Mittwoch , 5. August 2020
Die „Busfahrt mit Kuhn“ startet am 30. Mai, unterwegs ist das Jugendensemble 3 des Theaters. Foto: enovum

Die Sonne ist zornig, die Erde stört

Lüneburg. Mit zwei Geschichten aus dem 19. Jahrhundert geht das Theater im e.novum in das neue Jahr: Am Sonntag, 12. Januar, feiert „Oliver Twist“ seine B-Prem iere, dann geht also die zweite Mannschaft des Kinderensemble 2 auf die Bühne. Am Sonntag 9. Februar, folgt ein Gastspiel der „Lütten Sülfmeister“: Tom Sawyer und Huckleberry Finn erleben ihre Abenteuer weiterhin am Mississippi, aber auf Plattdüütsch. Im Mittelpunkt stehen also auch künftig die jungen Darsteller/innen, die Zahlen geben den Theatermachern recht: Im vergangenen Jahr hatte das e.novum-Theater 11445 Besucher, das entspricht einer Auslastung von 92,9 Prozent.

Das weitere Programm mit hauseigenen Produktionen:

Cyrano de Bergerac

Cyrano de Bergerac von Edmond Rostand: Premiere ist am Sonnabend, 29. Februar; es spielt das Erwachsenenensemble 3. Mit Worten weiß Cyrano de Bergerac ebenso virtuos umzugehen wie mit dem Degen. Doch während er jeden, der sich über seine riesige Nase lustig macht, im Duell mühelos besiegt, verschlägt es ihm in der Liebe jedoch die Sprache. Dann kommt der schöne aber geistig etwas ungelenke Christian zu den Gascogner Kadetten, und sie schmieden gemeinsam einen Plan. Gemeinsam werden sie das Herz der schönen Roxane gewinnen.

Spätestens seit der Uraufführung am 28. Dezember 1897 gehört der großherzige Schwärmer neben Shakespeares Romeo und Goethes Werther zu den wohl tragischsten Liebeshelden der Weltliteratur. Das Meisterwerk über Liebe, Selbstverleugnung und unermüdlichen Lebensmut, das mit so viel Witz und Wortspielen daherkommt, ist eine zeitlose Geschichte über die Geschichte einer unerwiderten Liebe.

Der Weltuntergang

Der Weltuntergang von Jura Soyfer: ab 18. April, gespielt vom Jugendensemble 2: Die Sonne ist zornig, die Erde stört den Takt im Weltraum, denn sie hat Menschen. Das darf nicht sein! So entsendet sie zusammen mit anderen Planeten einen Kometen, der mit seinem Einschlag die Erde von dem „Ungeziefer“ befreien soll. Natürlich entdecken die Menschen sehr schnell, dass ein Komet auf Kollisionskurs ist, aber ihre Reaktionen auf den bevorstehenden Weltuntergang sind sehr unterschiedlich. Der geniale Professor Guck hat eine Erfindung gemacht, um den Kometen aufzuhalten, aber er hat nicht das Geld, die Maschine zu bauen. Und die Zeit läuft…

Ausgehend von dieser bewusst an Nestroys „Lumpazivagabundus“ angelehnten Rahmenhandlung beleuchtet Jura Soyfer in seinem „Weltuntergang“ auf satirisch-kabarettistische Weise die Geschehnisse im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs. Kritisch, aber gleichzeitig höchst humorvoll setzt er sich mit den Handlungsweisen der Staaten und ihrer Vertreter, vor allem aber mit den Reaktionen der Menschen auf die bevorstehende Katastrophe auseinander. Dennoch glaubt Jura Soyfer an die Überwindung von Hass und sagt der Welt eine friedvolle Zukunft voraus.

Busfahrt mit Kuhn

Busfahrt mit Kuhn Von Tamara Bach: ab 30. Mai, gespielt vom Jugendensemble 3: Rike, Sissi und Lex haben es geschafft: Das Abi! Was nun? Die Herausforderungen der Zukunft scheinen weit entfernt und sind doch so nah. Bevor es sie in alle Himmelsrichtungen aus einander treibt, wollen sie den ultimativen, den „geilsten Sommer ihres Lebens“ erleben. Also ab in den Süden! Zum Rockfestival nach Süddeutschland! Dafür müssen sie nur noch den VW-Bus „Kuhn“ von Rikes Bruder Kurti klauen. Doch dann will auch Noah mitfahren, in den Rike unglücklich verliebt ist.

Die Gefühlswirren und Katastrophen nehmen ihren Lauf. Sie lassen sich ein auf eine Reise, bei der nur das Ziel feststeht. Was sie ihnen bringen wird? Keiner weiß es. Nur eines ist allen klar: So wie jetzt wird es nie mehr sein! lz