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Der musikalische Leiter Joachim Vogelsänger, umgeben von Friedrich von Mansberg (von links), Sander de Jong, Kay Stiefermann und Signe Heiberg. (Foto: t&w)
Der musikalische Leiter Joachim Vogelsänger, umgeben von Friedrich von Mansberg (von links), Sander de Jong, Kay Stiefermann und Signe Heiberg. (Foto: t&w)

Schatten über der Schöpfung

Theater und St. Johanniskirche führen Oratorium von Haydn auf. Zwischen die einzelnen Schöpfungstage wird zeitgenössische Musik von Max Richter montiert.

Lüneburg. „In allen Bereichen unserer Gesellschaft ist das Thema Nachhaltigkeit angekommen“, sagt Friedrich von Mansberg, Chefdramaturg am Lüneburger Theater und Initiator des Projekts „Schöpfung“, das sm Freitag, um 20 Uhr in der St. Johanniskirche Premiere feiert. „Wobei Nachhaltigkeit aus der Perspektive der Kultur im weiteren und des Theaters im engeren Sinne mehr meint als Umwelt- und Klimaschutz oder eine neue Verkehrspolitik. Nachhaltigkeit meint hier das gemeinsame Nachdenken über uns Menschen und unser Zusammenleben. Wie wollen wir zukünftig leben, wie unsere Umgebung, unsere Gemeinschaft gestalten?“

Haydns Oratorium ist gut geeignet, das Wunder der Schöpfung, die Schönheit und Einmaligkeit des Planeten, die Vielfalt des Lebens zu feiern und dabei gleichzeitig fragende Blicke auf den Einfluss der Menschen auf diese Schöpfung zu werfen. Joachim Vogelsänger, musikalischer Leiter des Projekts: „Die St. Johanniskirche in ihrer erhabenen Größe und ihrer einmaligen Schönheit ist genau der richtige Ort, um über die Möglichkeiten von uns Menschen, über das, was wir gemeinsam zu leisten imstande sind, nachzudenken.“

Joseph Haydns Oratorium entstand zwischen 1796 und 1798. Das dreiteilige Werk beschreibt zunächst in zwei Teilen die sechs Schöpfungstage, musikalisch beginnend mit dem „Chaos“ und endend mit dem Menschen – dem „König der Natur“. Die Musik lässt die romantische Sehnsucht nach dem „Natürlichen“ anklingen und feiert Ordnung und Sinn, Erhabenheit und Größe.

Max Richters Musik als Gegenpol zu Haydn

Zwischen die einzelnen Schöpfungstage wird zeitgenössische Musik von Max Richter montiert: „Shadows“ heißen diese Stücke, die wie Gegenpole zu der Musik von Haydn treten. Mit den Mitteln des Theaters, Tanz und Gesang, Licht und Video werden Bilder entworfen, die sowohl die Schönheit sichtbar machen als auch die Abgründe, die das Agieren des Menschen in diesem Wunder Erde erfahrbar machen.

Neben den drei Gesangssolist(inn)en Signe Heiberg, Sander de Jong und Kay Stiefermann wirken die Tänzerinnen Rhea Gubler und Irene La Monaca mit, dazu gesellen sich noch der Motettenchor St. Johannis und die Lüneburger Symphoniker. Die musikalische Leitung hat Joachim Vogelsänger, die szenische Einrichtung übernimmt Friedrich von Mansberg. Jeweils eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung wird es eine Einführung in der Kirche geben. Ergänzt wird das Projekt durch eine Ausstellung des Zukunftsrats, die in den Seitenschiffen der Kirche zu sehen sein wird.

Weitere Aufführungstermine: Sonntag, 12. Juni, Mittwoch, 15. und Donnerstag, 16. Juni, jeweils 20 Uhr. lz

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