Dienstag , 22. September 2020
ACDC: "Dirty Deeds Done Dirt Cheap" (1976). Foto: Aubrey Powell © Hipgnosis

Die Revolution des Cover-Designs

Lüneburg. Sie haben alle Bravo-Starschnitte gezeigt, das zog ein bundesweites Echo nach sich. In diesem Jahr fanden die prägenden Plakate, mit denen Günther Kie ser über Jahrzehnte Jazz und Rock in Deutschland begleitete, große Resonanz. Ab 19. Januar zeigt die KulturBäckerei erneut ein Kapitel Popkultur, die längst Kunst- und Kultstatus erreicht hat. Zu sehen sind dann Werke der britischen Grafikagentur Hipgnosis, die heute als Design-Meisterwerke gefeiert werden und berühmte Alben etwa von Pink Floyd, Led Zeppelin und Genesis prägten.

1968 hatten Aubrey Powell (72) und Storm Thorgerson (1944-2013) in London das Studio Hipgnosis gegründet. Der Name „Hipgnosis“ soll von einem Graffiti stammen, das Powell und Thorgerson vor ihrer Wohnung entdeckten. Die Agentur passte ins Aufbruchsjahr 1968, sie entwarf Cover, die sich deutlich vom Gängigen absetzten und Kunst für sich selbst waren.

In Kooperation mit der Browse Gallery

Bezug zur Musik war dem Hipgnosis-Team nur in freier Form wichtig. Was zählte, war die Idee. Hipgnosis setzte mit inszenierten, oft surrealen Fotogafien LP-Cover in Szene, die zu Ikonen der Rockgeschichte wurden. Rund 350 Alben gestalteten sie bis 1983, darunter einige der berühmtesten LP-Cover der Musikgeschichte: „Atom Heart Mother“, „Dark Side of the Moon“, „Wish You Were Here“, „Animals“, alles von Pink Floyd, „Houses of the Holy“ von Led Zeppelin, „The Lamb Lies Down on Broadway“ von Genesis usw.

Auf die Fährte von Hipgnosis hatte sich Carsten Junge, Geschäftsführer der Sparkassenstiftung Lüneburg, bereits nach der so gut aufgenommenen Ausstellung der Bravo-Starschnitte gesetzt. Junge sah nun eine Hipgnosis-Ausstellung in der Berliner Browse Gallery, die erste überhaupt. Mittlerweile läuft eine weitere Werkschau in San Francisco. Die Lüneburger Ausstellung wird in Kooperation mit der Browse Gallery und Kurator John Colton ausgerichtet.

„Wir werden sicher auch Cover zeigen, vor allem aber großformatige Siebdrucke der Motive, die für die Alben genutzt wurden“, sagt Junge. Dazu kommen Schwarz-Weiß-Fotografien, laut Junge zum Teil unveröffentlichte. Wer Mick Jagger als jungen Rockstar in Unterhose sehen will . . . das Bild wird dabei sein. Zur Eröffnung kommt Aubrey Powell, sprechen wird NDR-Urgestein Peter Urban. Die Ausstellung „Daring to Dream. 50 Jahre Hipgnosis“ wird vom 19. Januar bis 24. Februar zu sehen sein.

Von Hans-Martin Koch