Die neue Staffel der Literatur-Reihe „Ausgewählt“ führt Heinrich Detering mit seinem Buch über Bob Dylan nach Lüneburg. Foto: nh

Ausgewählt: Heinrich Detering über Bob Dylan

Lüneburg. Der Thesenanschlag Martin Luthers vor 500 Jahren hat die Welt nachhaltig verändert. Doch was genau ist übrig geblieben von der Reformation, was ist he ute noch wichtig? Eine Antwort versucht das Buch „95 Anschläge. Thesen für die Zukunft“. Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, die Autorin, Dramaturgin und Filmemacherin Andrea Stoll und die Autorin Rasha Khayat stellen ihre eigenen Thesen am Mittwoch, 10. Mai, im Museum Lüneburg vor. Der Abend gehört zur neuen Staffel der Reihe „Ausgewählt“ des Literaturbüros; Untertitel: „Von Planetenwellen, Zukunftsthesen, Sternen und einem nicht schüchternen Gott“.

Bob Dylan als Lyriker

Der erste Abend der Reihe gehört aber nicht Luther, sondern Bob Dylan. 2016 wurde er mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Der Göttinger Literaturwissenschaftler und Dylan-Experte Heinrich Detering veröffentlicht in diesen Tagen den Band „Planetenwellen“: eine zweisprachige Auswahl aus Dylans (Prosa-)Gedichten von den Anfängen bis 1974, ergänzt um einige programmatische Texte aus den letzten Jahren, übersetzt von Heinrich Detering.

In seinen frühen Jahren verstand Bob Dylan sich sowohl als Songwriter als auch als Lyriker. Seinen Schallplatten gab er komplette Gedichtzyklen und lyrische Prosa bei, Langgedichte erschienen in Zeitschriften der Folk- und Beat-Szene. Die Lyrik war seine Ideenwerkstatt, sie verband die Poesie seiner Songs mit den literarischen Traditionen Rimbauds, Brechts und der Beat Poets. Heinrich Detering wiederum ist Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Er veröffentlicht Gedichtbände, literaturwissenschaftliche Studien und literarische Essays, für die er vielfach ausgezeichnet wurde. Am Dienstag, 4. April, spricht er über den Poeten Dylan im Heinrich-Heine-Haus.

Ohne Liebe trauern die Sterne

Das Buch „95 Anschläge. Thesen für die Zukunft“ von Friederike von Bünau und Hauke Hückstädt lässt 95 Stellvertreter/innen aus den Bereichen Politik, Kultur, Wissenschaft und Theologie zu Wort kommen, sie formulieren jeweils ihren Thesenanschlag für die Zukunft. Sie geben einen Überblick über Haltungen, Wagemut, Innerlichkeit und Glaubenssätze der Gegenwart. Christoph Bungartz vom NDR moderiert den Abend am 10. Mai im Museum.

Die Schauspielerin Hannelore Hoger wurde dem großen Publikum vor allem durch die Rolle der ZDF-Kommissarin Bella Block (nach den Krimis von Doris Gercke) bekannt, für die sie mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. In „Ohne Liebe trauern die Sterne“ erzählt Hoger zum ersten Mal ausführlich aus ihrem Leben, von Kindheit und Jugend in Hamburg, von ihren Anfängen und ersten Erfolgen als Schauspielerin; von der Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Peter Zadek, Edgar Reitz und Alexander Kluge, die sie geprägt haben. Am Freitag, 19. Mai, liest sie im Glockenhaus, Uwe Naumann, ihr Lektor beim Rowohlt Verlag, moderiert.

Die syrische Revolution und ihre Folgen

Als die syrische Revolution ausbricht, feiert Amal erste Erfolge als Schauspielerin und träumt von kommendem Ruhm. Zwei Jahre später wird sie im Ozean treiben, weil das Frachtschiff, auf dem sie nach Europa geschmuggelt werden sollte, untergegangen ist. Hammoudi hat gerade sein Medizinstudium beendet und eine Stelle im besten Krankenhaus von Paris bekommen. Er fährt nach Damaskus, um die letzten Formalitäten zu erledigen. Noch weiß er nicht, dass er mit hundert Wildfremden auf einem winzigen Schlauchboot hocken und darauf hoffen wird, lebend auf Lesbos anzukommen. In Berlin begegnen sich Amal und Hammoudi: zwei Menschen, die alles verloren haben und nun von vorn anfangen müssen.

Olga Grjasnowa wurde für ihr vielbeachtetes Debüt „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ unter anderem mit dem Anna-Se­ghers-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschien „Die juristische Unschärfe einer Ehe“. Mit „Gott ist nicht schüchtern“ legt Olga Grjasnowa nun ihren dritten Roman vor. Claudia Kramatschek führt das Gespräch mit ihr am Mittwoch, 14. Juni, im Heinrich-Heine-Haus.
Alle Veranstaltungen beginnen um 19.30 Uhr. Die Reihe „Ausgewählt 2017“ wird vom Lüneburgischen Landschaftsverband, der Sparkassenstiftung Lüneburg und dem Landkreis Lüneburg gefördert. Karten gibt es in den Lüneburger Buchhandlungen Lünebuch und Bücher am Lambertiplatz sowie beim Literaturbüro. lz