Montag , 21. September 2020
Eine Szene aus "Das perfekte Geheimnis". Foto: kino

Leinwand als Erlebnisraum

Lüneburg. Das Sommer-Film-Festival macht‘s möglich: Filme, die man irgendwie verpasst hat, stehen vielleicht auf dem Programm. Dieses Jahr ist aufgrund von Coro na allerdings vieles anders. „Wir zeigen weniger Filme – diese aber häufiger“, erklärt Ruth Rogée, Scala-Geschäftsführerin. So haben die Filmfans, größere Chancen, ihre Wunschfilme sehen zu können. Bei der Auswahl der zehn Streifen hat sich das Team vom Bauchgefühl leiten lassen, verriet Mitarbeiter David Sprinz. Zweite Neuerung: Es gibt ausnahmsweise keinen Festival-Pass. Die Anfangszeiten sind in der ersten Woche 17 und 20 Uhr, werden von Woche zu Woche neu festgelegt, sodass das das Kino auf Corona-Änderungen reagieren kann. Hier ein Überblick über die Filme, die im Juli starten:

  • Los geht‘s am Donnerstag, 23. Juli, mit dem Film „Deutschstunde“, der Neuverfilmung des Romanklassikers von Siegfried Lenz, der voriges Jahr in die Lichtspielhäuser kam. Regisseur Christian Schwochow verdichtet den Stoff auf das Schicksal eines Jungen zwischen zwei gegensätzlichen Vaterfiguren. Siggi Jepsen (Tom Gronau) blickt aus einer Jugendstrafanstalt zurück auf seine Zeit als Kind (Levi Eisenblätter) mit seinem Vater (Ulrich Noethen), einem pflichtversessenen Dorfpolizisten. Einen Hof weiter lebt der berühmte Maler Max Ludwig Nansen (Tobias Moretti). Die beiden Männer verbindet eine Jugendfreundschaft. Doch die Nazis mögen seine Kunst nicht. „Die glauben, dass Malen gefährlich ist“, sagt er dem Jungen. Der Künstler wehrt sich gegen ein Malverbot der Nazis, das der Polizist überbringt und dann überwachen muss. Siggi wird zwischen den Männern aufgerieben. Der preisgekrönte Film wird auch am Freitag, 24. Juli sowie Donnerstag/Freitag 20./21. August gezeigt.
  • Eher die Lachmuskeln strapaziert „Das perfekte Geheimnis“. Die Filmkomödie mit Stars wie Karoline Herfurth, Elyas M’Barek, Florian David Fitz, Jella Haase, Frederick Lau, Jessica Schwarz und Wotan Wilke Möhring handelt von befreundeten Paaren, die bei einem Abendessen ihr Vertrauen auf die Probe stellen, indem sie sich darauf verständigen, alle auf ihren Handys eingehenden Nachrichten und Anrufe während des Essens mit den Anwesenden zu teilen. Diese Aktion erweist sich für den einen oder anderen als leichtfertig. Der ausgelassene Abend unter Freunden eskaliert schließlich… Ein tragikomischer Kammerfilm, der Spaß macht. Wann?: Sonnabend/Sonntag, 25./26. Juli sowie Mittwoch/Donnerstag, 12./13. August.
  • Die nächste Woche beginnt mit „Systemsprenger“ . Der nicht einfache Film hat etliche Preise eingeheimst. Es geht um die neunjährige Benni, die die Pflegefamilien wechselt wie andere ihre Spielzeuge. Keine leichte Situation für das Jugendamt, die solche Kinder in die Kategorie Systemsprenger steckt. Der Anti-Aggressionstrainer Micha (Albrecht Schuch) ist die letzte Hoffnung, das leidgeprüfte Kind von seiner selbstzerstörerischen Kraft zu erlösen. Regisseurin Nora Fingscheidt zeigt ein Herz für Außenseiter.
    Wann?: Montag/Dienstag, 27./28. Juli sowie Freitag/Sonnabend, 14./15. August.
  • In die deutsche Vergangenheit führt der Streifen „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl!“ Erfolgsregisseurin Caroline Link verfilmte den gleichnamigen Roman von Judith Kerr. Nach Hitlers Machtergreifung ist der berühmte Theaterkritiker Arthur Kemper (Oliver Masucci) gezwungen, das Land zu verlassen, seine Familie folgt ihm. In London endet ihre Odyssee. Während Anna ihr geliebtes Stoffkaninchen vermisst, ist sie dennoch davon überzeugt, dass schon alles irgendwie gut gehen wird, solange ihre Familie zusammenhält.
    Wann?: Mittwoch/Donnerstag, 29./30.Juli sowie Sonntag/Montag, 16./17. August.
  • In eine ganz andere Kategorie fällt „ Lindenberg! Mach dein Ding“ . Der Spielfilm, der erst im Januar seinen Bundesstart hatte, gibt Einblick in Kindheit, Jugend und den Beginn der Musikkarriere des Deutschrockers aus Gronau. Mit seinem Kumpel, dem Bassisten Steffi Stephan, vergnügt er sich in Hamburg, spielt Schlagzeug bei diversen Jazzbands, lässt sich von Misserfolgen nicht abschrecken. Ein Musikerkollege vermittelt ihm einen Job in einer Band zur US-Truppenunterhaltung in Libyen. Regie führte Hermine Huntgeburth, Hauptdarsteller ist Jan Bülow. Wann?: Freitag, 31.7. + Sonnabend, 1.8. sowie Dienst/Mittwoch, 18./19. August. die

Auf einen Blick

Das August-Programm

Enkel für Anfänger
So., 2.8. + Mo. 3.8. sowie Sbd., 22.8. + So., 23.8.
Drei Rentner*innen im Ruhestand? Noch lange nicht…

Parasite
Di., 4.8. + Mi., 5.8. sowie Fr., 28.8. + Sbd., 29.8.
Oscarprämierte Gesellschaftssatire von Bong Joon Ho

Crescendo #makemusic-notwar
Do., 6.8. + Fr., 7.8. sowie Mi., 26.8. + Do., 27.8.
Gemeinsame Musik als Zeichen für ein friedliches Miteinander

Knives Out – Mord ist Familiensache
Sbd., 8.8. + So., 9.8. sowie Mo., 24.8. + Di., 25.8.
Intrigen und falschen Fährten: Privatdetektiv Blanc ermittelt

Das geheime Leben der Bäume
Mo., 10.8. + Di., 11.8. sowie So., 30.8. + Mo 31.8.
Die Verfilmung des Bestsellers von und mit Peter Wohlleben