Dienstag , 22. September 2020
Harald Hauswald, hier in der Galerie kunstFleck Dahlenburg, richtet seine Arbeiten nun in der Volkshochschule Lüneburg ein. Foto: ff

Mykenisches Lächeln

Lüneburg. Sieben Ausstellungen öffnen an diesem Wochenende, allein zwei in der Kulturbäckerei, dazu im Salzmuseum, im Heinrich-Heine-Haus, in der Galerie Esfandiary, in der Volkshochschule und in der Küsterscheune Betzendorf. Als bekanntester Name taucht Markus Lüpertz gleich zwei Mal auf: Er zeigt unter dem Titel „Mykenisches Lächeln“ einen Ausschnitt aus seinem grafischen Werk, und als Ideengeber leitete der Malerfürst in der Akademie Bad Reichenhall die Künstlergruppe Breitengrad an, die nun im Salzmuseum ausstellt. Eine Übersicht:

Die zehn Holzschnitte zur titelgebenden Reihe „Mykenisches Lächeln“ entstanden bereitd 1985/86, also zu Beginn der Annäherung des Künstlers an die Druckgrafik. Dazu zeigt die Ausstellung unter anderem die aktuelle Reihe „Sternzeichen“, die je zwölf handbemalte Bronze­skulpturen sowie Holzschnitte umfasst. Vernissage: Sonnabend, 2. November, 18.30 Uhr, mit einer Einführung durch Therés Lubinetzki. Die Präsentation läuft bis 11. Dezember, Markus Lüpertz hat – noch ohne konkreten Termin – eine Besichtigung der Kulturbäckerei angekündigt.

Fotoserie „I think I saw her blink“

In ihrer Fotoserie „I think I saw her blink“ hat sich Julia Steinigeweg in Singapur in die Grenzgebiete zwischen Realität und Fiktion begeben. Im Mittelpunkt stehen dystopische Inszenierungen von Orten und Menschen, von unheimlichen Augenblicken. Julia Steinigeweg studierte Freie Kunst und Kommunikationsdesign in Hamburg. Die Ausstellung im Artrium der Kulturbäckerei läuft bis 11. Dezember.

Der Ausstellungsreigen in der Lüneburger Galerie Esfandiary (Dorette-von-Stern-Straße 11) geht in eine neue Runde: Ab Montag, 4. November, bis zum 13. Dezember sind nun Arbeiten von Heike Bader, Fred G. Eger, Stephanie Hüllmann und Claudia Moeller zu sehen.

Der Kunstverein Lüneburg eröffnete am Freitag seine nächste Ausstellung im Heinrich-Heine-Haus. Unter dem Titel „Formanie“ zeigt der Maler Andrej Wilhelms aktuelle Arbeiten, die mit „unbestimmter Gegenständlichkeit“ bezeichnet werden: „In seinen Bildern“, so der Kunstverein, „dominieren rätselhafte Formen und Farbflächen und feiern die Souveränität der Malerei.“ Andrej Wilhelms, Jahrgang 1984, hat an der Bauhaus Universiät Weimar und an der Kunstakademie Münster studiert, er war Meisterschüler bei Cornelius Völker. Die Ausstellung läuft bis 24. November.

Spiel mit der Gegenüberstellung

Sieben Künstlerinnen aus dem Atelier Daniela Köster stellen unter dem Titel „Werkschau II“ in der Küsterscheune Betzendorf aus: Anke Dinsing, Silvie Hanisch, Rita Hummel, Wiebke Janßen, Ma Jani, Helga Ritter und Sanne Stoppel. Vernissage: Sonnabend, 2. November, 16 Uhr, mit einer Performance stellen sich die Künstlerinnen vor. Angekündigt ist die Werkschau als Spiel mit der Gegenüberstellung von Individualität und Gleichheit in dieser Künstlerinnen-Gruppe. Die Ausstellung ist noch an den beiden folgenden Wochenenden (jeweils 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 04138-3390213) geöffnet. Am Sonntag, 17. November, 17 Uhr, gibt es eine Gesprächsrunde mit den Beteiligten.

Das Lüneburger Salzmuseum zeigt ab Sonnabend, 2. November, die Ausstellung „SALZ 53° 15‘ N I 12° 25‘ E“ der internationalen Künstlergruppe Breitengrad. Vernissage war bereits am Freitag. Dabei sind 21 Positionen von Künstlerinnen und Künstlern – darunter die Lüneburgerin Anja Struck – zu sehen, die sich an der Kunstakademie Bad Reichenhall unter der Anleitung von Markus Lüpertz mit dem Thema „Salz“ auseinandergesetzt haben.

Neben der Beschäftigung mit der globalen Bedeutung dieses Rohstoffes galt es auch, Konzepte mit unterschiedlichen Materialien und diversen künstlerischen Disziplinen vielfältig abzubilden. Im Begleitprogramm finden am Sonnabend um 11.30 und 15 Uhr sowie am Sonntag um 11.30 Uhr Führungen durch die Kunstausstellung statt. Die Ausstellung läuft bis 19. Januar, dazu wird ein Katalog erstellt.

Kleine Szenen des Alltags

Unter dem Titel „Voll der Osten“ sind in der Volkshochschule Lüneburg seit Freitag, Fotografien von Harald Hauswald zu sehen, begleitet mit Texten von Stefan Wolle, wissenschaftlicher Leiter des DDR-Museums in Berlin. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der legendären Ostkreuz Agentur der Fotografen und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Die Vernissage ist am Montag, 4. November, 18.30 bis 20.30 Uhr, Harald Hauswald wird etwas zur Entstehungsgeschichte seiner Fotografien erzählen.

In den 80er-Jahren zog Harald Hauswald durch Ost-Berlin und fotografierte, was andere übersahen oder für uninteressant hielten: kleine Szenen des Alltags, einsame und alte Menschen, verliebte junge Pärchen, Rocker, Hooligans und junge Leute, die sich in der Kirche für Frieden und Umweltschutz einsetzten. Die Ausstellung präsentiert auf 20 Tafeln über 100 bekannte und unbekannte Fotos von Harald Hauswald. Die Ausstellungstafeln verlinken mit QR-Codes zu kurzen Videointerviews mit dem Fotografen über die Entstehung der Bilder..

Von Frank Füllgrabe