Die Band Passepartout aus Hannover spielt deutsch-französischen Hiphop. Foto: Jesse-M.Wiebe

Zwei Sprachen – ein Gefühl

Lüneburg. Passepartout, eine zehnköpfige Band aus Hannover, gibt es seit ungefähr vier Jahren. Im Vordergrund stehen deutsch-französische Texte, die zum Nachden ken anregen – zwei Sprachen, ein Gefühl. Auf ihrem Album „Kiosque“ reist die Hiphop-Band durch das Mississippi-Delta, tanzt Salsa in Kuba, macht sich die Straßen Frankreichs zu eigen und schlittert knapp an der jamaikanischen Sonne vorbei. Musikalisch untermalt mit einer fetten Liveband, die neben Saxophon, Trompete, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard sogar eine beatboxende Querflöte zu bieten hat.

„Tanzen ist bei uns garantiert, und seitdem wir mit eigenem Ton und Lichttechniker unterwegs sind, haben wir nochmal eine ordentliche Schippe drauflegen können“, erzählt Matze, der Rapper der Crew. In dieser bunten Tüte aus Rap, Soul, Jazz und Rock’n Roll ist für jeden was dabei.

Viel auf Festivals unterwegs

Passepartout, der Name ist in der Musikszene in und um Hannover spätestens seit den Festival-Gigs bei Rock am Deister 2016 ein Begriff. Letztes Jahr sorgte die Band mit einem spektakulären Party-Video zu ihrem Song „Identité“ für Aufsehen.

„Im Sommer waren wir viel auf Festivals unterwegs, eines der Highlights war das Expo-Plaza in Hannover vor 12.000 Leuten. Das war eine wahnsinnige Erfahrung und hat definitiv Hunger auf mehr gemacht. Jetzt sind wir auf Deutschlandtour. Wir lieben es, durch die Musik viele Orte kennenzulernen und Menschen zu treffen, die sich für Musik und Kultur engagieren“, berichtet Drummer Loki.

Am kommenden Freitag, 22. November, sind die Musiker im Salon Hansen zu hören. „Wir haben schon viermal in Lüneburg gespielt. Das erste Mal beim Lunatic Festival, dann in einem Friseursalon, beim Salt Lake City Festival und bei der Nacht der Clubs im Salon Hansen“, erinnert Matze sich. Auch über ein paar neue Gesichter im Publikum würden sich alle sehr freuen.

Vieles selbst in die Hand genommen

Kein Label, kein Vertrag, funktioniert das? „Wir haben zwangsläufig vieles selbst in die Hand genommen, einfach weil uns anfangs keine Hilfe angeboten wurde. Wir haben dadurch eine Menge gelernt, haben uns Kompetenzen angeeignet und gute Kontakte geknüpft. Wir mussten lernen, uns selbst zu organisieren und unsere Ziele zu erreichen.“, erzählt Aaron, Saxophonist der Band.

Jüngst arbeiteten sie mit dem Produzenten Alex Sprave zusammen. „Wir sind vielleicht ein bisschen in die Produktion hineingestolpert und hätten vorbereiteter sein können, aber es sind auf jeden Fall gute Songs entstanden, und wir haben eine Menge für die Zukunft dazugelernt“, gibt Aaron ehrlich zu. Kein Tourmanagement und kein Geld hieß aber auch schon, bei freundlichen Locals unterzukommen oder im Zelt. „In Bielefeld haben wir mal eine Nacht auf einer Verkehrsinsel verbracht“, erzählt Matze schmunzelnd.

Französisch gut für HipHop geeignet

Und warum deutsch-französischer HipHop? „Das ist wohl meine Schuld. ich bin zweisprachig aufgewachsen und habe die Entwicklung von Hiphop seit Ende der 90er-Jahre in Frankreich sowie in Deutschland verfolgt“, erklärt der Rapper. Angefangen habe Matze auf Deutsch zu rappen, aber schnell sei ihm aufgefallen, wie gut auch Französisch für HipHop geeignet ist. Es sei für ihn eine Möglichkeit, sein Französisch am Leben zu erhalten, auch wenn er in Deutschland lebt.

Gute Laune und gleichzeitig tiefgründig – wie das geht, erklärt der Sänger: „Ich glaube das hat mit der Lebenseinstellung zu tun, die uns alle verbindet. Wir haben alle unsere Päckchen zu tragen und können auch nicht ignorieren, dass unsere Welt voller Ungerechtigkeiten ist. Ich finde es aber nicht widersprüchlich, trotzdem positiv gestimmt zu sein und das Leben zu umarmen.“

Am Freitag tritt Passepartout im Salon Hansen auf, 20.30 Uhr.

Von Malin Mennrich