Sonntag , 25. Oktober 2020
Unter anderem ist Sharon Kam beim Festival-Auftakt zu hören. (Foto: Nancy Horowitz)

Auftakt um drei nach drei, weiter um fünf nach fünf

Hitzacker. Konzerte mit großem Ensemble wie der Camerata Bern mussten coronabedingt verschoben werden. Die gute Nachricht: Die Sommerlichen Musiktage Hitzacker finden – wie geplant – vom 1. bis 9. August statt. „Aufgeben kam nie infrage“, so Intendant Oliver Wille, „und schon gar nicht zur 75. Saison.“ Es bleibt bei Gastspielen prominenter Künstler wie Patricia Kopatchinskaja, Sabine Meyer, Nils Mönkemeyer, Carolin Widmann, Valery Afanassiev oder Helmut Lachenmann.

Zahlreiche musikalische Projekte, die als Meilensteine des Festivals gelten können, darunter „Kosmos Streichquartett“ (2005) oder „Beethoven!“ (2018) werden im Jubiläumsprogramm mit aktuellem Blick gewürdigt. Auch die Aufführung von Monteverdis Oper L’Orfeo von 1955 gerät ins Blickfeld. In diesem Jahr nimmt nun, eigens zum Jubiläum komponiert, die Uraufführung eines kammermusikalischen Melodrams von Manfred Trojahn darauf Bezug. Auch Schauspieler und Rezitator Udo Samel wird sich in einer musikalischen Lesung dem Mythos „Orpheus“ widmen.

Die meisten Veranstaltungen laufen wie immer im Verdo-Konzertsaal, der allerdings diesmal nur jeweils 150 Besuchern Platz bietet. Die Konzerte laufen zumeist zweimal hintereinander, fast immer ohne Pause, und sie dauern meistens eine gute Stunde. Die Musiker/innen werden im Mittelpunkt des Geschehens platziert, das Publikum verteilt sich auf Solo- oder Duo-Plätzen rundherum. Außerdem wird es nachmittags kleine Open-Air-Konzerte im benachbarten Kurpark geben.

Beispiel: Um „drei nach drei“, also um 15.03 Uhr, starten am Sonnabend, 1. August, die 75. Sommerlichen Musiktage im Verdo mit Werken von Debussy, Carter, Boulanger, Webern und Schönberg, zu hören sind Sarah Maria Sun (Sopran), Clara Andrada de la Calle (Flöte), Tamara Stefanovich (Klavier), Sharon Kam ( Klarinette), Elisabeth Kufferath (Violine/Viola) und Tanja Tetzlaff (Violoncello). Das Konzert wird um fünf nach fünf (17.05 Uhr) wiederholt. Um „acht nach acht“ (20.08 Uhr) spielt das Kuss Quartett mit dem Percussionisten Johannes Fischer als Gast Werke von Aperghis, Koch, Mantovani, Fischer und Beethoven. Wiederholung ist um zehn nach zehn (22.10 Uhr).

Dieses Prinzip mit den Schnapszahl-Anfangszeiten und den Wiederholungen zieht sich durch die Festivalwoche. Zum Abschluss, am Sonntag, 9. August, elf nach elf (vormittags) gestalten Ania Vegry (Sopran), Carolin Widmann (Violine), Oliver Wille (Violine), Markus Becker (Klavier), Alexander Lonquich (Klavier), das Marmen Quartet und Udo Samel als Sprecher das „Orpheus“-Jubiläumsfinale. Wiederholung ist um 14.02 Uhr. Das letzte Konzert der „Sommerlichen“ spielen die gleichen Musiker/innen um vier nach vier als Finale ohne den Orpheus-Beitrag. Das Programm ist unter musiktage-hitzacker.de nachzulesen, der Vorverkauf läuft.

Von Frank Füllgrabe