Donnerstag , 24. September 2020
Weiterhin gefordert: Hilke Bultmann (links), Violaine Kozycki und Friedrich von Mansberg sind verantwortlich für das Online-Format des Theaters. Foto: t&w

Die Spielzeit ist offiziell vorbei

Lüneburg. Nun ist es offiziell: Die Spielzeit 2019/20 am Theater Lüneburg ist vorzeitig beendet und der Spielbetrieb bis einschließlich 28. Juni eingestellt. Alle bereits gekauften Eintrittskarten für Vorstellungen, die aus diesem Grund ausfallen, können zurückgegeben oder entsprechend umgebucht werden.

Unter www.theater-lueneburg.de steht ein Vordruck zur Rückerstattung von Eintrittskarten zum Download bereit. Es stehen drei Verfahren zur Wahl: Spende, Rücküberweisung des Kaufpreises oder Ausstellung eines Geschenkgutscheins. Die Kunden werden gebeten, schnellstmöglich und bis spätestens 31. Juli diesen Vordruck mit den gekauften Eintrittskarten an das Theater zu senden oder in den Briefkasten am Bühneneingang des Theaters (auf der Rückseite des Hauses, Richtung Wallstraße) zu werfen. Über das Theater können nur an der Theaterkasse erworbene Eintrittskarten zurückgenommen werden. Sofern die Tickets über eventim.de oder eine externe Vorverkaufsstelle erworben wurde, wenden sich die Kunden direkt an die jeweilige Vorverkaufsstelle.

Rund 20 Prozent der Kartenrückabwicklungen sind dem Theater bereits als Spenden zugeflossen und sehr viele Besucher haben darüber hinaus ihre bereits gekauften Karten in Gutscheine getauscht, was das Theater außerordentlich freut.

Von Heimvideos über Lesungen und kleine Konzerte bis hin zur Vorstellung des neuen Spielplans: Das Online-Angebot des Theater Lüneburg bleibt weiterhin bestehen. Und die Resonanz ist enorm: Mitte Mai wurden die Clips bereits über 120.000 Mal aufgerufen.

„Studio Theater Lüneburg“

Wie Balletttraining unter Corona-Bedingungen möglich ist, ist in der laufenden Woche zu sehen: Sechs Videos geben Einblicke, wie die bewegungsorientierten Tänzer/innen mit dem Lockdown umgingen und wie aktuell geprobt werden kann. Für den Juni sind dann neue Online-Formate geplant. Voraussichtlich in der ersten Juni-Woche verabschiedet das Theater virtuell die Produktionen, die eigentlich seit März ihre letzte Vorstellung gefeiert hätten. Welche Stücke für die Spielzeit 2020/21 geplant sind, erfahren die Zuschauer ab circa 10. Juni in der Neuauflage des „Studio Theater Lüneburg“. Chefdramaturg Friedrich von Mansberg lädt in mehreren Folgen die Leiter der verschiedenen Sparten ein, um den Spielplan vorzustellen. Außerdem bieten verschiedene Clips den Zuschauern die Gelegenheit, Räume des Theaters kennenzulernen, die sie normalerweise nicht besuchen – wie etwa die Maske oder die Requisite. Die Videos sind unter anderem auf der Facebook-Seite des Theaters und dem YouTube-Kanal verfügbar. Anderswo sieht die Situation anders aus: Viele Kulturschaffende in Brandenburg freuen sich über die Wiedereröffnung der Theater ab dem 6. Juni unter Auflagen, können den Betrieb aber nur langsam wieder aufnehmen. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte den Termin nach einer Kabinettssitzung am Dienstag mitgeteilt.

„Das ist ein starkes Signal für die Kultur in Brandenburg“, sagte Bettina Jahnke, Intendantin des Hans-Otto-Theaters in Potsdam. Für ihr Haus habe die Neuregelung jedoch keine Auswirkung, da ohnehin am 19. Juni die Sommerpause beginne. „Den Betrieb für wenige Tage unter Wahrung der Abstands- und Hygieneregeln für 75 Zuschauer hochzufahren, steht in keinem Verhältnis.“

„Dennoch kommt Bewegung ins Land. Für kleinere Gruppen und freie Häuser ist die Wiedereröffnung genau das Richtige“, sagte Jahnke. Auch kleinere Festivals und Sommertheater könnten relativ schnell ein Programm darbieten. lz/rnd/dpa