerentscheid eingerichtet und online gestellt. Kritiker sprechen „parteiischer Einflussnahme“.

Eine Website der Stadt, die Partei ergreift – ist das legitim?

Auf ihrer Website zum Flugplatz-Bürgerentscheid vertritt die Stadt hauptsächlich ihre eigene Position. Ja, das ist in Ordnung, sagt Joachim Zießler. Dagegen hält Marc Rath.

Der Abend der Flugplatzgegner

Die Forderung: Wenn der Pachtvertrag zwischen der Stadt und dem Luftsportverein ausläuft, muss der Flugbetrieb ein Ende haben.

Endgültiges Aus für den Flugplatz

Der Rat der Stadt Lüneburg hat den Antrag des Luftsportvereins auf Verlängerung des Pachtvertrages abgelehnt.

Hanau

Schatten der Vergangenheit

Ein Ratsbeschluss aus dem Jahr 1992, der nie nie Rechtskraft erlangte. Wie kam es zum Versäumnis beim Bebauungsplan für den Flugplatz? Die Stadt mag die Schuld nicht auf sich nehmen.

11.762 Unterschriften fürs Bürgerbegehren

Mitglieder des Luftsportvereins überreichen im Lüneburger Rathaus fünf Aktenordner mit Unterstützer-Unterschriften, um eine Pachtverlängerung für den Flugplatz zu erwirken.

Neue Chance als Hightech-Standort?

Auf dem Flugplatzgelände könnten Leichtflugzeuge mit Brennstoffzellen entwickelt werden. Lüneburger Politiker reagieren positiv.

Ein Verlust an Sicherheit

Was wird aus dem Feuerwehrflieger, wenn der Flugplatz in Lüneburg geschlossen wird?

Segelflugzeuge kollidieren in der Luft

Eine der Maschinen konnte noch sicher auf dem Flugplatz landen, der Pilot des anderen Flugzeugs musste mit dem Fallschirm retten. Sein Segelflugzeug schlug in einem Garten im Stadtteil Moorfeld ein.

Faszination Fliegen

LZplay-Video: Der Luftsportverein Lüneburg hat erneut zu seinem traditionellen Flugplatzfest eingeladen. Etwa 6000 Besucher kamen im Lauf des Tages auf den Flugplatz.

Alternativer Standort wäre teuer

Der Luftsportverein stellt einen Antrag auf Ausweisung einer Fläche für einen neuen Flugplatz im Bilmer Strauch.

Pyrrhussieg für Flieger

Die Hansestadt Lüneburg verlängert den Pachtvertrag mit dem Luftsportverein, aber 2020 soll Schluss sein.

Wir wollen nur den Status quo“

Die Diskussion über einen angeblichen Verkehrslandeplatz ärgert den Luftsportverein. Den Fliegern geht es nur um den Erhalt des jetzigen Sonderlandeplatzes.

Chronik

1937 – Einweihung des Flughafens Lüneburg an der Stelle des heutigen Flugplatzes zwecks Errichtung einer Verkehrsfliegerschule, ab Beginn des 2. Weltkriegs Umbau zu einem militärischen Fliegerhorst.

1950 – Gründung des Luftsportvereins Lüneburg (LVL), Wiederaufnahme des Segelfliegens auf der Lüner Rennbahn.

1957 – Umzug des LVL zum Fliegerhorst. Vereinsangebot: Segel- und Motorfliegen sowie bis 1977 Fallschirmspringen.

1966 – Der Flieger erhält den Status eines Verkehrslandeplatzes.

1986 – Die Stadt Lüneburg kauft die Fläche vom Bund.

1995 – Durch den Ausbau des Industriegebiets Hafen reduziert sich das fliegerisch nutzbare Gelände auf die heutigen Ausmaße von rund 20 Hektar. Status: Sonderlandeplatz mit begrenzten Startzahlen für motorgetriebene Flugzeuge.

2014 Der Rat der Hansestadt Lüneburg verlängert den Pachtvertrag mit dem LVL bis zum 31. Oktober 2020. Eine automatische Vertragsverlängerung wird dabei ausgeschlossen.

21. Juli 2019Zwei Segelflieger kollidieren über Lüneburg. Ein Pilot wird schwer verletzt, seine Maschine kracht in einen Garten in Moorfeld unweit der Ostumgehung.

28. September 2019 – Der Rat entscheidet sich mit 26:13 Stimmen gegen eine Verlängerung des Pachtvertrags mit dem LVL.

24. Februar 2020 – Die Mitglieder des LVL geben 11.762 Unterschriften für ein Bürgerbegehren zum Erhalt des Flugplatzes ab. 5923 Unterschriften sind für eine Abstimmung nötig – der Verwaltungsausschuss stellt am 27.3. fest, dass genügend Unterschriften eingegangen sind, und terminiert die Abstimmung auf den 14.6.2020.