Werke von Willi Gaida. Fotos: ff

Die Bilder von Willi Gaida sind niemals fertig

Lüneburg. Wenn Willi Gaida malt, dann ist er nicht aufzuhalten. Im Kulturforum Gut Wienebüttel präsentiert er aktuell seine dritte Ausstellung – in relativ kurz er Zeit – mit dem Thema „Wandlungen“. Das sind immerhin 61 Arbeiten, mit denen die Wände der Galerie in dichter Folge behängt sind. Da gibt es also ordentlich etwas zu sehen, zumal jedes Gemälde an sich schon einen komplexen kleinen Kosmos darstellt.

„Wandlungen“, das ist ein vielfältig anwendbares Thema. Gaida arbeitet seriell, der Wandel ließe sich von Ausstellung zu Ausstellung betrachtet sehen, innerhalb der einzelnen Werkszyklen, die Titel tragen wie etwa „normal gedreht“, „Geist“ und „Zeit der Demut“, – oder auch in den Bildern selbst: „Die Themengebung kann während der Herstellung des Bildes wechseln, es übernimmt dann die Oberhand“, so Gaida, „eine Fertigstellung eines Bildes gibt es nie!“

Kryptische Schriftzeichen und Comic-Elemente

Willi Gaidas Bilderflut führt in einen Dschungel von rätselhaften, fremdartigen Motiven und gestricheltem Gestrüpp, der Pinsel wird mitunter wie eine Machete geführt, also schwungvoll und schnell. Konkrete Motive schimmern da durch, Porträts, es gibt kryptische Schriftzeichen, Comic-Elemente, Höhlenmalereien, die Möblierung dieser Szenarien mag willkürlich sein oder einem Schema folgen, das ist dann Sache des Betrachters, Ordnung zu schaffen – wobei manches auch an den reinen Wahnsinn grenzt, immerhin hat Gaida in seinem Brotberuf mit psychisch kranken Menschen zu tun. Stimmungsbilder eben, von flirrender Hitze und düsterer Kälte, trotz aller Spontanität ausbalanciert und allemal von ästhetischem Reiz.

Die Ausstellung ist noch an diesem Wochenende, 22./23. April, von 13 bis 18 Uhr zu sehen. ff