Jetzt lässt sich lesen, was sie spielen: Das Programm 2017/18 präsentieren (v.l.) Generalmusikdirektor Thomas Dorsch, Schauspieldramaturgin Hilke Bultmann, Verwaltungsdirektor Volker Degen-Feldmann, Intendant Hajo Fouquet, Ballettdirektor Olaf Schmidt, Kinder-/Jugendtheaterleiterin Sabine Bahnsen und Chefdramaturg Friedrich von Mansberg. Foto: t&w

Drei Arten von Mozart

Lüneburg. Von oben betrachtet fällt am Theater Lüneburg zunächst der Elefant auf. Er steht auf dem Dach, aber klein und gelb leuchtet er als Logo überall dort, wo das Theater auf sich aufmerksam macht. Ein Elefant macht im Schnuckenland eigentlich keinen Sinn, aber sieht gut aus und bietet sich als Assoziationsfläche an – als Sinnbild für Kraft, Glück und langes Leben, für Stärke, Intelligenz, Energie, Geduld und Souveränität. Das passt auf alles und natürlich auf das, was Theater verhandelt. Der Elefant bleibt zur Spielzeit 2017/18 erhalten, nur neu gestylt – jedenfalls in seiner Logovariante. Was sonst neu ist, beginnend mit Mozarts „Figaros Hochzeit“, das war gestern Thema im Theater.

Vorab freute sich Intendant Hajo Fouquet, dass die Resonanz nach wie vor sehr gut ist. Nach aktuellen Zahlen könnte am Ende der Saison noch einmal ein Plus bei den Zuschauerzahlen stehen. Was er nicht erwähnte, ist die nach wie vor problematische Gesamtlage. Das Haus steuert auf ein bedrohliches Defizit zu. Um ein wenig gegenzusteuern, werden die Preise zur Saison 17/18 leicht angehoben, um fünf bis sechs Prozent, wie Co-Geschäftsführer Volker Degen-Feldmann auf Anfrage sagt. Ausnahme: stabile Kinder-/Jugendpreise bei der Jungen Bühne T.3.

Das Gängige trifft auf das Unerwartete

Sonst prägt Konstanz das Haus, es gibt wenig Veränderungen. Kapellmeister Robin Davis wechselt nach Salzburg. Sein Nachfolger kommt aus Lübeck, heißt Ulrich Stöcker und bekommt viel zu tun. Im Schauspiel gehen Felix Breuel, Wolfgang Erkwoh und Martin Andreas Greif, im Musiktheater zum 1. Janar 2018 Timo Rößner. Als echte Institution verlässt beim Orchester der Mann das Haus, der immer über allen steht: Schlagzeuger Gary Whiton wird in den Ruhestand wechseln.

Einer freut sich über Konstanz besonders. „Ich habe es in 23 Jahren als Ballettdirektor an verschiedenen Häusern noch nie erlebt, dass es keinen Wechsel in meiner Compagnie gibt“, sagt Olaf Schmidt. Nun ist es soweit, die gefeierte Balletttruppe bleibt zusammen.

Der Spielplan mischt, wie soll es anders sein, das eher Gängige mit dem Spannenden – in 28 Premieren und sieben Wiederaufnahmen. Los also geht es im Großen Haus am 16. September mit Mozarts „Figaro“, musikalisch folgen dort das Musical „Sugar – Manche mögen‘s heiß“ (11. November), „Carmen“ (3. März 2018) und schließlich „Wiener Blut“ (16. Juni). Das Schauspiel, vorgestellt von Dramaturgin Hilke Bultmann, startet mit „Medea“ von Euripides (22. September), danach kommen die Komödie „Der Vorname“ (28. Oktober), „The Black Rider“ (9. Februar 2018), „Die Vermessung der Welt“ (23. März) und „Der zerbrochne Krug“ (5. Mai).

Ballettdirektor Olaf Schmidt erarbeitet zurzeit noch „Laura oder Immer Ärger mit dem schwarzen Schwan“, Premiere ist am 19. Mai dieser Spielzeit. Die Produktion wird in die nächste Saison mitgenommen. Dazu gibt es 2018 als Uraufführung Olaf Schmidts Mozart-Annäherung „Amadé“ (20. Januar) und einen Klassiker, den „Sommernachtstraum“ (18. Mai).
Eine deutsche Erstaufführung ist im T.NT geplant: „Murder Ballad“, ein Kammermusical (11. Januar). Einen etwas anderen und damit den dritten Mozart kündigt Chefdramaturg Friedrich von Mansberg an: Er wird zum 7. April 2018 die „Entführung“ einstudieren und syrische Künstler einbeziehen.

Fürs T.3 kündigt Kinder-/Jugendtheaterleiterin Sabine Bahnsen vor allem dramatisierte Bücher an, etwa „Tschick“ (1. Dezember). Auch das Weihnachtsmärchen im Großen Haus zählt dazu: „Eine Woche voller SAMStage“ (ab 24. November).

Auf eine Änderung muss sich das Meisterkonzert-Publikum einstellen. Generalmusikdirektor Thomas Dorsch zieht die Konzerte einen Tag vor, auf den Sonnabend – und zweimal wird im Libeskindschen Audimax musiziert.

as ist nur ein kleiner Ausblick auf das, was das neu gestaltete Werbeheft füllt. Ein Termin noch: 27. August, Spielzeitfest.

Von Hans-Martin Koch