Julius Lehmann spricht die Titelrolle: Am Dienstag ist „Ritter Trenk“ als Preview in der Scala zu sehen, Bundesstart ist der 18. Oktober. Foto: t&w

Trenk snackt nu platt

Lüneburg. Ein Drache terrorisiert das Land. Wer es schafft, ihn unschädlich zu machen, der hat einen Wunsch frei, so verspricht es der Landesfürst. Bauernsohn T renk beschließt, sich der Herausforderung zu stellen, denn er hat eine große Sorge: Im Falle eines Erfolges möchte er seinem zu Unrecht im Kerker sitzenden Vater zur Freiheit verhelfen. Der Weg dorthin ist allerdings weit. Denn um überhaupt gegen den Drachen kämpfen zu können, muss er erst einmal Ritter werden, und dafür muss er ein Turnier gewinnen.

Ritter Trenk, das ist eine Abenteuerreihe von Kirsten Boie. Trenk Tausendschlag ist der Sohn eines leibeigenen Bauern, der ewig von seinem Herrn aus den nichtigsten Gründen drangsaliert wird. Das Leben für die Familie ist hart, es gibt nicht einmal immer genug zu essen. Aus der starren Gesellschaftsordnung auszubrechen, ist undenkbar: „Leibeigen geboren, leibeigen gestorben, leibeigen ein Leben lang“ heißt es.

Animationsfilm kehrt in die Kinos zurück

Im Jahre 2015 schaffte es der junge Held auf die Kinoleinwand. Jetzt kehrt der Animationsfilm in die Kinos zurück, mit den bekannten Bildern, aber mit neuen Stimmen: op Platt, mit Axel Prahl (Ritter Hans), der anscheinend nicht nur den Tonfall eines Münsteraner Tatort-Kommissars beherrscht, sondern auch das Plattdüütsche – und vor allem mit der Stimme von Julius Lehman aus Adendorf. Der Zwölfjährige spricht in der neuen Synchronisation die Titelrolle, aufgenommen im Studio „Chausseeton - Soundvision“ von Torben Seemann. Zwei weitere Lüneburger sind zu hören: Johann Frese und Mila Nele Borchers. Und natürlich half auch Plattdeutschbeauftragter Günter Wagener, er übte mit den Sprechern die richtige Intonation, vermittelte das Gefühl für den Rhythmus der Mundart.

Überhaupt ist das Ganze eine Lüneburger Angelegenheit. Hinter der Idee stecken der ehemalige Schulleiter Georg Schillmöller und der Lehrer Heiko Frese, der bei der Landesschulbehörde als Berater für die plattdeutsche Sprache im Unterricht arbeitet. Ursprünglich war nur an eine DVD gedacht, aber dafür lässt sich keine Förderung beantragen. Also sollte es ein richtiger Kinofilm werden. Ruth Rogée vom Scala-Kino half weiter, bahnte den Weg unter anderem zum Kinobüro Niedersachsen/Bremen und der nordmedia, der Medienförderungsgesellschaft für Niedersachsen und Bremen.

170 Bewerbungen für das Sprecher-Casting

Aus verschiedenen Sponsoren- und Fördertöpfen wurden 85.000 Euro zusammengebracht. Für das Sprecher-Casting bei Chausseeton gab es rund 170 Bewerbungen, 16 wurden eingeladen, die Kinderrollen in dem Film sprechen nun sechs Schüler/innen. Zu den erwachsenen Sprechern zählen neben Axel Prahl, der das Plattdeutsche einst von seiner Großmutter lernte, auch Gerd Spiekermann (Stimme des Fürsten) und Jan Graf (der böse Ritter).

Und so macht sich Trenk auf, erstens Ritter zu werden, um dann, zweitens, mit dem Heer des Fürsten im Rücken einen Angriff auf den im Wald hausenden Drachen zu wagen. Immerhin ist er nicht allein, bei den den turbulenten Abenteuern stehen ihm der Gaukler Momme Mumm, die junge Ritterstochter Thekla und der Ritter Hans zur Seite.

„Ritter Trenk op Platt“ (80 Minuten, keine Altersbeschränkung) ist als Preview am Dienstag, 16. Oktober, um 19 Uhr in der Scala zu sehen, mit dabei sind Heiko Frese und Torben Seemann.

Von Frank Füllgrabe