Mittwoch , 30. September 2020
Schüler, Lehrer und Künstler Uwe Appold (hinten links) setzen sich mit dem Thema der Passion auseinander. Foto: ff

Lüneburger Schüler zeigen Bilder zur Passion

Lüneburg. Für die Kirche ist das Jahr 2017 ein besonderes, schließlich gilt es, das 500-jährige Jubiläum der Reformation zu feiern. In der Lüneburger St. Johann iskirche wird am Sonnabend, 8. April, die Lukaspassion von Krzysztof Penderecki aufgeführt, sie gilt – musikalisch wie inhaltlich – als ein Schlüsselwerk der Moderne. Bereits seit 4. März zeigt der Flensburger Bildhauer und Maler Uwe Appold seinen Passionszyklus „Sieben Kreuze zu den letzten Worten“. Jetzt gibt es in St. Johannis eine weitere Facette in der Umsetzung des Themas: Schüler/innen der Johannes-Rabeler-Schule und des Johanneums schufen je zwölf eigene Acryl-Gemälde.

Grundlage waren Workshops von Uwe Appold mit dem Titel „Denn sie wissen nicht, was sie tun“. In den beiden Schulen sammelte er zunächst Stichworte und Ideen, für die Ausstellung und nebenbei für sich selbst: „Ihr habt ein ganz anderes Denken und Fühlen als jemand, der wie ich seit fünfzig Jahren Ausstellungen macht – da habe ich noch viele Dinge von euch gelernt“. Die als Dialogausstellung ausgewiesene, nicht nach den Schulen getrennte Präsentation zeigt eine Fülle von Motiven. Angst, Vertrauen und Hoffnung sind Stichworte, die auf der Vernissage genannt wurden. Einige der jungen Künstler wählten das Kreuz als Mittelpunkt, blutige Handabdrücke und eisiger Schnee verweisen auf das Leid, doch es schimmert auch Licht. Der einzelne Mensch, nicht der anonyme Soldat in einer Truppe, wird als Opfer der Kriege benannt, anderswo erscheint eine blonde Marionette mit prägnanter Föhnfrisur hinter einer US-Flagge.

Premiere am 7. April in Hannover

Zu sehen sind die Bilder in der St. Johanniskirche bis zum 7. Mai – mit einer Ausnahme: Am 6. April fahren die Schüler/innen, ihre Bilder im Gepäck, nach Hannover, um sie in der Kreuzkirche zu zeigen und um die Generalprobe der Lukaspassion zu erleben. Grundlage ist das Projekt „Passio Penderecki 2017“, entwickelt von Kantor(inn)en in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers in Zusammenarbeit mit dem Knabenchor Hannover und der NDR Radiophilharmonie. Nach der Premiere am 7. April in Hannover und tags darauf in Lüneburg wird die Lukaspassion nur noch ein Mal aufgeführt, am 9. April in Emden. ff