Die Loifior-Stimme: Raphael Kufner. Foto: A/be

Neue Musik von Loifior

Lüneburg. Für die einen ist es fast schon Mittag, für die anderen ziemlich früh. Raphael Kufner hat jedenfalls einen Energy-Drink dabei. Er hat etwas zu erzähle n von seiner Band. Es war ja ziemlich ruhig geworden um Loifior, die deutsch singende, britisch klingende Band aus Lüneburg. Gut ein Jahr sind die Vier nicht aufgetreten. Wer sie hören wollte, musste zum Übungsraumcenter Let‘s Rock pilgern. „Wir haben uns zurückgezogen“, sagt Raphael Kufner. Aber jetzt sind sie wieder da.

Das Wichtigste: Loifior hat ein Label gefunden, Department Music in Berlin. Der Kontakt ergab sich bereits beim Reeperbahn Festival, als die Band dort einen Auftritt hatte. Ein Label hilft, um voranzukommen. Eine EP namens „Nordlicht“ ist nun startklar, sie wird mit einem Release-Konzert am 24. März im Salon Hansen vorgestellt. „Es ist sehr, sehr gut geworden“, sagt Gitarrist und Sänger Kufner. Aber welcher Musiker würde sagen, dass die neue Scheibe na ja so lala ist? Also abwarten.

Attitüde der 60er-Jahre ins Heute versetzt

Loifior gibt es seit elf Jahren, erst unter anderem Namen. Als Loifior, ein Wortspiel mit dem Löwen und der Vier, sind sie seit sechs Jahren unterwegs. Neben Hutträger Kufner sind das Dennis Preuß (Bass und Begleitgesang) sowie die Brüder Adrian (Schlagzeug) und Julius Kock (Leadgitarre). „Wir haben immer alles selber gemacht“, sagt Kufner. Stilistisch sitzt die Band etwas zwischen den Stühlen. Den einen liegt sie zu nah beim Indie-Rock, die anderen wittern zu viel Mainstream. Egal: Loifior zieht die Attitüde der 60er-Jahre ins Heute. Das macht sie aus.

Auftritte der Band sind extrem energiegeladen. Wer bis zu The Who, die lebende Ikone des Britrocks, zurückblicken kann, weiß, was das heißt. Da kann auch mal was kaputtgehen. Der Sound treibt die Band und ihr Publikum voran, die Texte sind dagegen lyrisch und nachdenklicher geworden. „Früher war mehr Zorn“, sagt Kufner, der immer mit hochgeschnallter Gitarre auftritt. Aufgenommen haben sie ihre EP in Vögelsen, mit David Bonk und Julia Bergen.

Was für die Band großartig ist: Sie reist nach zwei Jahren wieder nach England. Hatte sie das beim ersten Mal selbst organisiert, so hilft nun das Berliner Label. Am 26. März geht es los. Sechs Konzerte sind angesetzt zwischen Manchester und Brighton, Leeds und Bradford und natürlich in London. Radio-Interviews sind auch geplant, es ist ein enger Plan zu absolvieren.

Weiter soll es im Sommer mit Festivalauftritten gehen. „Ein Album ist auch angepeilt. Mit dem Label stehen uns ganz andere Möglichkeiten und Kontakte zur Verfügung; Ideen, die für uns vorher nicht greifbar waren.“ Es ist jede Menge Hoffnung zu spüren, dass Loifior einen Satz nach vorne macht. Wie groß er wird, das muss sich zeigen.

Einlass in den Salon Hansen ist am 24. um 20.30 Uhr, das Vorprogramm übernimmt O.I.C. aus Uelzen.

Von Hans-Martin Koch