Montag , 28. September 2020
Melanie Voltz vor einem ihrer Werke in Spachteltechnik. (Foto: die)

Harmonie der Muster

Scharnebeck. Bilder, bei denen es kein wirkliches Oben oder Unten gibt, die sowohl quer als auch hochkant aufgehängt werden können, das ist das Besondere an den Werken von Melanie Voltz. Zu sehen sind die großformatigen Acrylgemälde in der Galerie Kulturboden Scharnebeck.

Die gebürtige Hamburgerin, Mutter eines dreimonatige Sohnes, malt nicht an der Staffelei, sondern legt die Leinwand auf den Boden und drückt die Farbe direkt aus der Tube auf den Untergrund, verteilt dann die Farbe mit Spachteln unterschiedlichster Größe, manchmal auch mit den Händen. Nach jedem Auftrag umrundet sie das Bild, denn „es soll von allen Seiten harmonisch aussehen – egal aus welcher Perspektive“, erklärt die 30-Jährige.

So entstehen stimmige Muster-Welten, mal in Pastelltönen, mal in tiefem Meeresblau oder auch in Grün, Rot und Gold, was viele Betrachter sofort an Weihnachten denken lässt. Die Signatur bringt sie stets auf der Rückseite an, „damit der Käufer entscheiden kann, wie rum er es aufhängt.“ Manchmal krönt sie ihre Arbeit mit dicken Linien, die sie in kurvigen Zügen über das gesamte Bild laufen lässt, „das passiert ganz spontan.“

Inspirationsquellen sind für sie abstrakte Expressionisten wie Jackson Pollock oder Emil Nolde, aber auch Impressionisten wie Claude Monet. „Manche Leute erkennen bei meinen Pastell-Mustern Monets Seerosen-Bilder wieder“, erzählt Melanie Voltz, die Kunstgeschichte in Wien und Osnabrück studierte und mit einem Master abgeschlossen hat. Seit gut zwei Jahren arbeitet sie als freischaffende Künstlerin. Ansonsten sei sie ein sehr neugieriger Mensch, der mit offenen Augen durch die Natur und das Leben geht und dabei „Farbeindrücke sammelt“.

Die Ausstellung ist bis zum 16. November, jeweils freitags (16-18 Uhr), sonnabends (15-17 Uhr) und sonntags (11-13 Uhr) geöffnet.

Von Dietlinde Terjung