Donnerstag , 22. Oktober 2020
Eine Videoprojektion als Rauminstallation mit Spiegeln und Spiegelscherben. Foto: t&w

Der Blick durch das Schaufenster

Lüneburg. Wie kann man ein Gruppenporträt erstellen , und wie kommt darin jede einzelne Person zu Wort beziehungsweise zum Bild? Die Auseinandersetzung mit dieser Frage verbindet wie ein roter Faden die einzelnen Beiträge der Studierenden der Klasse Prof. Cony Theis in der Ausstellung „Miror“ (bis 26. Juli) des Kunstvereins Lüneburg in der Lüner Straße 10a. Cony Theis ist seit 2013 Professorin für Bildende Künste an der Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg.

Üblicherweise entstehen Arbeiten im Atelier, und gerade bei einer Gruppenarbeit setzt man die Anwesenheit aller Beteiligten voraus. Die Vorbereitung für „Miror“ fand – der Corona-Krisenzeit geschuldet – in Onlinebetreuung statt, also in Isolation der Beteiligten. Das Ergebnis ist eine mehrfach gebrochene Videoprojektion als Rauminstallation. Im Video vereinen sich Aufnahmen einzelner zwei- oder dreidimensionaler Exponate mit direkten Filmclips.

Die etwa halbstündige Videoarbeit wird über ein System von Spiegeln in den Raum projiziert und entwickelt in Resonanz auf den Raum des Kunstvereins eine eigene Formensprache. Durch Gucklöcher in den Fenstern der Kunstverein-Galerie und in der Tür kann die Arbeit aus zwei verschiedenen Perspektiven gesehen werden. Miror bedeutet sich (ver-)wundern. Verwechslungen mit dem Wort mirror (Spiegel) sind durchaus angebracht und erwünscht. Begleitend erscheint ein Multiple in Form einer Unikatserie in einer Auflage von 22 Exemplaren, das – voraussichtlich – am 30. Juni vorgestellt wird. lz