Dienstag , 22. September 2020
Die Lehrerinnen Ulrike Hennecke und Katja von Zweydorff präsentieren Wettbewerbsbeiträge mit Thore Rieken, der einen Film zum Themenbereich Klima gedreht hatte. Foto: t&w

Handy, Klima, Körperkult

Lüneburg. Europa steht vor großen Problemen: Neben wachsendem Nationalismus, Brexit und Klimawandel prägt die Corona-Pandemie den Alltag. In dieser schwierigen Zeit hat der 67. Europäische Wettbewerb, der älteste Schülerwettbewerb unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten, dazu aufgerufen, sich auf die Stärke der Einigkeit zu besinnen, Titel: „EUnited – Europa verbindet“.

Mehr als 75.000 Schüler/innen beteiligten sich, darunter 72 niedersächsische Schulen mit 2411 Kindern und Jugendlichen. Sie sollten ihre Sicht der Dinge präsentieren, als Text, Bild, Film oder Theaterstück. Insgesamt wurden in Niedersachsen 35 Schülerarbeiten mit einem Bundespreis gewürdigt, darunter sind auch zwei Lüneburger Gymnasien: das Johanneum und die Wilhelm-Raabe-Schule (WRS). Zu gewinnen gab es Urkunden, Büchergutscheine zwischen 20 und 100 Euro sowie Prämien von bis zu 80 Euro. „Eigentlich hätte die Verleihung im Landtag stattfinden sollen, doch das ging ja nicht“, bedauert Kunstlehrerin Ulrike Hennecke (WRS). Vielleicht gibt‘s im Herbst eine Ersatzfeier an den Schulen.

Mischung aus Realität und Fiktion

Preisträger des Johanneums: „Die SchülerInnen waren allesamt äußerst motiviert, und das spiegelt sich auch in der Qualität der Arbeiten mit Bezug zur eigenen Lebenswelt wider“, betont Katja von Zweydorff, die vor allem Teilnehmer aus den siebten Klassen betreut hat. Unter ihrer Regie haben Sophie Baier, Aliena Bolzmann, Nikole Ermentraut und Jenny Funkner einen Bundespreis erhalten. Sie setzten sich mit dem Thema „Ein Tag ohne Handy“ auseinander. Überzeugen konnten sie die Bundesjury mit einer Fotogeschichte, die sich mit der Handy-Politik von Angela Merkel und Greta Thunberg beschäftigt – eine Mischung aus Realität und Fiktion, in der eine verblüffende Ähnlichkeit zwischen den beiden berühmten, aber so unterschiedlichen Frauen dokumentiert wird.

Auf Landesebene waren vier weitere, in Gruppen erstellte Fotogeschichten aus den siebten Klassen erfolgreich, darunter eine Power-Point-Präsentation. Hier stand die kritische Auseinandersetzung mit übermäßigem Handy-Gebrauch im Mittelpunkt. Dem gegenüber steht etwa der Wert von Engagement für Umweltschutz, generell die Rückbesinnung auf Zusammenhalt und Kommunikation.

Zu den Siegern auf Landesebene zählen Emma Mackenbruck, Mia Feuerabend, Dana Lüdecke, Fhina Koch, Anh Thu Offt, Jule Sethmann, Martha Sturmfels, Elea Chudziak, Matilda Leer, Amelie Stier, Nele Strehlow, Meret Gerdsen, Annika Hahn, Amelie Seeger und Julia Ziegert.

„Wir sind Euro“

Ebenfalls erfolgreich auf Landesebene erwies sich ein Werbefilm von SchülerInnen des 10. Jahrgangs zum Thema „Klima in Europa“. Innerhalb des Kurzfilmbeitrages stellen Konrad Draeger, Fin-Niclas Müller, Keysa Nourbakhshyan und Ayda Sahin Vorschläge vor, die zeigen, wie Klimaschutz im Alltag gelingen kann. Nesli Sen aus der Klasse 11 FB erhielt für ihre Plakatserie „Wir sind Euro“ zum Thema „Körperkult(ur)“ einen Bundespreis. Sie übt Kritik am Schönheitswahn, der sich zum Beispiel im Überkonsum an Kosmetika sowie chirurgischen Eingriffen widerspiegelt.

Preisträger der Wilhelm-Raabe-Schule: Unter der Leitung von Ulrike Hennecke haben sich Jaano Großmann und Fine Schulz (5. Klasse) mit europäischen Märchen beschäftigt, eine eigene Geschichte geschrieben und diese illustriert. Carolin Biastoch (9. Klasse) erhielt einen Landes- und Bundespreis für ihren Entwurf eines „Klimakleides“, das sie gezeichnet, gemalt und genäht hat, präsentiert in einer aufwendigen Mappe. Gesa Donning (11. Jahrgang) wurde mit einem Landespreis und Bundespreis gewürdigt. Sie setzte sich mit dem Thema Körperkult(uren) auseinander, gestaltete eine Graphic Novel, in der sie sich mit der Selbstwahrnehmung ihrer Altersgruppe auseinandersetzte. Johannes Peschke (7. Jahrgang) hat bundesweit die beste Arbeit in der Kategorie Text im Modul „Märchen“ abgeliefert. Mit seiner außergewöhnlich schönen Schrift schrieb er ein eigenes 17-seitiges spannendes Märchen, illustrierte dieses und band alles zu einem Buch. Dafür gab‘s einen Sonderpreis (100 Euro), berichtet Hennecke. Thore Rieken (10. Klasse) drehte einen Film zum Thema „Klima in Europa – konkrete Lösungsvorschläge“. Er ging auf Entdeckungstour in Sachen Schönheit der Natur und appelliert in seinem Film, mehr auf die Umwelt zu achten. Ausschnitte sind im Best of Film (www.europaeischer-wettbewerb.de) zu sehen und werden vielleicht bei den Umwelttagen im Herbst gezeigt. die