Samstag , 26. September 2020
Albrecht Mayer leitet im März zum zweiten Mal sein Festival vom 3. bis 12. März.

Musikwoche Hitzacker widmet sich dem Thema „Fantasien“

Von Hans-Martin Koch
Hitzacker. Für seine zweite Saison als Leiter der Musikwoche Hitzacker hat Albrecht Mayer das Thema „Fantasien“ gewählt. Damit knüpft er an die vergangene Musikwoche an, bei der in Konzerten und Gesprächen der „Pastorale“ nachgespürt wurde. Auch die Form der Fantasie soll aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden, aus kunsthistorischen, dichterischen und natürlich vor allem aus musikalischen. Die Musikwoche findet vom 3. bis 12. März statt.

Eröffnung mit ECHO-Preisträgerin

Johann Sebastian Bachs „Chromatische Fantasie“ für Cembalo wird dabei genauso erklingen wie Robert Schumanns hochromantische Fantasie für Violine und Orchester, die auf dem Programm des Eröffnungskonzertes steht — dargeboten von der mehrfachen ECHO-Klassik-Preisträgerin Tianwa Yang. Albrecht Mayer leitet am Sonnabend, 4. März, um 17 Uhr im Verdo das Braunschweiger Staatsorchester, Motto: „Schottische Fantasien“.

Innerhalb dieses Spannungsbogens wird in weiteren Konzerten dem nachgegangen, was „Fantasie“ in musikalischer Hinsicht bedeutet. So beim Auftritt von Albrecht Mayer, Nils Mönkemeyer (Viola) und William Youn (Klavier), bei dem unter anderem Werke Robert Schumanns und Paul Hindemiths auf dem Programm stehen sowie Martin Klughardts „Schilflieder“ Gedichten von Nikolaus Lehnau.

Unter Mitwirkung von Tianwa Yang und Nicholas Rimmer (Klavier) erklingen Franz Schuberts als unspielbar geltende Fantasie für Violine und Klavier sowie Wolfgang Rihms „Stückphantasien“ für Violine und Klavier. Diese zeigen, was das Genre im späten 20. Jahrhundert hergibt. Studierende der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover führen zusammen mit Albrecht Mayer Fantasien für Oboe und Streichtrio von Benjamin Britten und Ernest John Moeran auf.

Beim traditionellen Kinderkonzert wird mit Camille Saint-Saëns „Karneval der Tiere“ eine „große zoologische Fantasie“ — so der Beiname, den der Komponist dem Stück gab — in Szene gesetzt. Aus der Perspektive des Jazz nähern sich Eckart Runge, Cellist des Artemis Quartetts, und Jacques Ammon (Klavier) in ihrem Programm „BaroqueBlues“! der Thematik.

Zu weiteren Künstlern des Festivals zählen der Pianist Boris Giltburg, der Beethovens „Mondschein-Sonate“ mit dem Untertitel „Sonata quasi una fantasia“ zu Gehör bringt, sowie der Cembalist Vital Frey, der in zwei Konzerten sowohl als Solist wie auch als Begleiter Albrecht Mayers zu erleben ist. Ein Rezitationskonzert bietet literarische Anregungen: Christoph Vratz liest alternierend zu Robert Schumanns „Kreisleriana“ aus eigenen Texten zum Bezug zwischen E.T.A. Hofmanns „Vorlage“ und dem entsprechenden Klavierzyklus.

Festivalgründer Ludwig Güttler gibt ein Gastspiel

Besondere musikalische Ereignisse werden das Festival bereichern: Ludwig Güttler, der die Musikwoche drei Jahrzehnte lang als Künstlerischer Leiter geprägt hat, bietet zum Auftakt am Freitag, 3. März, „Impressionen“ um 20 Uhr in der Johanniskirche mit dem nach ihm benannten Blechbläserensemble. Für dieses Konzert gibt es nur noch Restkarten.

Nur noch auf die Warteliste können Interessierte am Brunch­konzert, das am Mittwoch, 8. März, um 11 Uhr in der Inselküche stattfindet und musikalisch mit dem Gitarrenduo Jan Erler und Zhe Gong-Erler gestaltet wird. Und mit dem Ensemble Nobiles, bestehend aus fünf ehemaligen Mitgliedern des Thomanerchores Leipzig, gastiert ein vielfach preisgekröntes A-cappella-Ensemble in Hitzacker, dessen Spektrum von der spätmittelalterlichen Messe bis zur Moderne reicht. Zum Rahmenprogramm gehört unter anderem eine „Instrumentenwerkstatt“, bei der Vital Frey in Anwesenheit des Klavierbauers Stefan Weber sein Instrument vorstellt.

Detaillierte Infos stehen unter www.musikwoche-hitzacker.de. Es gibt in Lüneburg — anders als bei den Sommerlichen Musiktagen — keine Möglichkeit, Karten direkt zu bekommen.

Zur Person

Albrecht Mayer, 1965 in Erlangen geboren, begann seine Karriere bei den Bamberger Symphonikern. Seit 1992 ist er als Solo-Oboist Mitglied der Berliner Philharmoniker. Daneben ist Mayer in zahlreichen kammermusikalischen Projekten aktiv, unter anderem mit Stars der Branche wie Nigel Kennedy und Hélène Grimaud. Mayer tritt weltweit auf, in der New Yorker Carnegie Hall ebenso wie beim Lucerne Festival. Mit seinem Album „New Seasons“ mit Händel-Transkriptionen schaffte er sogar den Sprung in die deutschen Popmusik-Charts. Mehrfach wurde Al­brecht Mayer mit dem ECHO-Klassik-Preis ausgezeichnet. Der Oboist engagiert sich auch karitativ, 2011 gründete er eine Stiftung zur Unterstützung der Forschung und Therapieentwicklung für Netzhaut- und Sehnerverkrankungen.