Samstag , 31. Oktober 2020
Bea und Thorsten Stahl lassen sich immer wieder Neues für ihr Festival einfallen. Foto: oc

Ein Duo aus Tönnhafen

Winsen/Luhe. Manchmal, sagt Bea Stahl, würden die Leute schon Tönnhafen sagen, wenn sie Tönnhausen meinen. Das ist doch eine schöne Anerkennung, wenn man in Win sen-Tönnhausen, 731 Einwohner am Ilmenau-Kanal, ein Festival namens Tönnhafen organisiert. Bea und Thorsten Stahl sind das Tönnhafen-Duo, das als Fest für die Elbmarschdörfer und als Festival für Rockfans konzipiert ist. Bei Runde fünf am kommenden Wochenende kommt jetzt erstmals der Sport hinzu – mit einem Triathlon.

„Wir wollen mehr bieten als ein reines Rockfestival“, sagt Thorsten Stahl. Sie kommt aus der Gastro, er hat neben seinem Hauptberuf immer was organisiert und Rockmusik gemacht, lange bei den Rock‘n´Roll Deputyz. „Ich fand ihn doof“, erinnert sich Bea Stahl an den Tag, an dem sie Thorsten zum ersten Mal auf der Bühne sah. Spätestens drei Jahre später sah sie das ganz anders, und mittlerweile sitzt der Sohn der Stahls an den Drums einer Band.

Spektakel aus Rock und Feuerwerk

Die Stadt Winsen steht hinter dem Tönnhafen-Festival, Sponsoren sind eingestiegen. Gibt es Gewinn beim Festival, soll er in die Qualität des Programms fließen, sagt Thorsten Stahl. Dafür stehen musikalisch am Sonnabend, 27. Juli, zwei Bands. Nite Club aus Lüneburg spielt ab 18.30 Uhr geschliffenen Soul-Funk. Um 22 Uhr sorgt dann die Kiss Forever Band aus Ungarn für ein Spektakel aus Rock und Feuerwerk. Zwei Stunden brauchen die Musiker, um von der Schminke bis zu den Plateaustiefeln den Look der Original-Kiss-Band zu übernehmen. Zwei Stunden Show stehen an, „um 24 Uhr ist aber Schluss“, sagt Thorsten Stahl. Dann schläft Tönnhausen.

Freitag, 26. Juli, steht ab 17 Uhr unter dem Motto „WarmUp The Village“. So eine Art gemütlicher Dorfabend der Elbmarsch sei das, ab 19 Uhr spielt das Duo The Age Of Aquarius Musik aus den Zeiten von Hippies und ABBA. Am Sonnabend, 28., startet das Programm um 15 Uhr mit dem „Modder-K.A.P.“, bei dem es um Spaß und Aktion geht, wenn zum Beispiel ein VW Caddy über den Deich gezogen wird. Der Deich bleibt natürlich heil, sonst geht gar nichts in Tönnhausen/Tönnhafen. Ebbe und Flut machen sich dort nachhaltig bemerkbar.

Rund 1500 Besuchern am Abend

Als „Family & Friends Day“ ist der Sonntag, 28., deklariert. DJs machen Musik, zum Ende covert ab 17.15 Uhr Homefield Four Hits aus Rock und Pop; die Four treten als Trio auf. Aufregend wird es um 13 Uhr, wenn der erste Triathlon startet: 500 Meter Schwimmen, 18 Kilometer Radfahren, fünf Kilometer Laufen. „Das ist für uns ein Schuss aus dem Kalten“, sagt Thorsten Stahl zum Debüt des Wettbewerbs. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, Zeiten werden professionell erfasst. Die Nachfrage signalisiert jedenfalls: Gute Idee!

Mit rund 1500 Besuchern am Abend rechnen die Stahls. Das Festival wächst. Noch ist Platz am Deich, aber Wachstum sei nicht entscheidend, finden die Stahls und ihr Team. Der Spaß muss stimmen in Tönnhafen oder Tönnhausen oder wie der Ortsteil von Winsen heißt.

Von Hans-Martin Koch

Westergellersen, Ventschau und Lüneburg

Open Air im August

Drei Festivals, die sich etabliert haben, finden – neben weiteren – auch in diesem Sommer statt. Das Größte ist das auf Nachhaltigkeit und breites Programm von Yoga über Workshops bis Lesung setzende A Summer‘s Tale in Westergellersen/Luhmühlen vom 1. bis 4. August. Zu den Top-Acts zählen ZAZ, Tina Dico, Suede und Elbow. Am 9. und 10. August läuft das e.ventschau, das sich programmatisch der Anti-Atom-Bewegung verbunden hat. Musikalisch kommen unter anderem DenManTau, Schön Dick Butter, Rainer von Vielen, Tijuana Cartel und Passepartout nach Ventschau. Zwei Wochen später, am 23. und 24. August, findet das von Jugendlichen organisierte Jakob Festival im Kurpark statt. Auch dort stehen neben viel Live-Musik Infos zu einem nachhaltigen Leben auf dem Programm. Musik kommt unter anderem von Kota Connection, Brass Riot, Dota und Zweiraumsilke.