Donnerstag , 22. Oktober 2020
Wilhelm Feldmann war auch als Kunstlehrer aktiv. Fotos: Museum

Gesucht – Werke aus dem Atelier von Wilhelm Feldmann

Mölln. Er wurde als Sohn eines Schlossermeisters 1859 in Lüneburg geboren, der Maler Friedhelm Feldmann. Posthum hat er auch schon bei den „Roten Rosen“ eine gewisse Rolle gespielt. Lange Zeit lebte und arbeitete er in Mölln und Lübeck, wo er 1932 verstarb. Nun plant das Möllner Museum Historisches Rathaus eine Wilhelm-Feldmann-Ausstellung, ist daher auf der Suche nach weiteren Exponaten. „Vielleicht hat der eine oder andere Lüneburger eine seiner typischen Heidelandschaft im Wohnzimmer zu hängen oder auf dem Dachboden gelagert“, hofft Museumsleiter Michael Packheiser.

Wilhelm Feldmann studierte von 1878 bis circa 1890 an den Kunstakademien in München, Karlsruhe und Berlin. Neben der Malerei ließ Feldmann sich auch in der Drucktechnik der Radierung und der Lithografie erfolgreich ausbilden. Ab 1890 arbeitete Wilhelm Feldmann in Berlin als freischaffender Künstler, zu dessen bevorzugten Themen die kargen Heidelandschaften der Mark Brandenburg und der Lüneburger Heide zählten. Von 1905 bis etwa 1912/13 lebte der Künstler in Mölln. Er unterhielt dort eine Malschule, die überwiegend von Frauen besucht wurde, denn diesen war bis 1918 der Zugang zu den Kunstakademien in der Regel versagt.

Landschaftsdarstellungen im spätimpressionistischen Malstil

Die kleine Stadt Mölln war vor dem Ersten Weltkrieg im Aufbruch, das neue Möllner Kurhotel und die schöne landschaftliche Lage zogen viel erholungsbedürftiges Publikum aus den deutschen Metropolen an. Wilhelm Feldmann lebte in einer repräsentativen Villa am Rand des Kurgebietes. Durch seine Kontakte zu Kollegen, etwa zu dem bekannten Maler Heinrich Basedow d. Ä. aus Potsdam, gewann Mölln für kurze Zeit den Hauch einer kleinen Künstlerkolonie. Es entstanden eine Reihe von Landschaftsdarstellungen im spätimpressionistischen Malstil.

Nach 1913 lebte Feldmann in Lübeck, wo er 1929 zuletzt im Museum Behn-Haus ausstellte. Das Werk des Malers geriet für Jahrzehnte in Vergessenheit – „unverdient, keiner weiß, warum“, wie Michael Packheiser heute meint. Nur wenige Werke fanden ihren Weg in die Sammlungen von Museen. Viele Werke müssen sich deshalb bis heute in Privatbesitz befinden.

Befristete Sonderausstellung

Die Lüneburger Malerin Katrin Greife wurde 2017 von der Serienwerft der ARD-Serie „Rote Rosen“ beauftragt, ein Ölgemälde im Feldmann‘schen Stil zu erstellen, als es um ein Erbstück ging. Feldmann gehörte einst zu den bekanntesten Landschaftsmalern seiner Zeit, hieß es auch in der Telenovela.

Der Möllner Museumsleiter sucht nun Kontakt zu Besitzern von Feldmann-Bildern, die er gern im Rahmen einer befristeten Sonderausstellung in Mölln als Leihgaben präsentieren möchte. Kontakt über das Museum per Email: m.packheiser@moelln.de oder Telefon 04542-835462.

Von Dietlinde Terjung