Samstag , 24. Oktober 2020
Zu den regulären Spielzeiten des Lüneburger Theaters, also dienstags bis sonntags, überträgt die LZ zurzeit live aus dem Theater: Dort hat man kreative Formate gefunden, selbstverständlich nicht vor einem vollen Saal. Foto: t&w

Ein Trauerspiel mit komischen Momenten

Lüneburg. Eigentlich ist „Emilia Galotti“ von Gotthold Ephraim Lessing ein Trauerspiel mit einem entsprechend tragischen Ende. Es geht um Macht und Moral, um gesellschaftliche Zwänge, natürlich auch um die Liebe und um das Begehren. Warum es aber dennoch komödiantische Elemente gibt, das erklärt Regisseur Jakob Arnold im Gespräch mit LZ-Autor Hans-Herbert Jenckel im dritten „Studio Theater Lüneburg“, zu sehen auf der Facebook-Seite der Landeszeitung, die Theater-Homepage leitet zu YouTube weiter.

Zu Wort kommen Philip Richert (Marinelli) und Dramaturgin Hilke Bultmann, der 18-minütige Videoclip zeigt Tülin Pektas mit einem Monolog in der Titelrolle und eine Szene mit Niklas Schmidt (auf dem Foto rechts) als Hettore Gonzaga und Yves Dudziak als Conti. Gerade sollte die Produktion von der Probebühne auf die Hauptbühne wechseln, dann kam Corona, die Premiere am 27. März ist natürlich erstmal hinfällig. Aber was gibt es an dem – 1772 uraufgeführten – Drama denn nun zu lachen? Das Geschehen, so Jakob Arnold, eskaliere auf eine zwingende Art und Weise, der sich keiner der Akteure entziehen könne – was sogar zu einigem Sprachwitz führe.

Das gemeinsame Format von LZ und Theater soll die Kultur in die Wohnzimmer bringen, in der aktuellen Zeit als Moment zum Verweilen dienen. Es richtet sich an alle jene, die jetzt erstmal – aus sehr guten Gründen – keine Vorstellung mehr im Lüneburger Theater besuchen können. Dienstags bis sonnabends um jeweils 20 Uhr sowie sonntags um 19 Uhr bietet das Theater circa eine halbe Stunde lang Hintergrundgespräche, Ausschnitte, Musik und gute Unterhaltung im Internet an. ff

Die Videos werden live übertragen, sind aber auch noch im Nachhinein auf den Facebook-Seiten von LZ und Theater abrufbar.