Sascha Littig begann am Theater Lüneburg als Jünger in „Jesus Christ Superstar“. Ab Freitag spielt er einen gebeutelten Hofhund in dem Rotkäppchen-Musical. Foto: t&w

Rotkäppchen hat es satt

Lüneburg. Rotkäppchen ist schon 14 Jahre alt und hat es satt: Sie will nicht mehr wie ein Pilz heißen, auch wenn die altehrwürdige Oma Eule ihr diesen Namen gegeben hat. Dorothea, das ist schließlich ihr richtiger Name. Und außerdem hat Rotkäppchen – sorry: Dorothea – die ganzen Regeln der Erwachsenen satt, nicht einmal in den Wald darf sie, nur weil dort angeblich ein böser Wolf lauert. Teenager können schwierig sein, und natürlich geht sie doch in den Wald.

Es war also alles etwas anders in der Geschichte, die das berühmte Märchen erzählt. Darum dreht sich das Musical „Grimm“ von Peter Lund und Thomas Zaufke, es feiert am Freitag um 20 Uhr Premiere im Jungen Theater (T.3). Dorothea trifft tatsächlich auf den Wolf. Der aber ist kein gieriger Räuber und Killer, sondern ein cooler Typ, den der Teenager mächtig interessant findet. Was tun?

Schlau, Dick und Doof

Im Dorf regiert ein alter Hofhund, das ist der Bürgermeister (gespielt von Sascha Littig), wir befinden uns also in einer Fabel. Dort leben Schweinchen mit den schönen Namen Schlau, Dick und Doof, Ziegen, und was es eben sonst noch so gibt. Den einsamen Wolf in diese Dorfgemeinschaft integrieren? Warum nicht, sagen die einen, zwecklos, sagen die anderen. Und der alte Hofhund, also der Bürgermeister, versucht, immer auf der richtigen Seite zu sein.

Sascha Littig, Jahrgang 1980, ist noch recht jung, aber am Theater Lüneburg ein alter Hase. Seit er im Jahre 2004 zum ersten Mal in Lüneburg engagiert wurde, hat er in 34 Produktionen mitgespielt. Die erste war einer der Jünger in „Jesus Christ Superstar“, auch ein Musical also, nun also Grimm, außerdem bereitet er sich auf die Premiere von „Doktor Schiwago“ am 16. November vor.

Seine Ausbildung erhielt der Schauspieler und Sänger in Osnabrück. Seine ersten Engagements führten ihn an die Städtischen Bühnen Münster und an die Freilichtspiele Tecklenburg. Weitere Stationen waren die Burgfestspiele Jagsthausen, das Theater an der Rott und die Burgfestspiele in Mayen. Als Ensemblemitglied ging er mit „Evita“ auf Europatournee.

Jazzige Fabel über das Erwachsenwerden

Obgleich er in vielen Musicalproduktionen wie „Into the Woods“, „Kuss der Spinnenfrau“, „Jekyll and Hyde“, „Dracula“ und „The Rocky Horror Show“ zu sehen war, übernimmt er auch regelmäßig Rollen in Schauspielproduktionen wie „Die Räuber“, „Der kaukasische Kreidekreis“, „Amadeus“ und „Don Carlos“. Als Backing Vocalist unterstützte er die Mitglieder der Kelly Family in der Stille Nacht Tournee 2012. Als Gründungsmitglied von „Loge 5 – Die Theater Company“ tourt er seit einem Jahr mit dem Musical Babytalk durch Deutschland. Im Theater Lüneburg stand er unter anderem für „ Sugar – Manche mögen’s heiß“ und „Bonnie & Clyde“ auf der Bühne.

Die jazzige Fabel über das Erwachsenwerden, über Traditionen, Vorurteile und einiges mehr, empfohlen Zuschauern ab 14 Jahren, wird inszeniert von Friedrich von Mansberg, die musikalische Leitung hat Daniel Stickan, die Choreographie ist von Rhea Gublerm, es spielen, ihrer Rolle entsprechend, Jugendliche (ab 13 Jahren) und Erwachsene. Die Premiere ist ausverkauft; nächster Termin, diesmal mit noch freien Plätzen : Montag, 28. Oktober.

Von Frank Füllgrabe