Samstag , 8. August 2020
Sängerin Sandy Edwards ist die Frontfrau der Band Nite Club. Foto: Anne und Björn Fotografie

Endlich wieder Publikum

Lüneburg. Die Vorbereitungszeit ist verdammt kurz, aber die Freude, dass es wieder losgeht, übertrumpft alles. Die Lüneburger Band Nite Club hat die Ehre, die Konzertreihe des Lüneburger Kultursommers am Sonnabend zu eröffnen, die Show beginnt um 20 Uhr, Einlass ist ab 18.30 Uhr. Erfahren haben sie es erst vor gut 10 Tagen, wie Bandleiter Matthias Lutz berichtet. „Wir holen alle sechs aus dem Winterschlaf“, witzelt Lutz.

Die Band tritt in unterschiedlichen Besetzungen auf, am Sonnabend werden Jens Wrede (Bass), Kai Gülzow (Gitarre) aus Buchholz, Stefan Maus (Saxofon) aus Hamburg und Simon Gattringer (Schlagzeug) aus Linz zu hören sein. Und natürlich die stimmgewaltige Frontfrau Sandy Edwards, Lebensgefährtin von Pianist Matthias Lutz. Geprobt wurde schon länger nicht mehr, „wir haben lediglich mit Online-Streaming-Konzerten versucht, unsere Fans bei Laune zu halten“, schildert Lutz die Zeit des Corona bedingten Stillstands.

Geprobt wurde schon länger nicht mehr

Dass sie aus der Übung gekommen sind, können zumindest Matthias und Sandy Edwards nicht behaupten, denn sie hatten im März, just als Corona begann, sich auszubreiten, ein Engagement auf einem Expeditionskreuzfahrtschiff, das die Antarktis erkundete – jeden Abend standen sie dort auf der Bühne, teils bei hohem Wellengang. Erst als sie ausgestiegen waren und Neuseeland bereisten, erfuhren sie von den Ausmaßen der Pandemie, – und dass ihre rund 40 Auftritte allesamt storniert wurden. Wieder zu Hause in Ochtmissen, nutzten sie die Zeit, neue Stücke zu komponieren oder arrangieren und ihre Reiseeindrücke musikalisch zu verarbeiten. Mehr davon gibt‘s am Sonnabend live.

„Der Kontakt zu einem anwesenden Publikum ist allerdings nicht ersetzbar“, betont er. Umso mehr freue sich die Band über das kurzfristige Engagement durch die Firma Campus und Protones als Veranstalter und darüber, das Lüneburger Publikum beim Heimspiel auf den Sülzwiesen wiederzusehen. „Trotz aller erforderlichen Maßnahmen ist es ein großer Gewinn für das Publikum, die Kultur in der Stadt und natürlich auch für die Künstler, die in diesem Rahmen wieder arbeiten dürfen.“ Ähnlich „buy local“ (kaufe vor Ort ein) appelliert Lutz „Support your local artists“ (Unterstütze Künstler deiner Heimat).

Mit der Gestaltung ihres Programms habe die Band es sich nicht leicht gemacht, denn einerseits wollen die Musiker gute Laune versprühen, andererseits vermeiden, dass die Songs zu sehr mitreißen und die Leute die Einhaltung der Corona-Regeln wie Abstandswahrung vergessen lassen. Die Band will einen generationsübergreifenden Bogen zwischen Gänsehaut-Feeling und Ohrwürmern spannen, gemischt mit eigenen Interpretationen von Soul- und Popklassikern. Der Groove soll ins Herz und in die Beine gehen – von 20 bis 22 Uhr.

Von Dietlinde Terjung