Sonntag , 27. September 2020
Julia Roberts und Sally Field mit Grenzsoldaten auf der Berliner Mauer im Jahr 1990.

Das Schaufenster zur Welt

Lüneburg. Von Anfang an haben Pressefotografen die Internationalen Filmfestspiele Berlin begleitet und dokumentiert. Auch dadurch wurde das Image der Berlinale nachhaltig geprägt. Darum dreht sich die erste Ausstellung der Kulturbäckerei im neuen Jahr; Titel: „Zwischen den Filmen“. Die von Dr. Daniela Sannwald kuratierte, bis zum 8. März laufende „Fotogeschichte der Berlinale“ (Untertitel) wird am Sonnabend, 18. Januar, um 18.30 Uhr eröffnet; die Vernissage ermöglicht auch ein Wiedersehen mit Dieter Kosslick, von 2000 bis 2019 Direktor der Berlinale. Er spricht zusammen mit Dr. Rainer Rother von der Deutsche Kinemathek über Stationen derPräsentation.

Als 1951 die ersten Internationalen Filmfestspiele als ausgesprochenes Publikumsfestival gegründet wurden, war Berlin in vier Sektoren unterteilt. Das so genannte „Schaufenster zur Welt“ sollte internationale Filme nach Berlin bringen und die Funktion der Stadt als Kulturmetropole wieder aufleben lassen. Heute zählen die Filmfestspiele in Berlin neben Cannes und Venedig zu den bedeutendsten internationalen Filmfestivals.

Filmball und Preisverleihung

Den Mittelpunkt der Ausstellung in der Kunsthalle der Sparkassenstiftung Lüneburg bilden die Aufnahmen des Berliner Pressefotografen Mario Mach (1923–2012), der die Berlinale von Beginn an und bis in die 1990er-Jahre professionell begleitet hat. Ähnlich wie seine Kollegen Heinz Köster (1917–1967) und Joachim Diederichs (1924–2010) war Mach bei Presseterminen von der Ankunft der Stars bis zu deren Abreise dabei: Das Eintreffen im Hotel, die Filmpremieren, die Stadtspaziergänge und das Fangedränge, Filmball und Preisverleihung gehörten zum festen Programm.

Entstanden ist ein umfangreicher fotografischer Fundus – nicht nur zur Berlinale, sondern auch zur Alltags- und Kulturgeschichte der Bundesrepublik vor und nach dem Mauerfall. Seit den 1970er-Jahren war Erika Rabau offizielle Berlinale-Fotografin – sie begleitete die Festspiele bis in die 2000er-Jahre hinein. Ihr gelang es, die besonders gespannte Atmosphäre bei Pressekonferenzen und Fototerminen in ihren Bildern einzufangen. Weitere Berlinale Fotografen wie Fumiko Matsuyama, Harry Croner, Martin Badekow, Marian Stefanowski, Christian Schulz und der seit 2002 offizielle Prominenten-Porträtist Gerhard Kassner haben das Image der Berlinale geprägt. lz