Mittwoch , 12. August 2020
Ruth Rogée vom Scala und Annette Wörsdörfer (Filmpalast) freuen sich darauf, ihre Türen für Gäste wieder öffnen zu dürfen. Foto: A/t&w

Der Vorhang hebt sich wieder

Lüneburg. Die niedersächsischen Kinos öffnen, am Donnerstag, 2. Juli, heben sich im Lüneburger Filmpalast und in der Scala die Vorhänge für die ersten Vorstellungen. Obwohl nur etwa zwanzig Prozent der Plätze belegt werden dürfen, und trotzdem die großen Filmpremieren verschoben wurden: „Wir freuen uns alle sehr, dass es – nach dreieinhalb Monaten Zwangspause – wieder losgehen kann“, so Annette Wörsdörfer, Leiterin des Filmpalastes. Auch in der Scala steht die Mannschaft in den Startlöchern.

Die Corona-Etikette erfordert weiterhin anderthalb Meter Sicherheitsabstand zwischen den Besuchern. Das bedeutet in der Praxis: Jede zweite Sitzreihe bleibt geschlossen, zwischen den Besuchern ist ein Platz frei. Familienmitglieder dürfen direkt nebeneinander sitzen.

Keine Gebühr für den Vorverkauf

Beide Kinos verzichten auf Vorverkaufsgebühren, denn das Buchungssystem wird zum zentralen Sicherheitsfaktor, hier werden die Kontaktdaten der Besucher erfasst. Wer nicht online bucht, sondern zur Kinokasse geht, wird gebeten, um Zeit zu sparen ein entsprechendes Formular bereits ausgefüllt mitzubringen. Es lässt sich über die Homepage als pdf-Datei herunterladen.

Desinfektionsmittel stehen bereit, natürlich gilt weiterhin die Pflicht zur Atemschutzmaske – im Foyer, auf den Toiletten und auf den Wegen im Kinosaal. Wer seinen Platz gefunden hat, darf die Maske abnehmen, auf die kinorelevanten Grundnahrungsmittel Cola und Popcorn braucht niemand zu verzichten.

Tonsystem feiert Premiere

In der Scala laufen die „Känguru-Chroniken“ wieder an, „Narziss und Goldmund“, „Die perfekte Kandidatin“, „La Vérité“ und – als Neustart– „Zu weit weg“. Neu ist auch „Undine“: Mit seinem Film zieht Christian Petzold unter Wasser, erzählt die moderne Form eines Nixenmärchens zwischen Berliner Plattenbauten und westdeutschen Bahnstationen. Paula Beer spielt eine mysteriöse Historikerin, die sich in einen Industrietaucher verliebt. Angelehnt ist die Geschichte an einen alten Mythos. Auf der Berlinale wurde Beer dafür als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Im Filmpalast feiert neben den Filmen auch ein gerade installiertes Tonsystem Premiere, das den Besucher nicht nur rundum beschallt, sondern über diverse Lautsprecher Klänge – etwa einen zwitschernden Vogel – zielgerichtet im Kinosaal platziert. Im Rahmen des „Dolby Atmos Festivals“ laufen (zum Teil nur für einen Tag) am Donnerstag „Joker“, „Takeover – Voll vertauscht“, „Onward“, „Die Schöne und das Biest“ und „Bohemian Rhapsody“.

Die Lochmanns kehren zurück

Weitere Premieren: „Guns Akimbo“, „Mina und die Traumzauberer“, „Der Fall Richard Jewell“, „Meine Freundin Conni: Geheimnis um Kater Mau“, „Just Mercy“ und „Anima: Detective Conan 23 – Die Faust des blauen Saphirs“.

„Takeover – voll vertauscht“ bietet ein Wiedersehen der YouTube-Stars Heiko und Roman Lochmann. Vor gut einem Jahr wurde das Aus der Lochis besiegelt. YouTube ohne die Zwillingsbrüder, stattdessen ein virtueller Abschied: „Ok Freunde, das hier ist unser letztes Video“, sagte Roman Lochmann.

Hollywood-Produktionen lassen noch auf sich warten

„Voll vertauscht“ von Florian Ross ist eine Verwechslungskomödie, die, abgesehen von ein paar Schwächen, amüsant und anrührend erzählt wird. Anders als in ihrem ersten Kinofilm „Bruder vor Luder“ spielen Roman und Heiko nicht sich selbst, sondern schlüpfen in richtige Rollen: Sie sind zwei 18-Jährige, die sich zufällig im Europa-Park in Rust über den Weg laufen. Danny (Roman Lochmann) träumt von einer Karriere als Musiker. Rückhalt bekommt er von seiner Mutter (Alexandra Neldel) und seinen Geschwistern.

Ein wenig Geduld erfordern die großen Hollywood-Produktionen. Die Premiere von Christopher Nolans Thriller „Tenet“ mit Robert Pattinson etwa ist auf den 12. August verschoben.

Von Frank Füllgrabe

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