Donnerstag , 1. Oktober 2020
Caroline Kiesewetter spielte in Lüneburg Theater und bei den „Roten Rosen“. Jetzt ist sie „mal laut, mal leise“ zu erleben. Foto: Agentur

Da wartet noch ein Paar Schuhe

Lüneburg. Eigentlich wollte Caroline Kiesewetter ja an diesem Nachmittag in Lüneburg vorbeikommen. Sie hätte da noch ein paar Schuhe abzuholen. Dann aber kamen die Termine dazwischen, immer diese Termine! Aber man kann sich ja auch am Telefon unterhalten. Also keine Schuhe, aber Worte. Spätestens am 5. Mai ist die Hamburger Schauspielerin und Sängerin dann doch in der Stadt – für ein „Mal laut, mal leise“-Konzert im Kulturforum.

Caroline Kiesewetter hat seit zehn Jahren eine recht enge Bindung an die Stadt. „Ich komme nach wie vor gern“, sagt sie. 2008 spielte sie am Theater Lüneburg die Beatrice in Shakespeares Komödie „Viel Lärm um nichts“. Es war das Jahr, in dem auch ihre erste CD auf den Markt kam: „Ich packe meine Koffer“. Die Lieder zwischen Jazz, Chanson und Pop packte sie im gleichen Jahr im Kulturforum aus.

Koffer packen muss Kiesewetter oft. Zwischen Bühne, Film und Musik zieht die Künstlerin quer durch die Republik. 2010 war die heute 45-Jährige als Rosalinde erneut in einer Shakespeare-Komödie am Theater Lüneburg zu erleben, in „Wie es euch gefällt“. Mit Intendant Hajo Fouquet pflegt sie nach wie vor guten Kontakt. Vielleicht rutscht ja mal wieder eine Shakespeare-Komödie in den Spielplan.

Sie war hier die erste Oberbürgermeisterin

Dass sie Lüneburg so gut kennt, liegt vor allem daran, dass Caroline Kiesewetter die erste Oberbürgermeisterin der Stadt war. Ihre Amtszeit währte allerdings recht kurz, exakt von Folge 1001 bis 1235 bei den „Roten Rosen“. Als Stadtoberhaupt hieß sie Anne Lichtenhagen.

Es war nicht ihre erste serielle Arbeit, Kiesewetter spielte auch bei den “Rettungsfliegern“. Zurzeit sei sie mehr als Sängerin unterwegs. Es erschien mittlerweile eine zweite CD („Mal laut, mal leise“). Mit dem Programm trat sie bereits auf Gut Bardenhagen auf, „was für ein großartiger Konzertort!“, schwärmt sie. Zuletzt trat sie im Lüneburgischen beim „Mädelsabend“ in Scharnebeck auf. Mädelsabend, also alles Frauen? Nein: „Ein Quotenmann war dabei, er hatte die Karte von seiner Frau geschenkt bekommen. Ich habe ihn gleich zum Tontechniker erklärt.“

Im Kulturforum singt sie nun einen Querschnitt aus ihren CDs und viel Jazz: Bossa und Swing. Sie singt alles auf Deutsch, so wird aus dem „Girl From Ipanema“ kurzerhand der „Junge aus Övelgönne“. Begleitet wird sie vom Gitarristen Johannes Wennrich und vom Schlagzeuger Ole Seimetz, beides Musiker mit langer Referenzliste. „Gute Laune mitbringen!“, bittet die Sängerin.

In Lüneburg mit Seelöwen schwimmen

Kiesewetter und Lüneburg, da ließe sich einiges nachtragen, zum Beispiel, dass sie hier aus PR-Gründen mit Seelöwen schwamm. „Das war toll, so berührend.“ Die Seelöwen gehörten zum Circus Krone. Dann gibt es noch eine Verbindung: Im Mai tritt sie mit der Bigband Lumberjack auf. Alexander Eissele vom Lüneburger Theater leitet die Bigband aus Göppingen, und in deren Heimat singt Kiesewetter ein Udo-Jürgens-Programm. Das könnte doch auch mal im Norden landen. . .

Falls sie es am 5. Mai rechtzeitig aus Hamburg heraus schafft, wird sie noch diesen bestimmten Laden ansteuern: rote Lackstilettos! Ob die wohl noch da sind?

Von Hans-Martin Koch